05.12.2021 16:53 Uhr - Weltmeisterschaft - dpa

Deutsche Handballerinnen heiß auf Ungarn: "Werden voll auf Sieg spielen"

Emily Bölk kennt die Ungarinnen bestens.Emily Bölk kennt die Ungarinnen bestens.
Quelle: Marco Wolf / Wolf-Sportfoto
Die deutschen Handball-Frauen sind mit zwei deutlichen Siegen optimal in die Weltmeisterschaft gestartet. Doch die schweren Gegner kommen erst noch. Schon am Montag im Gruppen-Endspiel gegen Ungarn wartet ein anderes Kaliber auf die deutsche Mannschaft.

In bester Laune schworen sich die deutschen Handballerinnen nach dem Express-Einzug in die WM-Hauptrunde auf den Kampf um den Gruppensieg gegen Ungarn ein. Nach dem überzeugenden 36:22-Sieg gegen die Slowakei reicht der DHB-Auswahl an diesem Montag (20.30 Uhr/Sportdeutschland.tv) im letzten Vorrundenspiel bereits ein Remis für den ersten Platz in der Gruppe E - doch damit wollen sich Bundestrainer Henk Groener und seine bisher gut aufgelegten Schützlinge nicht begnügen. "Wir werden voll auf Sieg spielen. Das wird richtig wichtig, wenn wir schon Richtung Viertelfinale weiterdenken. Unser Ehrgeiz ist unglaublich groß", sagte Groener.

Am Sonntag stand für die Mannschaft im WM-Quartier in Valencia eine ausgiebige Regeneration und ein ausführliches Videostudium auf dem Programm. Zeit für einen Ausflug ans Meer blieb da nicht. Der Fokus liegt ausschließlich auf dem Gruppen-Endspiel. "Wir sind auf einem richtig guten Weg und heiß auf Ungarn. Das ist ein Highlightspiel. Wir wollen mit der vollen Punktzahl in die Hauptrunde gehen", sagte Linksaußen Antje Lauenroth. Und Rückraumspielerin Julia Maidhof verkündete: "Wir gehen mit einem guten Gefühl in das Spiel und dem Wissen, dass wir sie schlagen können."

Der starke Auftritt gegen die chancenlosen Slowakinnen diente als weiterer Mutmacher für den Verlauf des Turniers, in dem es für die deutsche Mannschaft weit gehen soll. "Es hat viel Spaß gemacht zuzuschauen", lobte der Bundestrainer und resümierte: "Zwei Spiele, zwei Siege - da kann man zufrieden sein. Wir haben beide Partien souverän gewonnen und eine Tordifferenz von plus 24. Damit war nicht zu rechnen. Es freut mich, dass die Mannschaft das umsetzen konnte, was wir uns erhofft hatten."

Groener weiß aber auch, dass der erste richtige Gradmesser jetzt erst bevorsteht. "Mit Ungarn erwartet uns eine andere Ebene von Gegner", warnte der 61 Jahre alte Niederländer vor zu viel Euphorie. "Wir müssen aufpassen, dass die Freude nicht zu groß wird, sonst verliert man die Spannung und den Fokus."

Dennoch: das DHB-Team wirkt bei der Endrunde in Spanien bisher sehr entschlossen und vor allem ausgeglichener besetzt als bei den zurückliegenden Turnieren. Wie schon zum Auftakt im Duell mit Tschechien (31:21) gab Groener am Samstagabend auch gegen die Slowakei allen Spielerinnen Einsatzzeiten - ohne dass es zu einem Bruch im deutschen Spiel kam. "Bei solch einem langen Turnier ist es wichtig, die Kräfte zu verteilen. Das war in den vergangenen Jahren nicht in diesem Maße der Fall", sagte Emily Bölk.

Die 23 Jahre alte Rückraumspielerin kennt den nächsten Gegner bestens, spielt sie doch gemeinsam mit Alicia Stolle seit mehr als einem Jahr beim ungarischen Meister Ferencvaros Budapest. Das dort erworbene Insiderwissen wollen die DHB-Frauen nutzen. "Es gibt immer interne Dinge aus der Liga, die beide mit- und einbringen", verriet Groener.

Beflügeln soll die deutsche Mannschaft auch ein Blick zurück. Bei der EM im Vorjahr gelang gegen Ungarn ein 32:25-Erfolg. "Wir haben gute Erinnerungen daran und schauen natürlich, was damals gut funktioniert hat", berichtete Maidhof. Das soll auch am Montag so sein, damit die DHB-Frauen wieder jubeln können.