07.02.2022 17:49 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

"Nicht unser Tag": HSV Solingen-Gräfrath muss gegen Herrenberg die zweite Saisonniederlage hinnehmen

Laura Waldenmaier legte mit 20 Paraden den Grundstein zum Sieg.Laura Waldenmaier legte mit 20 Paraden den Grundstein zum Sieg.
Quelle: Marcel Gohlke, SV Union
Die Bundesligafrauen der SG H2Ku Herrenberg bezwangen in einem mitreißenden Spiel den Tabellenzweiten HSV Solingen-Gräfrath mit 32:29 (15:11). Der Grundstein zum Sieg der Herrenberger wurde dabei in der Abwehr gelegt, aus der Laura Waldenmaier mit 20 Paraden noch einmal herausragte. Beste Werferinnen waren Vanessa Brandt für Solingen mit 12 Treffern und Lea Neubrander für Herrenberg mit 8 Treffern.

Dezimiert traten die Solingerinnen die Fahrt nach Baden-Württemberg an. Neben den ohnehin verletzten Melina Fabisch, Jule Polsz, Luca Tesche, Lucy Jörgens und Hannah Kamp fiel auch noch kurzfristig Stammkeeperin Natascha Krückemeier aus. Herrenberg hingegen konnte aus dem Vollen schöpfen. Die hochgewachsene ungarische Nationalspielerin Anna Albek und die Niederländerin Britt van der Baan, die beide noch am Vortag für die TuS Metzingen im Einsatz waren, standen Trainer Mike Leibssle im Rahmen ihres Doppelspielrechts zur Verfügung.

Van der Baan war es auch, die das 1:0 erzielte, Cassy Nanfack glich postwendend aus. Nach dem 2:1 durch Lea Neubrander nach nicht einmal zwei Minuten dauerte es sieben weitere Minuten, bis der nächste Herrenberger Treffer zum 3:2 fiel. Die ersten zehn Minuten blieben vom Ergebnis ausgeglichen. Im Angriff zog nicht zuletzt durch die konsequente Deckungsarbeit bei den Herrenbergern nach und nach Sicherheit und vor allem Torgefahr ein. Das 8:5 durch Aylin Bok nach einer knappen Viertelstunde nötigte Gästetrainerin Kerstin Reckenthäler zur Auszeit.

Symptomatisch für das Spiel waren aber zwei weitere Treffer zum 10:5 der Kuties. Bereits in dieser Phase begann Mike Leibssle, häufig durchzuwechseln. Diese Taktik war aber nur möglich, weil sich Sulamith Klein einsatzbereit gemeldet hatte und sowohl Britt van der Baan als auch Anna Albek mit von der Partie waren. "Britt und Anna waren nicht lange im Training. Deshalb musste ich sie dosiert einsetzen", erklärte der Trainer nach Spielschluss. Was die beiden für die Mannschaft wert sind, zeigte sich nicht nur im Angriff, wo beide insgesamt zehn Treffer erzielten.

Fast noch wichtiger für das Spiel gegen den Tabellenzweiten war die Arbeit von Anna Albek im Innenblock der Abwehr. Mit ihrer Körperlichkeit brachte sie eine große Kompaktheit mit. Als Lea Neubrander fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff auf 14:8 stellte, war klar, dass heute eine Überraschung durchaus möglich ist. Mit einem 15:11 wurden schließlich die Seiten gewechselt.

Solingen stemmte sich gegen die drohende zweite Saisonniederlage, aber Herrenberg hatte immer die passende Antwort, meistens durch Waldenmaier. Lea Neubrander und Marie Beddies schraubten gemeinsam mit Anna Albek und Sarah Neubrander das Ergebnis auf 19:12 - die Überraschung nahm langsam Format an. Als Lea Neubrander zum 20:13 einnetzte (40.) war die Partie im Prinzip entschieden. In den letzten 20 Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Näher als auf drei Tore, wie beim 32:29 Endstand, kam der HSV nicht mehr ran.

"Heute war nicht unser Tag. Wahrscheinlich hätten wir noch fünf Stunden spielen können und wären nicht einmal in Führung gegangen. Herrenberg hat verdient gewonnen", zog Solingens Trainerin Kerstin Reckenthäler nach dem Match ein Resümee.

H2Ku Herrenberg:
Laura Waldenmaier, Sophia Holzner; Steffi Schöneberg (1), Marie Thiwissen (1), Sulamith Klein, Aylin Bok (4), Ronja Bühler, Maileen Seeger, Anna Albek (4), Lea Neubrander (8), Marie Beddies (3), Maxi Luber (1), Sarah Neubrander (4/3), Britt van der Baan (6).

HSV Solingen:
Lisa Fahnenbruck, Sena Gün; Mandy Reinarz (3), Vanessa Brandt (12/2), Cassy Nanfack (6/1), Franziska Penz, Merit Müller (1), Carina Senel (4), Lara Karathanassis (1), Nele Weyh (1), Lucy Jörgens (n.e.), Jette Clauberg (1).