17.11.2007 22:55 Uhr - 2. Bundesliga Süd - mak / Harry Traubenkraut

"Als Mannschaft gespielt" - Bensheim-Auerbach siegt in Weibern

5 Tore: Sandra Kleinjung5 Tore: Sandra Kleinjung
Quelle: Armin Kübelbeck
Die HSG Bensheim-Auerbach befindet sich weiter auf dem Höhenflug: Mit 28:29 (14:17) siegte die HSG beim TuS Weibern. Über weite Teile des Spiels legten die Gäste vor, erst in der Schlussphase kam Weibern wieder heran, vier Minuten vor dem Ende konnte Simone Salz ausgleichen, die Bergsträßerinnen ließen sich allerdings nicht mehr aus der Ruhe bringen und gewannen die schwere Partie. Andrea Pop (7/3) und Simone Salz (7) trafen für Weibern am meisten, Stefanie Egger (12/7), Sandra Kleinjung (5) und Annika Hermenau (4/1) trafen für die HSG am besten.

„Wir hatten eine super Abwehrleistung mit einer sehr guten Eva Giron-Timmler im Tor, die vierzig Minuten lang toll gehalten hat“, freute sich HSG-Trainerin Ildiko Barna. „Natürlich wurde es am Ende noch einmal eng, letzten Endes haben wir uns den Sieg aber verdient, weil wir zum einen als Mannschaft gespielt haben und zum anderen im Spiel meistens mit zwei, drei Toren geführt haben“, so Barna weiter.

Ihr Team war von Anfang an in Front, Stefanie Egger erzielte das erste Tor der Partie, dann blieb Bensheim-Auerbach bis Mitte der ersten Halbzeit in Führung. Weibern gab einen Strafwurf ab, trotzdem glich Simone salz zum 8:8 (15.) aus. Die Gäste hielten dagegen und gingen wieder in Vorlage, nachdem Sanja Heldrih mit einem Siebenmeter an Eva Giron Timmler scheiterte und Sandra Kleinjung zum 8:10 traf. Bis zur Pause kam Weibern nicht mehr heran.

Weiberns Defensive fand absolut keine Einstellung zum Angriffsspiel der Gäste. Dabei war dies durchaus berechenbar. Immer wieder suchte die HSG im Angriff die riesige Kreisläuferin Stefanie Egger und fand in ihr eine dankbare Abnehmerin der eigenen Zuspiele. In der Abwehr wurde schlecht verschoben, zu wenig bekämpft und das von Reuland und seinen Vertretern auf der Bank stets eingeforderte Abwehrdreieck zu selten richtig aufgebaut. Dies konnte Weibern zunächst zwar dadurch kompensieren, dass die TuS-Angreiferinnen fast immer mit einem Treffer auf eigene Unzulänglichkeiten im Defensivbereich antworteten.

Im zweiten Durchgang blieb Bensheim-Auerbach die spielbestimmende Mannschaft. Die torgefährliche Kleinjung erhöhte dreißig Sekunden nach Wiederanpfiff auf 14:18, Annika Hermenau, der Trainerin Ildiko Barna eine wiederum starke Vorstellung attestierte, traf zum 18:22 (42.). Bensheim zeigte sich gefestigt, auch eine Unterzahl – Hermenau saß draußen – erschütterte die Gäste nicht, Olga Savanyu traf zum 19:24.

„Wir hatten eine gute Quote bei den Siebenmetern, Stefanie Egger hat nur einen verworfen, Annika Hermenau beim letzten die Verantwortung übernommen – das hat Weibern mit vier verworfenen Strafwürfen nicht so gut gemacht“, sagte Ildiko Barna. Trotzdem musste die Trainerin beobachten, dass ihr Team in der Schlussphase noch einmal hart arbeiten musste. Drei Treffern in Folge brachten dem TuS durch Sylvia Strass, Inga Ethebber und Simone Salz glich den Ausgleich zum 26:26. Claudia Schückler traf zum 26:27, Andrea Pop glich erneut aus, dann trat Annika Hermenau zum Siebenmeter an. Das 27:28 der Rückraumspielerin baute Stefanie Egger zum 27:29 aus, Sylvia Strass konnte mit der Schlusssirene nur noch verkürzen.

"Zwischen unserer herausragenden Leistung in Allensbach und dem Auftritt heute lag ein deutlicher Qualitätsunterschied. Vor allem in der Abwehr, denn da haben wir jede Aggressivität vermissen lassen und das hat sich auch auf unser Spiel vorne übertragen", musste TuS-Trainer Jan Reuland, der das Spiel aufgrund einer gegen ihn verhängten Sperre von der Tribüne verfolgen musste, eingestehen. "Wir denken jetzt nur noch von Spiel zu Spiel und müssen noch mehr die jungen Spielerinnen weiter entwickeln. Wir sind in der Realität angekommen und die heißt; wir stehen in einer Übergangssaison, in der wir teilweise Lehrgeld zahlen müssen".