16.01.2022 09:58 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Ganz starke Teamleistung": Metzingen feiert Auswärtssieg in Blomberg

Metzingen setzte sich gegen Blomberg durch.Metzingen setzte sich gegen Blomberg durch.
Quelle: HSG Blomberg-Lippe
TuS Metzingen konnte auch die dritte Partie im Jahr 2022 für sich entscheiden. Bei der HSG Blomberg-Lippe überzeugten die "Tussies" beim 30:36 (13:19)-Sieg vor allem im Angriff. "Dieser Sieg bedeutet uns sehr viel, nachdem wir im Oktober zwei Mal gegen Blomberg verloren hatten", erklärte Edina Rott nach der Partie. "Wir haben vor heimischen Publikum 36 Gegentore kassiert. Das darf uns schlicht und einfach nicht passieren - auch gegen ein so starkes Team wie Metzingen nicht", versuchte HSG-Trainer Steffen Birkner nach Spielende nicht, seine große Enttäuschung zu verbergen.

Die Partie in Blomberg war das zwölfte Saisonspiel für TuS Metzingen. Für Blomberg erst die Achte. Das zeigt, wie sehr die Pandemie aktuell den Spielplan beeinflusst. Seit Ende November hatte die HSG kein Pflichtspiel mehr bestritten, entsprechend schwerfällig verlief der Start der Heimmannschaft in die Partie.

Metzingen hingegen schien direkt voll da, führte schnell 0:2 und übernahm sofort das Zepter. Doch nach den anfänglichen Schwierigkeiten fanden die Lippeländerinnen immer besser zu ihrem Spiel und sowie die Lücken in der pinken Abwehr. Beim 7:6 führte das Heim-Team erstmalig und schaffte damit eine erste Wende. Völlig unbeeindruckt davon drehten die Tussies mit einem eigenen 0:4-Lauf die Partie wieder zurück und führten ihrerseits 7:10.

Coach Steffen Birkner versuchte mit einer Auszeit gegenzusteuern, aber es half nichts, die Tussies kamen nun richtig ins Rollen, verteidigten dazu sehr gut zusammen mit einer starken Nicole Roth im Tor. Bis zu acht Tore betrug die Führung zwischenzeitlich und mit einem 13:19 ging es schlussendlich in die Pause. "Metzingen war in der ersten Halbzeit deutlich wacher, hat die Zweikämpfe viel besser angenommen. Wir haben hingegen viel zu passiv verteidigt und im Angriff zu viele unvorbereitete Würfe genommen", ließ Birkner den ersten Spielabschnitt Revue passieren. Entsprechend hoch fiel mit 13:19 der Halbzeitstand aus Sicht der Blombergerinnen aus.

Offensiv immer eine Lösung gefunden




Im Vergleich zur ersten Halbzeit konnte das Team von Edina Rott nach der Pause nicht mehr ganz so konsequent verteidigen, wie vor der Unterbrechung. Die Partie verkam mehr zu einem offensiven Schlagabtausch, bei dem Tussies immer eine Antwort auf die Abwehrvarianten des Gegners fanden. Egal ob 6:0, 5:1, 4:2 oder zum Schluss Manndeckung, Steffen Birkner versuchte alles um den Offensivfluss zu stoppen, doch die Ermstälerinnen blieben geduldig, spielten die Chance raus und trafen von allen Positionen.

War die Mitte zu, wurde auf Außen abgeräumt. Wurde breiter verteidigt, dann wurden die Lücken in der Mitte genutzt oder der Kreis gefunden. Alle sechs Starterinnen der Gäste trafen 4-fach oder öfter. Dazu kam Nicole Roth auf 16 Paraden (40%). Das war einfach zu viel, um den Rückstand aus der Pause zu drehen. Denn obwohl Blomberg in der zweiten Halbzeit ein Unentschieden erreichte, konnten sie zu keiner Zeit der Partie das Blatt noch mal wenden. Steffen Birkner hielt nach der Partie fest, 36 Gegentore sind einfach zu viel und die Tussies bestätigen mit diesem wichtigen Auswärtserfolg beim direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze den Aufwärtstrend im neuen Jahr.

"Klar war es für uns schwer nach acht Wochen ohne Wettkampf direkt gegen eins der Topteams der Handball Bundesliga Frauen zu starten. Diese Leistung gilt es jetzt trotzdem zu besprechen und zu analysieren. Die kommende Trainingswoche wird keine angenehme für meine Spielerinnen. Dafür hat mir heute leider in der ein oder anderen Situation der letzte Wille gefehlt, sich mit allen Mitteln gegen diese Niederlage zu stemmen", äußerte sich Birkner nach dem Spiel unzufrieden, erkannte jedoch auch den starken Auftritt der Gäste an: "Metzingen ist mit viel Wut und Willen im Bauch angereist und hat die richtigen Schlüsse aus den beiden European League-Spielen gezogen. Sie gehen heute völlig verdient als Sieger vom Feld."

"Zunächst mal bin ich erleichtert und glücklich. Dieser Sieg bedeutet uns sehr viel, nachdem wir im Oktober zwei Mal gegen Blomberg verloren hatten. Wir haben heute auf einem höheren Niveau agiert als damals und steigern uns zurzeit Woche für Woche. Wir wussten, dass Blomberg aus der Quarantäne kommt und wollten von Beginn an alles reinwerfen. Wir haben dann schnell gemerkt, dass wir hier heute punkten können, das hat uns zusätzlich angetrieben. Ich bin sehr stolz, dass meine Mannschaft heute zeigen konnte, was in ihr steckt", erklärte Edina Rott im Anschluss an die Partie.

"Das war heute eine ganz starke Teamleistung. Wir waren von allen Positionen torgefährlich und haben dazu auch sehr effizient getroffen. In der Abwehr hatten wir sicherlich auch nicht so gute Phasen, aber dann war auch immer wieder Nicole zur Stelle und hat für uns pariert. Wir hatten sehr viele gute Einzelleistungen und das war in der Summe, als Team, sicherlich der Schlüssel zum Erfolg", analysierte Maren Weigel.

Auch Madeleine Östlund zeigte sich zufrieden: "Ein ganz wichtiger Sieg für uns und eine gute Revanche für die EHF-Spiele. Wir haben erneut vorne über 30 Tore erzielt, das ist sicherlich aktuell eine Stärke von uns. 30 Gegentore sind dagegen eigentlich zu viel, wobei ich nie das Gefühl hatte, dass wir die Kontrolle über das Spiel verlieren."

HSG Blomberg-Lippe: Andresen, Veith (beide Tor) - Rüffieux (4), Kynast, Rajes (2), Wenzel (1), Kordovska (2), Hertha (2), Reiche (1), van Wingerden(1), Petterson (8), Hartstock, Michalczik (8/2), Murer (1)

TuS Metzingen: Roth, Nilsson (beide Tor) - Kalf (7/3), Pandza (7), Degenhardt (1), Albek, Östlund (4), Juuhl Svensson (2), Weigel (5), van der Baan, Hübner (1), Symanzik, Brøns Petersen (4), Nocun (5)