28.04.2022 10:17 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Ausrufezeichen im Abstiegskampf: VfL Oldenburg mit wichtigem Auswärtssieg in Metzingen

Lana Teiken und Merle Carstensen freuen sich über den Sieg in Metzingen.Lana Teiken und Merle Carstensen freuen sich über den Sieg in Metzingen.
Quelle: Thorsten Helmerichs
Es war der verdiente Lohn einer tollen Leistung: Mit 25:20 (16:12) haben die Handballerinnen des VfL Oldenburg im Bundesliga-Abstiegskampf zwei wichtige Punkte beim TuS Metzingen eingefahren. Gegen den Tabellenfünften zeigte die Mannschaft von Trainer Niels Bötel über die gesamten 60 Minuten eine starke Leistung, verdiente sich die zwei Punkte am Fuße der Schwäbischen Alb und rückte in der Tabelle sogar auf Platz neun vor. Für die TuS Metzingen ist die Niederlage ein Rückschlag im Kampf um Europa.

Es sollte nicht der Abend der Pink Ladies werden, die mit vier technischen Fehlern ins Spiel starteten. Bis zum 4:4 (9.Min) durch Silje Brøns Petersen konnte die Mannschaft von Edina Rott das Ergebnis ausgeglichen gestalten. Fortan sollten sich die Ermstalhandballerinnen mit vergebenen Chancen und technischen Fehler selbst das Leben schwer machen. "Der Start in die Partie ist uns überhaupt nicht gelungen, ehrlich gesagt sind wir nie wirklich ins Spiel gekommen. Oldenburg hat unsere vielen technischen Fehler einfach bestraft und heute verdient gewonnen", so Maren Weigel.

Von Beginn an hatten die Oldenburger Spielerinnen um die zwei so wichtigen Punkte gekämpft. "Uns war klar, dass nach der langen Anreise vor allem in der Abwehr viel Arbeit vor uns liegt", erzählte Bötel. Nach hektischem Beginn führte der VfL, auch dank der drei Tore von Top-Torschützin Merle Carstensen und jeweils einem Treffer von Kathrin Pichlmeier und Maike Schirmer, die Begegnung bis zum 5:4 (9. Minute) mit einem Tor an. Und: Dank konzentrierter Abwehrarbeit bauten die Gäste ihren Vorsprung sogar auf vier Tore aus (12:8/19.).

Immer wieder nutzte die Bötel-Sieben dabei einfache Ballverluste der TusSies, dazu präsentierte sich Torhüterin Julia Renner mit zahlreichen Paraden in starker Verfassung. Zwei Minuten vor der Pause erhöhte Luisa Knippert in Unterzahl sogar auf 16:11, am Ende ging Oldenburg mit einem Vorsprung von vier Toren in die Halbzeitpause. "Wir haben wenig klare Torchancen zugelassen", zeigte sich Bötel mit dem Defensivverhalten seiner Mannschaft zufrieden.

Nach Wiederanpfiff kamen die TUSSIES besser aus der Kabine, vor allem Rebecca Nilsson im TuS-Tor konnte sich mit einigen Paraden auszeichnen und der Metzinger Defensive Stabilität verleihen. Durch Tore von Marte Juuhl Svensson, Silje Brøns Petersen und Dagmara Nocun schaffte die TuS durch einen 4:0-Lauf den 16:16-Ausgleich (37.Min). Diesen konterte der VfL mit einer Auszeit und einem eigenem Dreierpack - 16:19, 41. Minute.

Als die letzten zehn Minuten anbrachen, war der Tabellenfünften zwar erneut auf ein Tor herangerückt, doch die Huntestädterinnen fighteten bis zur letzten Sekunde. Das 22:19 durch Pichlmeier (56.) brachte die VfL-Frauen wieder in eine komfortable Ausgangssituation - die sie sich nicht mehr nehmen ließen. Unter dem Strich steht am Ende ein verdienter 25:20-Sieg für die Oldenburgerinnen zu Buche.

Jubelnd sprangen die VfL-Handballerinnen in der Metzinger Öschhalle nach dem Spiel auf und ab und feierten ihren sechsten Saisonsieg, der so wichtig war, um im Abstiegskampf ein Ausrufezeichen zu setzen. Nachdem es in vielen Spielen zuvor trotz starker Leistungen gegen die Top-Teams der Liga nicht zu Zählbarem gereicht hatte, wurde die Bötel-Sieben nun endlich belohnt. "Der Sieg tut uns unheimlich gut", sagte der VfL-Coach nach dem Spiel.


"Wir haben heute keine gute Leistung gezeigt, sind nie wirklich ins Spiel gekommen und haben am Ende die Punkte einfach nicht verdient gehabt. 16 Gegentore zur Halbzeit sprechen glaube ich eine klare Sprache. Defensiv wurde es dann im zweiten Durchgang besser, aber wir haben über 60 Minuten zu viele technische Fehler gemacht, unsere Chancen nicht genutzt und Oldenburg immer wieder eingeladen. Wir müssen uns jetzt auf das Spiel in Leverkusen fokussieren und die Leistung von heute wieder gut machen", so das Fazit von Edina Rott nach der Partie.

Auch Svenja Hübner ist enttäuscht über die Leistung und legt den Fokus auf das Spiel gegen Leverkusen: "Wir haben uns von Beginn schwer getan unsere Leistung abzurufen. Ich dachte wir können die Aufholjagd wie schon gegen Bensheim schaffen. Unter dem Strich war unsere Leistung aber einfach zu schlecht um Oldenburg heute zu schlagen. Wir müssen die Niederlage jetzt schnell verdauen und fokussieren uns auf das Spiel am Wochenende in Leverkusen."

TUSSIES Metzingen - VfL Oldenburg 20:25 (12:16)

Metzingen:
Roth, Nilsson (beide Tor) - Pandza (3), Albek (1), Juuhl Svensson (3), Östlund, Rott, Tröster, Weigel (1) , van der Baan (2) , Hübner (2) ,Symanzik, Brøns Petersen (6/2) , Nocun (2)

Bensheim:
Renner, Hempen (beide Tor) - Teiken (1), Reinemann, Weyer, Jongenelen, Hoitzing, Pichlmeier (6), Buhl, Martens (1), Steffen (4), Carstensen (8/3), Schirmer (3), Klöcker, Knippert (2), Golla