09.01.2022 14:23 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

ESV 1927 Regensburg festigt vierten Tabellenplatz mit Sieg bei Mainz 05

Regensburg setzte sich in Mainz durchRegensburg setzte sich in Mainz durch
Quelle: Handball Mainz 05
Die Zweitliga-Handballerinnen des ESV 1927 Regensburg bleiben auswärts eine Macht: Der 30:28-(15:14)-Sieg am Samstagabend bei Bundesliga-Absteiger 1. FSV Mainz 05 war bereits der sechste Erfolg in der Fremde in Serie. Durch den Sieg bauten die Bunkerladies ihr Punktekonto auf 19:9 aus und verteidigten den vierten Tabellenplatz.

Trainer Csaba Szücs stand für das Geisterspiel bis auf die Langzeitverletzten Sophia Peter und Anika Bissel der komplette Kader zur Verfügung. Die Regensburger starteten mit viel Elan in die erste Partie des neuen Handballjahrs: Dass Johanna Brennauer den ersten Siebenmeter gleich verwandeln konnte, verlieh Sicherheit.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem der ESV leichte Feldvorteile hatte. Das Konterspiel funktionierte besser als zuletzt, Hauptabnehmer der Pässe von Natalia Krupa waren Brennauer und Rechtsaußen Nicole Schiegerl. Mainz ließ sich jedoch nicht abschütteln und war über Rückraumwürfe, Durchbrüche und gute Kreisaktionen immer gefährlich. Regensburg konnte mit einer 15:14-Führung und einem guten Gefühl in die Halbzeitpause gehen.

Nach dem Seitenwechsel verloren die Gäste kurz den Fokus, Mainz nutzte die Gunst der Stunde zu einer 19:17-Führung in der 38. Minute. ESV-Coach Szücs griff zur Time-out-Karte und stellte sein Team neu ein. Tenor: Runterkommen und ruhig bleiben, es ist noch genügend Zeit. Die kompakte Mainzer Deckung muss aber wieder mehr in Bewegung gebracht werden.

Dies alles setzten die Spielerinnen auch gut um. Der hervorragende konditionelle Zustand in Kombination mit Wechselmöglichkeiten verlieh den Gästen die Möglichkeit, das Tempo über 60 Minuten hochzuhalten und Mainz fortwährend unter Druck zu setzen. Ein von Norá Mestyán parierter Siebenmeter versetzte den ESV durch einen Doppelschlag von Nicole Schiegerl und Julia Drachsler in die Lage, beim 22:21 wieder selbst in Front zu liegen.

Den knappen Vorsprung konnte Regensburg bis zur 55. Minuten verteidigen. In seiner dritten und letzten Auszeit sagte Szücs eine Kombination an, die Carina Vetter spektakulär von Rechtsaußen zur ersten Zwei-Tore-Führung (24:26) nach langer Zeit veredeln konnte. In der Schlussphase wandelten die Bunkerladies die kalte Hallenluft in eiskalte Abschlüsse um. Das letzte FSV-Mittel, offene Manndeckung, brachte Mainz keine Ballgewinne, sondern das vorentscheidende 30:27 durch die überragende zehnfache Torschützin Nicole Schiegerl ein. Das 28:30 war dann nur noch Ergebniskosmetik.

Dynamites-Trainer Florian Bauer gratulierte fair zum Sieg. "Das Spiel war auf Messers Schneide. Letztlich hat die Mannschaft gewonnen, die weniger technische Fehler gemacht und den kühleren Kopf in der heißen Phase bewahrt hat", so Bauer, der sich aber auch enttäuscht über die eigene Leistung seines Teams war: "Klar haben wir uns das anders vorgestellt. Wir halten uns einfach nicht an das, was wir uns vornehmen, an unsere Absprachen. Es sind dann oft Kleinigkeiten, der Kopf spielt dann nicht mehr mit. Das war auch heute wieder so - wir werfen zu viele Bälle leichtfertig weg, keine übernimmt dann entsprechend Verantwortung."

Sein Kollege Csaba Szücs hatte das "erwartet schwere Spiel" erlebt und war erleichtert, dass seine junge Mannschaft dem routinierteren Gegner erfolgreich die Stirn geboten hatte. "Das erste Spiel nach einer Pause ist immer nicht einfach, da man nicht weiß, wo man steht. Ein Sieg ist daher doppelt wertvoll. Die Mädels haben das heute wieder super gemacht", freute sich Szücs über die Zähler 18 und 19 von 28 möglichen. "Ich denke, wir haben zwei gleichstarke Mannschaften gesehen denen man angemerkt hat, dass sie ein paar Wochen nicht gespielt haben. Wir haben am Ende dann die Nerven besser behalten und unsere Chancen besser rausgespielt. Trotzdem waren auch bei uns einige Phasen nicht so, wie gewohnt", so der ESV-Coach weiter. Ein Sonderlob erhielt die Flügelzange Nicole Schiegerl/Johanna Brennauer, die zusammen 18 Tore beigesteuert und viel Verantwortung übernommen hatte.