22.01.2022 09:28 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Frisch Auf Göppingen gewinnt Spitzenspiel der 2. HBF und behauptet Tabellenführung

Die Abwehr der Frisch Auf Frauen (hier Lias Frey und Sina Ehmann) stand sicher gegen Waiblingen. Die Abwehr der Frisch Auf Frauen (hier Lias Frey und Sina Ehmann) stand sicher gegen Waiblingen.
Quelle: VfL Waiblingen/Heiko Potthoff
Vierzig Minuten lang begegneten sich der VfL Waiblingen und Frisch Auf Göppingen im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga der Frauen auf Augenhöhe. Beim Spielstand von 19:19 nach gut 40 Minuten war noch nicht absehbar, dass der Tabellenführer Frisch Auf am Ende als klarer 31:24-Sieger das Spielfeld verlassen sollte. Doch im letzten Drittel der Partie kam der VfL gegen die bärenstarke Göppinger Abwehr kaum noch zu Chancen oder scheiterte an der bestens aufgelegten Keeperin Anne Bocka.

Göppingen erwischte den besseren Start und ging mit 2:0 in Führung, während die Waiblinger Tigers in den ersten drei Angriffen noch keinen Wurf auf das gegnerische Gehäuse brachten. Doch anschließend war es das erwartete enge Spitzenspiel. Die Partie war bis zum 4:4-Zwischenstand nach exakt 13 Minuten von den starken Abwehrreihen beider Teams und sehr guten Torhüterleistungen von Celina Meißner (VfL) und Anne Bocka (Frisch Auf) geprägt.

Danach nahmen aber auch die Angriffsreihen an Fahrt auf. Bei Waiblingen fiel vor allem die Rechtsaußen Leonie Henkel mit vier Toren bei vier Wurfversuchen auf. Gleiches tat ihr die nach 17 Minuten auf Halblinks eingewechselte Mariel Wulf mit drei Knallern aus dem Rückraum und einem Gegenstoßtor nach. Der VfL hatte in der tempogeladenen und stets sehr fairen Begegnung zwischen der 21. und 25. Minute seine beste Phase und einen 4:0-Tore-Lauf.

Das 14:11 durch Rabea Pollakowski (VfL) bedeutete bis dahin die erste Drei-Tore-Führung eines Teams überhaupt. Der Gästetrainer Nico Kiener nahm nach 25 Minuten bereits die zweite Auszeit - mit Erfolg: Während die Waiblingerinnen nun wieder häufiger an Keeperin Anne Bocka scheiterten, drehte Frisch Auf mit seinem druckvollen Angriffsspiel und kompromisslosen Abschlüssen den 12:15-Rückstand in die knappe 16:15-Halbzeitführung.

Die unermüdliche Waiblinger Spielgestalterin Sinah Hagen und Rabea Pollakowski holten mit ihren beiden Treffern nach dem Seitenwechsel die Führung für den VfL zurück. Ein erster Knackpunkt der Partie war der erste vergebene Strafwurf des Gastgebers: Statt dem 19:17 für Waiblingen glich Göppingens beste Torschützin Michaela Hrbkova (8 Treffer) im Gegenzug zum 18:18 aus.

Entscheidend für den weiteren Spielverlauf sollte sich jedoch die Göppinger Abwehr mit der weiterhin glänzend disponierten Keeperin Bocka herausstellen. Die Tigers fanden gegen das Frisch Auf-Bollwerk nun kaum noch Mittel und Weg, bissen sich mehr und mehr in der Defensive fest. Auf der Gegenseite konnte Celina Meißner nicht mehr an ihre tolle Leistung aus der ersten Halbzeit anknüpfen, der Wechsel auf Svenja Wunsch eine Viertelstunde vor Schluss brachte keinen entscheidenden Impuls mehr. Einmal noch hätte es eng werden können, doch der VfL ließ beim Stand von 20:23 eine weitere Strafwurfchance ungenutzt.

Der Gastgeber kämpfte, doch die Zuversicht schwand zusehends, während bei Göppingen nun fast alles lief. Acht Minuten vor dem Schlusspfiff der gut leitenden Schiedsrichter Fabian Dietz und Tobias Biehler netzte die Ex-Waiblingerin Louisa de Bellis zum 26:21 ein - die Partie war für Waiblingen gelaufen. Am Ende verließ Göppingen als verdienter Derby-Sieger das Spielfeld, wenngleich das Ergebnis vielleicht um zwei, drei Tore zu hoch aus viel.