11.11.2007 00:03 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Holger Putz

Flames lassen in der Schlussphase nichts mehr anbrennen

Stefanie Egger war bei Bensheim nicht zu bremsen.Stefanie Egger war bei Bensheim nicht zu bremsen.
Quelle: HSG Bensheim/Auerbach
Mit einem 28:24 (12:10) Heimsieg über den SC Markranstädt sicherten sich die Spielerinnen der HSG Bensheim-Auerbach Pflichtspielerfolg Nummer vier und zugleich den zweiten Platz in der Tabelle. Für den SC Markranstädt bedeut die Niederlage einen weiteren Rückschlag im Kampf um die Play Off-Plätze, nachdem das Team von Rüdiger Bones schon am letzten Wochenende gegen Allensbach einen doppelten Punktverlust einstecken musste. In einer hart umkämpften und von vielen Zeitstrafen geprägten Partie, setzten sich zunächst Torhüterinnen und Abwehr erfolgreich in Szene, bevor die HSG in der Schlussviertelstunde den Sack auch im Angriff zumachen konnte. Beste Werferinnen des Abends waren Stefanie Egger (8/3 Tore) für Bensheim und Jenny Karolius (6 Tore) für den SCM.

Jenny Karolius zeigt sich derzeit in guter Form.Jenny Karolius zeigt sich derzeit in guter Form.
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Das mit Spannung erwartete Duell zweier Mannschaften auf Augenhöhe offenbarte in den ersten Minuten einen sehr nervösen Start auf beiden Seiten. Nach dem Führungstreffer durch Jurate Kiskyte für die Gäste aus Markranstädt zum 1:0 übernahmen die Spielerinnen der HSG Bensheim-Auerbach die Initiative und trafen gleich vier Mal in Folge. Auch die von SCM-Trainer Rüdiger Bones früh genommene Auszeit (7. Minute) sprach Bände über die Leistung seiner Truppe, die zu diesem Zeitpunkt keineswegs einen möglichen Ausgleich verdient hatte. Wenige Tore und viele Fehler waren Ergebnis zweier starker Abwehrreihen, die beidseitig davon profitierten, dass die Fehlerquote im Angriff sehr hoch war. Bis zum 4:5-Anschlusstreffer (13. Minute) durch Ewelina Zart, die mit nur einem Tor an diesem Abend deutlich unter den Erwartungen blieb, verwarfen Uta Bones, Jurate Kiskyte und Ewelina Zart für den SCM und Edina Rott und Stefanie Egger allesamt ihre Strafwürfe.

Zwei Treffer von Annika Hermenau für die „Flames“ gegen ihren Ex-Verein stellten den alten Abstand von zwei Toren für die Gastgeberinnen wieder her und waren ebenso eine Antwort auf den zuvor geworfenen Anschlusstreffer durch Jenny Karolius. In einer harten und umkämpften Partie brachten Zeitstrafen gegen beide Mannschaften immer wieder ein Ungleichgewicht auf das Parkett, welche das Team Bensheim besser nutzen konnte und verdient mit 9:6 in Führung ging. Besonders der Rückraum der Piranhas, der schon im Pokalspiel gegen Buxtehude nicht seinen besten Tag erwischte, kam nicht richtig ins Spiel.

Eine kurze Schwächephase der Gastgeberinnen nutzte der SCM, um auf 9:10 heranzukommen, was Flames-Coach Ildiko Barna dazu bewegte, die grüne Karte auf den Tisch des Kampfgerichts zu legen, um ihr Team neu einzustimmen. Mit Erfolg. Keine 14 Sekunden nach der Auszeit erzielte Claudia Schückler den Treffer zum 11:9. Bis zur Pause konnten sich die Bensheimerinnen bei ihrer Torhüterin bedanken, dass der Abstand gleich blieb. Sie entschärfte kurz vor der Schlusssirene den vierten von fünf Siebenmetern und brauchte die Werferinnen des SCM fast zur Verzweiflung.

Nach dem Anschlusstreffer durch Uta Bones zum 11:12 konterte Melanie Marcantonio mit ihren Treffern vier, fünf und sechs innerhalb von drei Minuten die Angriffsbemühungen der Piranhas, die nun zum ersten Mal mit vier Treffern (11:15) zurücklagen. Ein erneuter Fehlerversuch von Jurate Kiskyte von der Siebenmeterlinie ließ schon die ersten mitgereisten SCM-Fans bangen, ob ein Strafwurf noch ein Vorteil für die Piranhas war. Eine erneute Zeitstrafe gegen die Gäste nutzten die „Flames“ eiskalt und bauten den Vorsprung auf 17:13 aus. Annika List und Victoria Göpel, gerade von der Bank gekommen, hielten den SCM im Spiel, der nun versuchte über den Kampf das Spiel noch zu drehen. Die Gegenwehr der Bensheimerinnen konnte man in diesen zwölf Minuten des Spiels an einer Person ausmachen. Stefanie Egger verwandelte erst drei Strafwürfe in Folge und ließ noch zwei Treffer aus dem Feld folgen. Am Ende standen acht Treffer auf ihrem Konto.

Bis zum 22:21 für die HSG ging es im Gleichschritt bis zur 51. Minute. Dann folgte dass, was manchmal typisch ist, wenn eine Spielerin gegen ihren Ex-Club spielt. Annika Hermenau brachte mit zwei weiteren Treffern ihren neuen Verein wieder auf die richtige Spur. Claudia Schückler und Stefanie Egger besiegelten in den Schlussminuten den zweiten Heimsieg der Flames, der auch durch die schnellen Tore von Doreen Geheb und Jenny Karolius nicht mehr gefährdet werden konnte. Mit 28:24 sicherte sich das Team von Ildiko Barna zudem den zweiten Tabellenplatz in der Südstaffel. 15 Zeitstrafen (1 Rote Karte gegen Annika Hermenau) und 18 Siebenmeter waren dabei Spiegelbild einer umkämpften Partie, bei der viel auf dem Spiel stand. Für den SC Markranstädt sieht es derweilen nach einer kleinen Krise aus, wenn man nicht schon am nächsten Samstag ausgerecht gegen Göppingen doppelt punktet.