28.11.2021 12:55 Uhr - 2. Bundesliga - PM FSV, red

"Es war hart das anzuschauen": Waiblingen nimmt die Punkte aus Mainz mit

Julie Jacobs versucht sich gegen die Waiblinger Abwehr durchzusetzen.Julie Jacobs versucht sich gegen die Waiblinger Abwehr durchzusetzen.
Quelle: Axel Kretschmer, 1. FSV Mainz 05
Die Handballerinnen des 1. FSV Mainz 05 haben ihr Heimspiel gegen den VfL Waiblingen mit 18:26 (8:13) verloren. Die Gäste bleiben damit auch weiterhin an der Tabellenspitze der 2. Handball Bundesliga Frauen.

Gästetrainer Thomas Zeitz, der vor zwei Jahren mit den Mainzerinnen den Aufstieg in die 1. Liga schaffte, freute sich auf dieses "besondere" Spiel und wurde von allen Seiten freundlich begrüßt. Seine Frauen starteten auch gleich durch: Lena Klingler sorgte im ersten Angriff für die Führung, nach sieben Minuten stand es 0:3. Torfrau Tina Kolundzic hatte zu diesem Zeitpunkt bereits drei überragende Abwehraktionen.

Waiblingen schaltete in dieser Phase immer wieder schnell von Abwehr auf Angriff um, erzielte so einfache Tore, während sich die Dynamites im Angriff schwerer taten. Florian Bauer nahm seine erste Auszeit. Saskia Wagner, Tina Kolundzic und Elisa Burkholder sorgten danach über 2:3 (7.) und 5:5 (15.) für den Ausgleich 6:6 in der 18. Minute.

Die Auszeit, die Gästecoach Thomas Zeitz dann nahm, fruchtete. Während Mainz weiterhin viele Fehlwürfe produzierte, blitzte beim VfL nun das tolle Zusammenspiel zwischen dem mit Vanessa Nagler, Samira Brand und Caren Hammer besetzten Rückraum und den Außenspielerinnen Alina Ridder und Leonie Henkel sowie Vivien Jäger am Kreis auf. Vor allem Henkel überzeugte mit einer hundertprozentigen Wurfquote von der Rechtsaußenposition. Die Gäste zogen über 7:9 (23.) und 8:11 (28.) zum Halbzeitstand von 8:13 davon. Gerade in den letzten sechs Spielminuten verloren die Gastgeberinnen immer wieder im Angriff den Faden, vergaben viele Bälle und waren im Abwehrbereich nicht mehr so konsequent.

Zu Beginn der zweiten Hälfte war das Spiel zunächst ausgeglichen. Mainz schaffte es aufgrund der hohen eigenen Fehlerquote und der weiterhin aufmerksamen VfL-Defensive nicht, eine für die Waiblingerinnen bedrohliche Aufholjagd zu starten. Zwischenzeitlich baute der VfL die Führung sogar auf sieben Tore Vorsprung aus (18:11, 43. Minute).

Florian Bauer legte zum zweiten Mal seine grüne Karte. Die Dynamites schafften es bis zu diesem Zeitpunkt nicht, den Abstand zu verringern. Die Waiblingerinnen zogen souverän ihr Spiel auf und nutzen ihre Chancen. Aber: die Mainzerinnen gaben sich noch nicht geschlagen. Über 14:18 (46.) kamen sie auf 17:20 (53.) ran.

Doch die Gäste blieben ihrem Spielstil treu, während die Dynamites einfach zu viele technische Fehler machten. So gelang ihnen in den letzten sieben Minuten nur noch ein Treffer, während Waiblingen noch sechs weitere erzielte zum Endstand von 18:26.

Gästetrainer Thomas Zeitz sagte nach dem Spiel, dass er vorher doch etwas aufgeregt war - aber vor allem auch deswegen, weil er wieder viele Leute treffen wollte, mit denen er hier in Mainz eine tolle Zeit hatte.

"Deshalb bin ich sehr froh, wieder hier zu sein. Mit dem Spiel bin ich zufrieden - wenn man bedenkt, dass wir aus einer nicht so einfachen Woche kommen, in der wir lernen mussten, dass man auch verlieren kann. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir jetzt einen Entwicklungsschritt machen, wenn wir in Mainz etwas mitnehmen. Mit der Abwehr und 18 Gegentoren bin ich sehr zufrieden, sicherlich hätten wir einige Tore mehr erzielen können. Aber: Nina Kolundzic hat ein Super-Spiel gemacht. Am Ende haben wir dann wohl verdient gewonnen und ich bin froh, dass wir wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden haben."

"Dynamites"-Trainer Florian Bauer war enttäuscht. "Zunächst Dank an die Zuschauer für die Unterstützung - man sieht, dass wir diese gerade jetzt brauchen. Wir hatten vor der Pause einige Minuten vom 8:9 auf 8:13 in denen wir total kopflos waren und uns selbst in die Bredouille gebracht haben. Gerade wenn man die Abwehrleistung mit der aus der vergangenen Woche vergleicht sieht man, dass das total unnötig war. In der zweiten Halbzeit haben wir dann gefühlt 15 technische Fehler gemacht. Das geht gar nicht. Es war hart das anzuschauen. Teilweise sind wir gar nicht mehr Richtung Tor gegangen - dann reichen 18 Tore natürlich nicht aus, um das Spiel zu gewinnen."