27.02.2022 12:06 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Werder Bremen trotz "guter Einstellung" mit knapper Niederlage im Nordderby

Catharina Volquardsen steuerte zwei Tore zum Sieg des TSV Nord Harrislee beiCatharina Volquardsen steuerte zwei Tore zum Sieg des TSV Nord Harrislee bei
Quelle: speedphotos.de, Harrislee
Die Werder-Handballerinnen kassieren ohne Cheftrainer Robert Nijdam eine knappe 29:31 (15:15)-Niederlage beim TSV Nord Harrislee. Nach einem guten Start des SV Werder profitieren die "Nordfrauen" in der zweiten Halbzeit von den Fehlern der Grün-Weißen und bringen den Sieg am Ende vor 137 Zuschauer in der Holmberghalle über die Ziellinie.

Werder und vor allem Nina Engel fanden gut in die Begegnung, beim 3:1 (5.) hatte Engel alle Treffer für den SVW auf ihrem Konto verbucht, doch bereits beim 4:4 (11.) konnten die Gastgeberinnen ausgleichen. Es entwickelte sich ein munteres Spiel in der ersten Halbzeit und Harrislee profitierte dabei immer wieder von den leichten Fehlern der Bremerinnen und so geriet Werder mit 9:11 (21.) in Rückstand. "Wir wollten von Anfang an rennen und Druck machen. Dabei war es ein schmaler Grat zwischen Risiko und Wahnsinn", sagte TSV-Trainer Olaf Rogge.

Im Sechs-gegen-Sechs agierten die Werder-Handballerinnen aber gut und holten sich noch vor der Pause die Führung zurück. Mit dem Pausenpfiff treffen die Nordfrauen aber noch einmal und es geht mit einem 15:15-Unentschieden in die Halbzeitpause. In der zweiten Halbzeit profitierte Harrislee wieder von den technischen Fehlern der Bremerinnen und konnte durch einfache Treffer die Führung übernehmen. Ein 8:3-Lauf in acht Minuten bedeutete die 23:18-Führung, an der die überragende Matilda Pleger großen Anteil hatte.

Egal, ob von ihrer angestammten Position auf Rechtsaußen oder mit viel Zug und Durchsetzungsvermögen im rechten Rückraum - sie traf aus allen Lagen. "Ich war verletzt, habe mich gefreut, wieder zu spielen. Dass es so gut geklappt hat, lag an der Euphorie", sagte Matilda Pleger, die neun Treffer erzielte.

Den 18:23-Rückstand galt es für Bremen wieder aufzuholen, sie waren beim 24:25 (44.) wieder auf einen Treffer dran, doch wieder gelangen Harrislee drei einfache Treffer zum 24:28 (47.). Werder kam in der Schlussphase wieder auf zwei Treffer heran, kam aber trotz einiger Möglichkeiten nicht mehr zum Anschluss. Harrislee behielt am Ende die Nerven und die Punkte und Werder machte sich mit einer 29:31-Niederlage auf die Heimreise.

"Wir wussten, dass Bremen nur einen Rückraum hat. Auf den wollten wir in der Abwehr Druck ausüben, damit sie müde werden. In der zweiten Halbzeit hat man dann mehr und mehr gesehen, dass es so gekommen ist und so ist unser Plan, mit einer 5:1- und 6:0-Deckung, die sie vor Aufgaben gestellt hat, aufgegangen", freute sich Rogge über den Heimsieg.

"Wir haben in der Schlussphase den Anschlusstreffer nicht mehr geschafft, dann wäre vielleicht nochmal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen", so Werder-Interimstrainer Radek Lewicki. Am Ende waren es für Lewicki Kleinigkeiten die über Sieg oder Niederlage entschieden haben: "Wir standen sehr gut in der Abwehr und hatten eine gute Einstellung im gesamten Spiel, aber durch unsere eigenen Fehler kommt Harrislee zu einfachen Toren. Wir haben insgesamt ein gutes Spiel gezeigt, aber um hier zu gewinnen, muss man schon eine sehr gute Leistung abliefern."

Lewicki war über zwanzig Jahre als Trainer für den SV Werder Bremen tätig und schaffte mit den Grün-Weißen 2015 den Aufstieg in die 2. Bundesliga, zog sich aber im letzten Sommer von der Trainerbank zurück. "Ich freue mich über das Vertrauen, dass mir entgegengebracht wurde, dass ich die Mannschaft heute betreuen durfte, es hat mir viel Spaß gemacht", so der Interimstrainer.