03.12.2021 10:00 Uhr - Weltmeisterschaft - Eric Dobias, dpa, HP DHB und red

"Wir haben das gut durchgezogen" - DHB-Frauen nach WM-Auftaktsieg zufrieden

Die DHB-Frauen posieren für das SiegerfotoDie DHB-Frauen posieren für das Siegerfoto
Quelle: Marco Wolf
Deutschlands Handball-Frauen lagen sich nach ihrem Turbo-Start in die Weltmeisterschaft jubelnd in den Armen und posierten freudestrahlend für ein Siegerfoto. Mit dem ungefährdeten 31:21 (17:10) gegen Tschechien feierte die DHB-Auswahl in ihrem ersten Vorrundenspiel das erhoffte Erfolgserlebnis und nahm sofort Kurs auf die Hauptrunde. "Das war ein Auftakt nach Maß", sagte Bundestrainer Henk Groener nach der starken Vorstellung am Donnerstagabend vor rund 500 Zuschauern im spanischen Llíria. "Mit einem Zehn-Tore-Sieg zum Auftakt kann man vollauf zufrieden sein."

"Wir sind sehr glücklich über den gelungenen Turnierstart. Es ist immer sehr aufregend, wenn es losgeht. Dass es so deutlich wird, ist schon eine kleine Überraschung", sagte Kapitänin Emily Bölk und fügte hinzu: "Wir haben das gut durchgezogen und 50 Minuten lang einen guten Handball gespielt. Jetzt sehen wir zu, dass wir in den nächsten Spielen die etwas unkonzentrierteren zehn Minuten ausblenden."

Nach einer ausgeglichenen Startphase bekam die deutsche Mannschaft das Spiel schnell in den Griff und setzte sich beim 7:4 (13.) erstmals auf drei Tore ab. Basis dafür war eine aggressive Abwehr mit einer gut aufgelegten Torfrau Dinah Eckerle dahinter. "Wir haben von Beginn an die Abwehr gut zugehabt", lobte Groener.

In der Offensive wurde viel Druck aus dem Rückraum ausgeübt und vornehmlich der Abschluss vom Kreis gesucht. Das erwies sich als sehr effizient. Lohn der guten Vorstellung war eine Sechs-Tore-Führung beim 12:6 (23.), die zwischenzeitlich sogar auf acht Treffer (16:8) ausgebaut wurde - mit einem 17:10 ging es in die Kabinen.

Groener verfolgte den Auftritt seiner Schützlinge an der Seitenlinie mit zufriedener Miene. In der Schlussphase der ersten Halbzeit konnte sich der 61 Jahre alte Niederländer sogar den Luxus erlauben, dem Rückraum-Trio mit Emily Bölk, Grijseels und Maidhof gleichzeitig eine Verschnaufpause zu gönnen.

Nach der Pause wechselte der Bundestrainer weiter durch. Ins Tor rückte Katharina Filter, die wie zuvor Eckerle mit einigen Paraden glänzte. Auch im Angriff gab es keinen Bruch, obwohl die erste Formation nun komplett auf der Bank saß. Im Gegenteil: Beim 24:12 (39.) betrug der Vorsprung sogar zwölf Tore.

Bundestrainer zufrieden


Im Vorgefühl des sicheren Sieges leistete sich das DHB-Team dann jedoch einige Schwächen, so dass die Tschechinnen den Rückstand beim 25:18 auf sieben Tore verkürzten. "In dieser Phase war der Fokus etwas weg", übte Groener leise Kritik auf hohem Niveau. "Da war der Abstand aber bereits groß genug und die letzten Minuten hatten wir wieder im Griff", so der Bundestrainer, der sein Team mit einer Auszeit wachrüttelte.

"Ich bin mit der defensiven Leistung meines Teams sehr zufrieden. Dass es so gut funktioniert hat freut mich besonders, weil wir nicht viel Zeit hatten, uns in dieser Formation einzuspielen", erklärte der Bundestrainer in seinem Fazit auf der Homepage des DHB.

Die Deckung lobte auch Dinah Eckerle: "Gerade als Torfrau hat mir das Spiel eine sehr große Freude gemacht. Es ist als Torhüterin immer schön, wenn die Abwehr so arbeitet wie heute - fokussiert, aggressiv, in die Zweikämpfe rein. Die Tschechinnen hatten da wirklich kaum Platz für ordentliche Torchancen. Dementsprechend hoffe ich, dass wir so weitermachen."

Henk Groener führte unterdessen aus: "Der Start des Spiels war ausgeglichen, bevor wir den Abstand auf Tschechien dann am Ende der ersten Halbzeit herstellen und vergrößern konnten. Den Tschechinnen muss man ein Kompliment dazu aussprechen, dass sie nie aufgegeben und immer gekämpft haben. Es freut mich, dass unser Team sich davon aber nicht beirren lassen hat und gegen Ende der Partie die Leistung nochmal steigern konnte."

"Genauso weitermachen"


Nach dem finalen Siebenmeter von Marlene Zapf stand beim 31:21 am Ende sogar wieder eine Zehn-Tore-Führung auf der Anzeigetafel. Beste Werferinnen im deutschen Team waren mit jeweils vier Toren Julia Maidhof und Alina Grijseels, die begleitet vom Applaus ihrer Mitspielerinnen nach dem Abpfiff als beste Spielerin geehrt wurde.

Weitere Vorrundengegner der DHB-Auswahl in der Gruppe E sind die Slowakei am Samstag und Ungarn am kommenden Montag. Die besten Drei kommen in die Hauptrunde, die gegeneinander erzielten Ergebnisse werden mitgenommen. "Gegen die Slowakei müssen wir von vorne weg das Spiel dominieren und gut in die ersten Minuten starten", blickte Emily Bölk auf die nächste Aufgabe.

"Es ist top, dass alle Spielerinnen in diesem Spiel schon zum Einsatz gekommen sind", erklärte Dinah Eckerle und fügte an: "Im ersten Spiel konnte jede die Anfangsnervosität vielleicht etwas ablegen. Auch für unsere Debütantinnen ist es im ersten Turnier immer gut, wenn man wirklich reinkommt. Alle haben auch direkt geliefert, was wirklich super ist. Da können wir anknüpfen und genauso weitermachen." Die Torfrau lobt zudem die Stimmung: "Von Anfang an, seit wir hier in der Vorbereitung gestartet sind, ist eine super Stimmung im Team."

IHF Youtube: Video-Highlights Deutschland - Tschechien