20.12.2021 13:03 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

"Unentschieden wäre das gerechte Ergebnis gewesen": Harrislee mit knapper Niederlage gegen HC Leipzig

Lotta Röpcke und Leipzig setzten sich knapp durchLotta Röpcke und Leipzig setzten sich knapp durch
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"Es tut mir so leid für meine Mannschaft. Sie hat in der zweiten Halbzeit großartig gekämpft. Aber so ist der Sport", sagte Olaf Rogge. Der Trainer des TSV Nord Harrislee kämpfte nach dem Abpfiff der Zweitligapartie gegen den HC Leipzig mit seinen Emotionen. Seine Handballerinnen hatten nach desolaten ersten 30 Minuten und einer großen Aufholjagd mit dem 27:29 (11:17) gegen die Gäste aus Sachsen einen möglichen Punktgewinn verpasst.

Ohne acht, dafür mit nur neun Stamm- und fünf Spielerinnen aus dem Juniorinnenteam, die coronabedingt schon lange kein Spiel in der Oberliga bestreiten konnten, startete der HC Leipzig ins Auswärtsspiel in Norddeutschland.

Bis zum 7:8 (17.) lief es für die Nordfrauen zäh, aber noch akzeptabel. Dann brachen fast alle Dämme. Viele Ballverluste und vergebene Chancen der Gastgeberinnen ließen Leipzig davonziehen. Nach dem Wechsel zeigten die Harrisleerinen ihr Kämpferherz und setzten zur Aufholjagd an.

Mit einer überragenden Torhüterin Sophie Fasold (17 Paraden, davon vier bei Siebenmetern) im Rücken agierte die Deckung immer stärker. Auch im Angriff wurde nun durchdachter gespielt und der Abschluss konsequenter gesucht. Nach 41 Minuten hatte Nord den Rückstand wettgemacht und ging selbst mit 21:20 in Führung.

Es folgte ein offener Schlagabtausch. Es ging Tor um Tor, der Hallensprecher in der Holmberghalle kam mit der Ansage der Treffer kam kaum hinterher. "Lasst mich doch mal ausreden", war sein lachender Kommentar Mitte des zweiten Durchgangs. Er war, wie die 265 Fans in der Holmberghalle und eine Kolonie Leipziger Fans, im Bann der Spannung mitgefangen. Die Führung wechselte mehrfach und am Ende entschied das Glück für den HC Leipzig. Kreisläuferin Sharleen Greschner angelte einen Abpraller und bugsierte den Ball zum 27:28 ins Netz.

Harrislee verblieben zwölf Sekunden. Doch im Gegenangriff wurde Nord-Rechtsaußen Matilda Pleger das umjubelte 28:28 wegen Eintritt in den Wurfkreis aberkannt. "Das Unentschieden wäre das gerechte Ergebnis für das gesamte Spiel gewesen. Wir haben in der ersten Halbzeit einfach zu viele Fehler gemacht. Aber es gab auch positive Ansätze", so Olaf Rogge. Leipzigs Torhüterin Annabell Krüger, die in der Schlussphase wieder wichtige Bälle hielt, machte mit ihrem Treffer zum 27:29-Endstand den Deckel drauf.

TSV Nord Harrislee: Fasold (17/4 Paraden), Tiedemann
Volquardsen (3), Pleger (3), Jane Andresen (5), Lauf (3), Albers, Johanna Andresen (2), Groht (2), Jeß (7/2), Fischer, Jansen (1), Schleemann (1)

HC Leipzig: Krüger (1 Tor, 7/1 Paraden), Vogt
Uhlmann (6/2), Seidel (3/1), Illge, Ockernahl, Müller, Gühlcke, Greschner (4), Glimm (3), Bessert (2), Röpcke (3), Meyer (7)

Schiedsrichter: Arndt/Westphal (Gommern/Berlin)
Zuschauer: 265