20.03.2022 14:17 Uhr - 2. Bundesliga - PM HSV, red

Solingen mit Arbeitssieg im "erwartet unangenehmen Spiel" gegen Harrislee

Cassandra Nanfack zeigte eine starke Leistung.Cassandra Nanfack zeigte eine starke Leistung.
Quelle: Lars Breitzke, HSV
Der HSV Solingen-Gräfrath hat erfolgreich Revanche für den abgegebenen Heimspielpunkt gegen den TSV Nord Harrislee genommen. Mit 33:30 (13:9) löste das Team von Kerstin Reckenthäler die Pflichtaufgabe und fiebert als Tabellenführer dem Spitzenspiel gegen Frisch Auf Göppingen am kommenden Samstag entgegen. Im hohen Norden waren Cassy Nanfack (9/2) und Vanessa Brandt (8/2) für den HSV erfolgreich. Stine Jansen (8/3) erwies sich bei Nord Harrislee am treffsichersten.

Die 141 Zuschauer in der Holmberghalle sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten. Während die erste Hälfte eher torarm war, gestaltete sich nach der Pause ein offener Schlagabtausch. Der HSV ging durch Carina Senel und Zissi Penz in Führung, doch Harrislee konterte und hielt Anschluss. Gegen die schnellen Gastgeberinnen zeigte die sonst zuverlässige Solinger Abwehr einige Schwächen. Torhüterin Natascha Krückemeier war es zu verdanken, dass der HSV die Führung erst einmal behaupten konnte.

Die Solinger Stammkeeperin bot nach dreiwöchiger Pause in der ersten Halbzeit eine überragende Leistung. Dennoch gingen die Gastgeberinnen durch Torjägerin Madita Jeß 6:5 in Führung (17.).

Brandt, Nanfack und Carina Senel hielten dagegen und warfen einen kleinen Vorsprung für den Gast heraus (8:11, 27.), um sich dann gleich wieder selbst in Verlegenheit zu bringen. Cassy Nanfack (27:24) und Mandy Reinarz (27:38) griffen in der Abwehr etwas zu beherzt zu und mussten auf die Strafbank. In doppelter Überzahl tankte sich Jeß durch und wurde beim Durchbruch von Senel gefoult. Die beiden Unparteiischen Sebastian und Matthias Klinke zeigten der Solinger Abwehrchefin die rote Karte.

Der Tabellenführer behauptete auch nach der Pause den Vorsprung. Zwei schnelle Tore durch Jule Polsz brachten die erste Fünf-Tore-Führung (14:19, 38.). Eine Vorentscheidung schien gefallen, aber die Mannschaft von Olaf Rogge gab sich noch lange nicht geschlagen, kam sogar durch Jane Andresen noch einmal zum Anschluss (23:24, 49.). Zu mehr reichte es nicht mehr. Die mental stärkste Solinger Spielerin, Cassy Nanfack, mobilisierte noch einmal alle Kräfte und sorgte mit vier Treffern in Folge für die Entscheidung zu Gunsten ihres Teams (25:29, 54.). Sieg Nummer 18 war eingefahren.

"Es war das erwartet unangenehme Spiel, da wir uns gegen Harrislee immer schwer tun. Unsere Deckung hat heute nicht gut funktioniert, da können wir froh sein, dass Taschi Krückemeier besonders in der ersten Halbzeit eine überragende Leistung gezeigt und einige freie Würfe pariert hat. Ein Sonderlob auch an Vanessa Brandt und natürlich Cassy Nanfack, die uns in der Schlussphase den Sieg gesichert hat", war HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler erleichtert.

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat kämpferisch alles gegeben. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und man hatte nicht das Gefühl, dass der Tabellen-Neunte gegen den Tabellenersten spielt. Spielerisch waren wir nicht schlechter", stellte der Coach der Nordfrauen, Olaf Rogge, fest. Doch er hatte auch Kritisches anzumerken: "Wir haben zu viele Passfehler gemacht und die eine oder andere Chance zu viel liegen gelassen."

TSV Nord Harrislee: Lea Tiedemann, Sophie Fasold; Matilda Pleger (4), Leonie Mettner (1), Jane Andresen (3), Marit Albers, Johanna Andresen (4), Madita Jess (5/2), Lara Fischer (3), Stine Jansen (8/3), Hanna Klingenberg, Tabea Schleemann (2).

HSV Solingen-Gräfrath: Lisa Fahnenbruck, Sena Gün; Mandy Reinarz (4), Vanessa Brandt (8/2), Cassy Nanfack (9/2), Franziska Penz (2), Merit Müller (4), Carina Senel (2), Nele Weyh (1), Luca Tesche, Jette Clauberg, Hannah Kamp, Jule Polsz (3), Lucy Jörgens.