02.05.2022 11:59 Uhr - 1. Bundesliga - dpa und PM Vereine

Stark ersatzgeschwächte Hallenserinnen bezwingen Neckarsulm

Julia NiewiadomskaJulia Niewiadomska
Quelle: Stefan Michaelis
Die Handballerinnen des SV Union Halle-Neustadt haben trotz erheblicher personeller Probleme ihren zehnten Saisonsieg eingefahren. Die Schützlinge von Trainerin Katrin Welter behielten am Samstag auf heimischem Parkett gegen die Sport-Union Neckarsulm mit 29:27 (15:12) die Oberhand und zogen durch den Erfolg in der Tabelle an Neckarsulm vorbei auf den siebten Platz. Aus einer geschlossenen Mannschaft ragten Torfrau Anica Gudelj (19 Paraden), Julia Niewiadomska (9/5) und Camilla Madsen (5) noch heraus. Für die Sport-Union trafen Irene Perez-Espinola (6) und Lynn Knippenborg (5/3) am häufigsten.

Die fehlenden Spielerinnen ersetzte Halle-Neustadt besonders durch den enormen Kampfgeist und Willen, der von Beginn an für die Neckarsulmerinnen spürbar war. In den ersten Minuten begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, doch bereits zu diesem Zeitpunkt fehlte der Sport-Union in der Defensive die Aggressivität und in der Offensive die Durchschlagskraft sowie Überzeugung zum Torerfolg. Immer wieder konnte Halle durch Torhüterin Anica Gudelj parieren und steckte durch eine vermutlich schwere Verletzung von Lea Gruber zusätzlich den nächsten Verletzungsschock weg.

Elisa Möschter erzielte in der 21. Minute das erste Tor nach ihrem Bundesligacomeback zum 10:8 für die Wildcats. Kurz vor dem Seitenwechsel konnten sich die stark ersatzgeschwächten Gastgeberinnen sogar erstmals auf drei Treffer absetzen (14:11, 29.). Insgesamt fügten sich die Neulinge im Team der Hallenserinnen glänzend ein. Sowohl Elisa Möschter wie auch der erst 19-jährige Isabelle Rösner erzielten jeweils drei Tore.

In der zweiten Halbzeit versuchte Gästetrainerin Tanja Logvin mit einer offensiven Deckung gegenüber Camilla Madsen das Spiel der Wildcats zu stören. Die Hallenserinnen zeigten sich unbeeindruckt und konnten sich in der Phase des Spiels auf Julia Niewiadomska und Lena Smolik verlassen. Sie nutzten den dadurch frei gewordenen Raum für schöne Einzelaktionen aus. In der Schlussphase entschieden die Gastgeberinnen dank ihres starken Rückhalts im Tor die Begegnung, als sie von 22:21 (46.) auf 27:22 (54.) enteilten.

"Es ist für mich unverständlich, wir haben dieses Spiel viel zu leicht genommen und ich habe heute keine Wörter für die Leistung meiner Mannschaft. Ich kann heute nur den Mädels aus Halle-Neustadt für eine hervorragende Leistung und diesen unbändigen Willen gratulieren!", sagte Tanja Logvin nach Spielende zur Niederlage.

"Es ist relativ schwer, gerade, Worte zu finden. Wir haben heute gesehen, was für eine einzigartige Mannschaft wir haben. Es war der pure Wille. Das Spiel hätte wie auch das am Mittwoch eigentlich nicht stattfinden dürfen, aber wir haben eine krasse Antwort gegeben", so Wildcats-Trainerin Katrin Welter.