29.11.2021 12:43 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

SG H2Ku Herrenberg mit knapper Niederlage gegen Harrislee

6/1 Tore: Britt van der Baan6/1 Tore: Britt van der Baan
Quelle: Tobias Baur, H2Ku
Gut gelaunt konnten am Samstagabend die Frauen des TSV Nord Harrislee die gut zehnstündige Heimreise an die dänische Grenze antreten. Dank einer starken Leistung gewannen die Nord-Frauen bei der SG H2Ku Herrenberg mit 34:31 (16:13). Die Kuties konnten in der temporeichen Partie ihr Konzept hingegen nur eine Viertelstunde lang umsetzen.

Nein, gegen Baden-Württemberg habe er nichts, versicherte Gästecoach Olaf Rogge nach dem Spiel verschmitzt auf die nicht ganz ernst gemeinte Frage bei der Pressekonferenz. Die Punkte nehme er aber trotzdem gerne mit. Verständlich, schließlich gelang seiner Mannschaft binnen einer Woche bei der zweiten Fahrt ins Ländle nun auch der zweite Doppelpunktgewinn. "Dass wir mutig spielen, hat uns da hingebracht, wo wir stehen. Und wenn wir höheres Risiko gehen, kann nicht alles klappen", so Rogge gegenüber dem Flensburger Tageblatt.

Über den verdienten Sieg des TSV Nord gab es nach dem Schlusspfiff auch keine zwei Meinungen. Mike Leibssle umschrieb es nach Spielende so: "Wir hätten noch zwei Tage spielen können und hätten trotzdem nicht gewonnen". Dabei hatten die 120 Zuschauer, die trotz 2G-Plus-Regelung noch den Weg in die Markweghalle fanden, eine gute Startphase ihrer Mannschaft gesehen.

Mit hohem Tempo und vor allem sicheren Ballpassagen wurde die gegnerische Abwehr in Verlegenheit gebracht. Fast im Alleingang sorgten Sulamith Klein und Lea Neubrander für die Tore der Kuties. Der angenehme Nebeneffekt: Die stärkste Waffe von Harrislee, der Tempogegenstoß, kam dadurch nicht zur Geltung. Trotzdem hielten auch die Gäste die Spielgeschwindigkeit enorm hoch. So waren nicht einmal zwölf Minuten gespielt, als ein 8:8 von der Anzeigetafel leuchtete. Dazwischen gab es noch eine Schrecksekunde, als Rechtsaußen Britt van der Baan beim Wurfversuch umknickte und schmerzverzerrt am Boden lag. Für die Niederländerin ging es aber kurze Zeit später weiter.

Warum aber die Gastgeberinnen nach einer Viertelstunde ihre klare Linie verloren, war auch für Mike Leibssle später nicht nachvollziehbar. Vor allem technische Fehler waren es nun, die den Spielfluss teilweise zum Erliegen brachten. Harrislee nahm diese Einladungen natürlich dankend an und erzielte jetzt auch die gefürchteten Gegenstoßtore.



Der Vorsprung wurde nun langsam, aber stetig größer. Mehrmals wurden dabei hochkarätige Chancen zum Anschlusstreffer oder zum Ausgleich fahrlässig vergeben. Dies sollte sich auch in der zweiten Hälfte noch wiederholen. Der in die Startsieben gerückten Torhüterin Sophia Holzner war es zu verdanken, dass der Rückstand zur Pause mit 13:16 noch im aufholbaren Rahmen lag.

Die Richtung des Spiels gab nach Wiederanpfiff aber gleich der TSV Nord mit einem Doppelschlag zum 18:13 vor. "Wir kommen gut aus der Halbzeit, das war nicht immer so", so Rogge. Und auch wenn die Gäste nun auch häufiger mit technischen Fehlern aufwarteten, konnten dies die Kuties nicht für sich nutzen. Im Gegenteil: Die fahrige Spielweise setzte sich bis zum 18:26 nach 45 Minuten nahtlos fort.

Die dritte Auszeit nutzte Mike Leibssle für einige taktische Änderungen. Nachdem schon vorher Marie Beddies auf der vorgezogenen Deckungsformation die Kreise der bockstarken Jane Andresen und Madita Karlotta Jeß einengen sollte, brachte der Trainer nun auch die siebte Feldspielerin im Angriff. Ein 5:1-Lauf sollte ihm auch rechtgeben - vorerst. "Da haben wir nicht immer richtig entschieden und teilweise zu schnell abgeschlossen", so Rogge in seiner Analyse.

Nachdem gleich zwei Würfe der Gäste nacheinander im verwaisten Tor von H2Ku landeten, war auch dieses Experiment beendet und das Spiel beim 24:30 acht Minuten vor Schluss endgültig verloren. Was folgte, war nur noch Ergebniskosmetik gegen einen Gegner, der nun ohne Probleme das Ergebnis verwalten konnte.

Mit der Niederlage steht die SG H2Ku mit 6:14 Punkten weiter nur drei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Mike Leibssle verlangt in der kommenden Woche nun ein anderes Gesicht seiner Mannschaft, wenn es am Samstag zum Duell beim Staffelfavoriten Frisch Auf Göppingen kommt.

SG H2Ku Herrenberg: Holzner, Waldenmaier
Schoeneberg (4/1), Wunschik (2), Klein (7), Bok, Bühler, Seeger, Neubrander (9), Beddies (1), van der Baan (6/1), Luber (2)

TSV Nord Harrislee: Fasold (1), Tiedemann
Volquardsen (2), Pleger (1), Mettner (3), Ja. Andresen (8/1), Lauf (1), Jo. Andresen (3), Jeß (8), Jansen (1), Schleemann (5), Groht, Fischer (1/1), Albers