21.03.2022 10:56 Uhr - 2. Bundesliga - PM Leipzig, red

HC Leipzig freut sich über "Wahnsinnsspiel" gegen Heide

Wiebke Meyer (am Ball) traf neun Mal gegen Heide.Wiebke Meyer (am Ball) traf neun Mal gegen Heide.
Quelle: HC Leipzig
Mit dem sprichwörtlich letzten Aufgebot bezwang der Zweitligist HC Leipzig in eigener Halle den Ligakonkurrenten MTV Heide mit 37:26 (21:11). Von Verletzungen und Corona gebeutelt, standen nur acht Vertragsspielerinnen zur Verfügung. Die Leipziger Mannschaft wurde mit Spielerinnen aus dem Juniorinnenteam und der B-Jugend (Marlene Freya Berg, 16 Jahre) aufgefüllt. Außerdem saß die gerade genesene Jaqueline Hummel zur Unterstützung sowie für zwei Strafwürfe auf der Bank.

Leipzig spielte konzentriert und kontrollierte das Spiel. Das bewog Gästetrainer Helge Thomsen zur frühen Auszeit in der fünften Spielminute. Seine Hinweise fruchteten nicht. Der HCL zog mit einem 5:0-Lauf auf 10:7 davon. Die Abwehrarbeit der Leipzigerinnen war gut. Im Tor konnte die Zwickauerin Charley Zenner, in ihrem ersten Spiel über 60 Minuten für Leipzig, überzeugen.

Mit schnellen Ballstafetten, druckvollen Positionswechseln, mit Würfen von Außen und vor allem aus dem Rückraum setzte Leipzig dem MTV Heide zu. Wiebke Meyer spielte, nach der Bekanntgabe ihres Vereinswechsels im Sommer, wie befreit: Nach dem vierten Meyer-Treffer stand es bereits nach 19 Minuten 16:5 für die Heimmannschaft.

In der zweiten Halbzeit verwaltete Leipzig den Vorsprung souverän. Emma Gutseel gelang schließlich aus dem Rückraum ihr erstes Bundesligator. HCL-Cheftrainer Fabian Kunze betonte die überragende Mannschaftsleistung: "Wir sind überglücklich über diesen, auch in dieser Höhe, verdienten Sieg. Unser erzwungener Mix aus Zweitliga und Nachwuchs hat, mit der großartigen Unterstützung der Fans, ein Wahnsinnsspiel abgeliefert."

Er fügte hinzu: "Besonders in den ersten 20 Minuten haben wir unseren defensiven Plan genau umgesetzt und die daraus resultierenden Chancen souverän verwandelt. Auch als die Kräfte schwanden haben sich die Spielerinnen gegenseitig unterstützt. Ein großes Lob an alle unsere Mädels!"



Neben Charley Zenner überzeugten bei Leipzig Wiebke Meyer (9 Tore), Stefanie Hummel (8), Sharleen Greschner (7) und Lilli Röpcke (6). So stand Wiebke Meyer die Freude über den deutlichen Erfolg ins Gesicht geschrieben: "Das waren heute sehr besondere Umstände. Man hat von Anfang an gespürt, dass wir uns freispielen konnten, dass wir nur auf uns schauen wollten und dass die ganze Halle hinter uns stand. Es hat heute wieder richtig viel Spaß gemacht."

MTV-Trainer Helge Thomsen gratulierte dem HCL zum Sieg und zum guten Spiel: "Wir haben heute nur 30 Prozent gezeigt und sind vor allem über unsere eigenen Fehler gestolpert, ohne die Leistung des HCL zu schmälern. Die waren wirklich gut." Zudem gestand er: "Wir haben keine Zukunft in der 2. Liga. Unser Aderlass ist zu groß. Einige wollen nicht mehr, andere wollen woanders spielen."

HC Leipzig:
Anna Kröber, Charley Zenner; Jenny Emily Illge, Emma Gutseel (1), Marlene Freya Berg, Sharleen Greschner (7), Emily Glimm (2), Lotta Röpcke (3), Lilli Röpcke (6), Jaqueline Hummel (1/1), Stefanie Hummel (8), Wiebke Meyer (9), Elisabeth Eckardt
Trainer Fabian Kunze

MTV Heide:
Jula Zietz, Karen Tapkenhinrich; Katharina Fahl (1), Britt Punzius, Lisa Olf, Karina Mader (2), Nele Johanna Loitz (2), Levke Kretschmann (7/2), Marie Pfleiderer, Ivana Raickovic (6), Dana Thomsen (2), Anna Thomssen (6)
Trainer Helge Thomsen

Siebenmeter:
HCL 1/2; MTV 2/6

Strafminuten:
HCL 8; MTV 2