05.12.2021 12:34 Uhr - 2. Bundesliga - PM VfL, red

Waiblingen bezwingt Kurpfalz Bären: "Stolz, wie das Team den Sieg nach Hause gebracht hat"

Starker Rückhalt: Celina Meißner im Tor des VfL Waiblingen.Starker Rückhalt: Celina Meißner im Tor des VfL Waiblingen.
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
Die Tigers aus Waiblingen sind weiterhin Tabellenführer in der 2. Liga. In einer Partie mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten bezwang der VfL den Erstligaabsteiger Kurpfalz Bären am Ende mit 34:30 Toren (18:12).

Vom Anpfiff weg starteten die Waiblingerinnen und die Gäste aus Ketsch mit Vollgas in die Begegnung. Die Kurpfalz Bären standen wie erwartet mit einer sehr offensiven 5:1- oder 4:2-Ausrichtung in der Abwehr. Der VfL fand dagegen mit viel Übersicht und konsequentem Tempospiel jedoch immer wieder die richtigen Lösungen.

Während die Gäste mehrmals an VfL-Keeperin Celina Meißner scheiterten, war der VfL treffsicherer: Nach gerade mal sechs Minuten stand es schon 5:2 für den VfL, allein die wieder genesene Rabea Pollakowski hatte bis dahin schon drei Mal eingenetzt. Im Waiblinger Rückraum bewies vor allem Caren Hammer Durchsetzungsvermögen und Spielübersicht. Entweder tankte sich die Mannschaftskapitänin selbst durch oder brachte noch den finalen Pass an den Kreis oder auf Außen.

Im Angriff der Kurpfalz Bären ragte Lara Eckert als Torschützin aus dem linken Rückraum und als Passgeberin auf die treffsichere Rechtsaußen Sophia Sommerrock heraus. Mit dem hohen Tempo im Spiel häuften sich im weiteren Verlauf beidseits allerdings auch die Fehlerquoten. Doch Waiblingen behauptete bis zum 13:10 die Drei-Tore-Führung.

Nach dem Dreifach-Wechsel durch VfL-Trainer Thomas Zeitz - im Angriff spielten nun Alina Ridder, Jule Schraml und Mariel Wulf - baute der Gastgeber seine Führung bis zum Abpfiff einer tempogeladenen und sehenswerten ersten Halbzeit sogar noch auf 18:12 aus.

Im zweiten Durchgang schienen sich die Waiblingen Tigers binnen kurzer Zeit kopflos und verschlafen um die Früchte ihrer Arbeit aus den ersten 30 Minuten zu bringen. Vier Bären-Treffer in Folge zum 16:18 veranlassten Thomas Zeitz nach weniger als dreieinhalb Minuten zur Auszeit. Es war jetzt ein völlig anderes Spiel. Die Gästetrainerin Franziska Steil hatte wohl in der Kabine die richtigen Worte gefunden.

Ihr Team agierte nun in der Abwehr deutlich aggressiver. Aus dem Positionsspiel heraus tat sich der VfL daher sehr schwer, das Waiblinger Tempogegenstoßspiel kam aufgrund der Bissigkeit der Gäste hinten und der besseren Treffsicherheit vorne kaum noch zum Tragen. Zwei schöne Heber von Alina Ridder sorgten in der 40. Minute zwar wieder für einen größeren Vorsprung der Waiblingerinnen (23:18). Doch keine sieben Minuten später hatten die Kurpfalz Bären den Anschlusstreffer erzielt (23:24).

Dass die Partie dann aber doch nicht zugunsten der Kurpfälzerinnen kippte, hatte mehrere Ursachen: Die Gäste streuten immer wieder einfache Fehler ein, die für Celina Meißner ins Waiblinger Tor eingewechselte Svenja Wunsch hielt einige Bälle und in ein, zwei Situationen stand dem VfL das Glück kräftig zur Seite.

Den größten Unterschied in der Schlussphase machte jedoch Samira Brand: Die Waiblinger Rückraumspielerin drehte gegen ihren Ex-Verein nun mächtig auf und traf innerhalb von nur acht Minuten gleich fünf Mal ins Gästetor. Dennoch blieb es bis zur 56. Minute und dem 30:28-Spielstand noch eng. Am Ende machten die sechsfache Torschützin Vanessa Nagler und Leonie Henkel mit ihrem vierten Treffer dann aber endgültig den Deckel auf den Waiblinger 34:30-Erfolg drauf.

Der Waiblinger Trainer Thomas Zeitz freute sich über die gute erste Halbzeit und den Sieg, war aber mit der ersten Hälfte des zweiten Durchgangs, deutlich sicht- und hörbar, nicht zufrieden. "Da haben wir uns den Schneid abkaufen lassen und sind in der Abwehr, die ja eigentlich unsere Bank ist, nicht mehr konsequent gewesen." Der Coach vermisste in dieser Phase Körpersprache und Aggressivität. "Dafür bin ich jedoch wiederum stolz darauf, wie das Team den Sieg dann doch nach Hause gebracht hat. 34 Tore gegen Ketsch sind ja nun nicht ohne."

VfL Waiblingen: Meißner, Wunsch; Sabljak, Nagler (6/2), Schraml (2), Hagen, Klingler, Brand (6), Hammer (3), Wulf (1), Bergfeld (3), Henkel (3), Ridder (2), Jäger (2), Pollakowski (6/2).

Kurpfalz Bären: Wiethoff, Longo; Michels (1), Hinzmann (4), Feiniler (2), Haupt, Torras Parera (1) Sommerrock (6), Marmodee, Reuthal (4/1), Engelhardt (3), Eckardt (9), Grossel.