14.11.2007 22:00 Uhr - 1. Bundesliga - Christian Stein und PM Leverkusen

Leverkusener Elfen übernehmen mit 34:22 über Ketsch die Tabellenführung

Anne Krüger traf an ihrem Geburtstag dreimalAnne Krüger traf an ihrem Geburtstag dreimal
Quelle: blogzens.de
Renate Wolf hat in ihrer Trainerkarriere bei Bayer Leverkusen schon viel erlebt, aber auf Platz 1 der Tabelle hat sie sich in den zwölf Jahren noch nie wieder gefunden. Verantwortlich für diese unverhoffte Tabellenführung war zum einen der Ausrutscher von Spitzenreiter Nürnberg, der gegen den Frankfurter HC nicht über ein 34:34 Unentschieden hinauskam, aber zum anderen auch ihre Mannschaft, die die Pflichtaufgabe gegen die TSG Ketsch auch ohne Trainingseinheit nach der beschwerlichen Rückreise aus Wolgograd souverän meisterte und sich mit 34:22 (15:11) durchsetzte.

Zu Beginn taten sich die Rheinländerinnen noch schwer. Vor allem im Positionsangriff haperte es noch, doch bei Ketsch wiegte der Ausfall von Rückraumschützin Maike Brückmann schwer und so setzte sich Leverkusen durch ihr Tempospiel nach drei Toren in Folge auf 7:4 (12.) ab.

Die Badenerinnen blieben aber dank einer gut aufgelegten Daniela Treinzen im Tor in Schlagdistanz und hielten den Anschluss. Durch individuelle Fehler konnte Bayer den Vorsprung aber kontinuierlich ausbauen und so wurden beim Stand von 15:11 die Seiten gewechselt.

Im zweiten Spielabschnitt gab es von Beginn an keine Lücke in der Leverkusener Deckung und es dauerte sieben Minuten, ehe Julia Löbich per Strafwurf den ersten Gästetreffer zum 18:12 erzielen konnte. Danach entwickelte sich ein temporeiches Spiel, indem die Rheinländerinnen ihre Führung zunächst problemlos behaupten konnten. Als jedoch Elisabeth Garcia-Almendaris offensiv gegen Bayer-Spielgestalterin Heike Ahlgrimm verteidigte, kam die Angriffsmaschinerie für kurze Zeit ins Stocken und Ketsch kam wieder auf vier Tore heran (21:17).

Die Rheinländerinnen überbrückten diese Schwächephase jedoch recht schnell und dominierten fortan das Geschehen. Mit einem Lauf von 10:1 absolvierten sie die folgenden zehn Minuten, so dass beim Stand von 31:18 (54.) die Partie längst entschieden war.

Schon ein paar Minuten vor dem Abpfiff sickerte das Endergebnis aus Nürnberg durch (34:34 gegen Frankfurt/Oder) und von den Rängen schallte es „Spitzenreiter, Spitzenreiter“. Am 12. Spieltag übernehmen die Elfen die Tabellenführung in der Handball-Bundesliga. "Es war heute ein besonderes Spiel. Zum einen weil wir Revanche wollten und zum anderen weil wir gestern erst aus Russland zurückgekommen sind. Meine Mädels mussten den inneren Schweinehund überwinden und haben das in der zweiten Halbzeit zu meiner Zufriedenheit gemacht", freute sich Renate Wolf über den Sieg.