21.03.2022 12:44 Uhr - 2. Bundesliga - PM Regensburg, red

"Hätte ich vor Saisonbeginn in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet": ESV Regensburg feiert Klassenerhalt

Franziska Peter erzielte zehn Tore - bei einer hundertprozentigen Trefferquote.Franziska Peter erzielte zehn Tore - bei einer hundertprozentigen Trefferquote.
Quelle: Hans-Christian Wagner, ESV
Frauen-Zweitligist ESV 1927 Regensburg hat am gestrigen Sonntag einen 33:27 (17:14)-Auswärtssieg bei der SG H2KU Herrenberg eingefahren. Der bereits achte Auswärtssieg des Aufsteigers bedeutete nicht nur weiterhin den fünften Platz im 16er-Feld für die "Bunkerladies", sondern vor allem auch den sicheren Klassenerhalt - und das bereits acht Spieltage vor Saisonende.

Die Regensburgerinnen waren mit fast vollem Kader und gehörigem Respekt vor der Aufgabe ins Schwäbische gereist, da man sich bereits im Hinspiel sehr schwer mit dem erfahrenen Gegner getan hatte.

Im Rückspiel konnte sich Herrenberg zudem mit Spielern des Bundesligisten und Kooperationspartners TuS Metzingen verstärken. Die ungarische WM-Teilnehmerin Anna Albek stand wegen Schulterproblemen zwar nicht im Aufgebot, dafür waren Rechtsaußen Britta van der Baan und Nachwuchstalent Rebecca Rott mit dabei.

Der Schachzug von ESV-Trainer Csaba Szücs, von Beginn an auf den groß gewachsenen Innenblock Julia Drachsler/Nicole Lederer zu setzen, machte sich gleich bezahlt. Zwei frühe Blocks sorgten dafür, dass die Gastgeberinnen sich im weiteren Spielverlauf nicht mehr häufig trauten, aus der zweiten Reihe zu werfen. Die Ballgewinne wurden in eine 3:0-Führung umgemünzt.

In der Folgezeit bekamen die Gäste aber zwei schöne Treffer von den Flügeln wegen Kreisübertritts abgepfiffen, und im Tempospiel wurden zwei Bälle verloren. Neben dem Ausgleich musste der ESV zudem das Ausscheiden von Kreisläuferin Drachsler mit einer Fußblessur wegstecken.



Nach einem verzogenen Konter und einem Pfostentreffer der Gäste konnte Herrenberg in der 36. Minute egalisieren. Franziska Peter und Amelie Bayerl übernahmen nun beim ESV: Entweder sie trafen selbst oder fanden die Sara Mustafic am Kreis. Die Partie war kein Spiel der Torhüterinnen, doch der ESV gewann mit seiner engagierten Abwehrarbeit im Spielverlauf über ein Dutzend Bälle mit Blocks, aufgenommenen Offensivfouls und Steals.

"Königin der Balldiebe" war Amelie Bayerl, die mehrere Bälle antizipierte und den SG-Angreiferinnen so die Luft aus den Segeln nahm. "Unsere Trefferquote war insgesamt sehr gut, die von Franzi Peter für eine Rückraumspielerin fast schon außerirdisch", freute sich der Sportliche Leiter Robert Torunsky. Linkshänderin Peter nutzte ihre zehn Würfe für zehn Tore.

Für zusätzliche Sicherheit sorgten zwei Unterzahltreffer von Peter und Nicole Schiegerl innerhalb von 64 Sekunden rund zwölf Minuten vor dem Ende zum 26:22. In der Schlussphase versuchte Herrenbergs Trainer Mike Leibssle viel, doch verschiedene Sonderbewachungen oder die siebte Feldspielerin konnten die Partie nicht mehr drehen.



"Das war eine tolle Mannschaftsleistung heute", freute sich ESV-Trainer Csaba Szücs über die Vorstellung seines Teams. "Die Mädels sind einfach sehr hungrig auf Erfolg und erarbeiten sich das im Training. Für diese hohe Motivation muss man ihnen einfach ein großes Kompliment aussprechen."

Regensburg feiert bereits den feststehenden Klassenerhalt, auch wenn der TVB Wuppertal rein rechnerisch noch mit dem Team aus der Oberpfalz gleichziehen könnte. "Das hätte ich vor Saisonbeginn in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet, vor dieser Leistung kann ich nur meinen Hut vor Mannschaft und Trainern ziehen", lobte Abteilungsleiter Dieter Müller seine Mannschaft.