11.11.2007 18:44 Uhr - EHF European Cup - Ole Rosenbohm - PM VfL Oldenburg

VfL zieht gegen DJK/MJC Trier souverän ins Europacup-Achtelfinale ein

Eine der Besten beim VfL: Sabrina NeuendorfEine der Besten beim VfL: Sabrina Neuendorf
Quelle: Hermann Jack
Der VfL Oldenburg ist ohne Probleme ins Achtelfinale des europäischen Challenge Cups eingezogen. Im Rückspiel des bundesligainternen Drittrunden-Spiels gewannen die Gastgeberinnen vor 550 Zuschauern in der Oldenburger EWE Arena am Sonntagnachmittag mit 23:22 (12:6). Das Hinspiel in Trier hatte das Team von Trainer Leszek Krowicki am Samstag vor acht Tagen bereits mit 35:26 für sich entscheiden können. Die Achtelfinalspiele finden am zweiten und dritten Februar-Wochenende statt, die Partien werden am kommenden Dienstag in Wien gezogen.

Der VfL hatte gegen den Liga-Vierten auch in der zweiten Begegnung wenige Probleme. Aus einer sicheren Abwehr mit einer ebenso guten Tatiana Surkova zwischen den Pfosten zogen die Gastgeberinnen früh davon. Ein Doppelschlag Sabrina Neuendorfs innerhalb von 23 Sekunden (7. Minute) sorgte für das 5:2. Dazwischen hatte Surkova einen Durchbruch der besten Trierer Feldspielerin, Tedyana Shynkarenko, abgewehrt.

Viele Fehlwürfe und vergebene Angriffe prägten bis zur Pause auch weiterhin das Offensivspiel der Gäste, während Oldenburg trotz einer guten Maike März im "Miezen"-Tor regelmäßig Treffer landete. Richtig in Schwung kam das VfL-Spiel aber erst nach 17 Minuten, als ein toller Bodenpass von Haege Fagerhus zu Kathrin Scholl am Kreis und das anschließende 7:5 (18.) ein minutenlanges Fehlpassfestival beendete.

Zumindest richtete sich der Liga-Siebte nach dieser Szene wieder auf. Trier kam nach dem 5:6 durch einen Strafwurf von Megane Vallet (15.) über eine Viertelstunde zu keinem Torerfolg mehr, Oldenburg hingegen tat bereits etwas für die Galerie: Das 11:5 durch Scholl (29.) ging ein blitzschneller Gegenstoß über die Stationen Surkova, Dagmara Kowalska und Alexandra Temp voraus, kurz danach fiel das schönste Tor des Tages: Aus der Mittelposition bediente Carolin Schmele aus der Rückhand Kowalska, die per Kempa zum 12:5 vollendete. Caroline Thomas traf dann 15 Sekunden vor der Pause für Trier zum 6:12.

In der zweiten Hälfte wurde die Angriffsleistung Triers besser, während beim VfL vor allem zwei Faktoren das Spiel vor dem gegnerischen Kreis bremsten: Zum Einen wechselte Trainer Krowicki viel, zum Anderen fehlte dem VfL auch die Konzentration. "Bei dem Vorsprung ist es kein Wunder, wenn die Konzentration irgendwann nachlässt", sagte Neuendorf. "Auch die vielen Spiele in diesen Wochen spürt man dann."

Neuendorf wurde nach der Partie zur VfL-Spielerin des Tages gewählt. Neben der Rückraumspielerin überzeugten auch Surkova und Julia Renner im Tor sowie Kathrin Scholl, die Triers eigentlich gefährlichste Spielerin Oxana Pal über weiteste Strecken vor der Pause ausschaltete.

Trier kam in den letzten Minuten der Partie noch einmal heran. Vallet erzielte jeweils per Siebenmeter das 19:21 und 21:23 (55. und 58.), Pal per Einzelleistung und Durchbruch das 20:22 (57.). Dann bekam Fagerhus drei Minuten vor Schluss eine Zeitstrafe, doch Simona Roubinkova scheiterte mit einem Gegenstoß am hochschnellenden linken Bein von VfL-Torfrau Renner (58.). Roubinkova machte ihren Fehlwurf 65 Sekunden vor Schluss mit einer Einzelleistung wieder gut, das Ergebnis sollte sich aber bis zum Schluss nicht verändern - der letzte Angriff Triers wurde bereits im Ansatz abgepfiffen.

Stimmen zum Spiel:

Leszek Krowicki, Trainer VfL: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben unser Ziel, einen Sieg, erreicht. Auch haben wir wieder viele Möglichkeiten für unsere jungen Spielerinnen gefunden. In der zweiten Halbzeit haben wir unseren Rhythmus allerdings auch durch die vielen Wechsel etwas verloren. Der stärkste Teil unseres Spiels war die Abwehr, die alles, was Trier vorhatte, gut gelesen hat. Es macht mich doppelt glücklich, dass alle Spielerinnen eingesetzt wurden und auch getroffen haben.

Michal Lukacin, Trainer Trier: Die neun Tore aus dem Hinspiel waren kaum aufzuholen. Aber immerhin haben wir besser gespielt als in Trier, auch, wenn wir zu viele Fehler produziert haben. Doch nach dem Seitenwechsel haben wir einen guten Kampf gezeigt und konnten das Spiel noch offen gestalten.

Dagmara Kowalska, VfL: Ich bin glücklich, aber müde. Heute waren wir nicht so gut, haben zu viele Fehler produziert. Aber vielleicht ist das normal bei so vielen Spielen in diesen Wochen. Ich hatte wegen einer Prellung an der Hüfte noch Schmerzen, darum habe ich mit Thermohose über der Beule gespielt.

Maike März, Trier: Gegen die Oldenburger Torfrau Surkova mit ihrer großen Spannweite hätten wir genauer werfen müssen. Heute hätten beide Teams sicher weit über 30 Tore schießen können, aber wir haben ungefähr 1000 technische Fehler erlebt. Wir haben noch an unsere Chance geglaubt, dann aber schnell gesehen, dass es nicht so weit kommt.



cs