23.11.2021 12:45 Uhr - 1. Bundesliga - Carsten Roloff, dpa

Glück bei Transfers: Union-Handballerinnen überraschen in Liga eins

Glückstransfer: Camilla Askebjerg MadsenGlückstransfer: Camilla Askebjerg Madsen
Quelle: Wolfgang Stummbillig, BVB
Der SV Union Halle-Neustadt ist derzeit die Überraschungsmannshaft in der Handball-Bundesliga der Frauen. Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte konnten die Saalestädterinnen den bisher übermächtigen Thüringer HC bezwingen. Der Verein, der vergangene Saison lange um den Klassenerhalt kämpfte, geht nach acht Spieltagen als Tabellen-Fünfter in die Weltmeisterschaftspause. "Ich hatte gehofft, dass wir die Siege gegen die unmittelbaren Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg einfahren. Aber mit den Auswärtspunkten in Bensheim und in Bad Langensalza habe ich wirklich nicht gerechnet", erklärte Union-Trainerin Katrin Welter nach dem Coup beim einstiegen Serien-Meister THC.

Die ehemalige Erstligaspielerin hat das Team zu Saisonbeginn übernommen, aber neben ihrem Vorgänger Jan-Henning Himborn bereits seit dem 1. April auf der Bank gesessen. Gemeinsam mit dem ehemaligen Coach und Sportdirektor stellte die 31-jährige Welter den Kader zusammen und strukturierte das Athletik- sowie das Krafttraining neu. Der Bundesligist erhält dabei professionelle Unterstützung von Gilbert Hernandez und Andy Dalay. "Die Spielerinnen sind topfit, können jedes Tempo mitgehen. Wir hatten aber auch das nötige Quäntchen Glück mit unseren Transfers. Der Kader ist qualitativ stärker und breiter aufgestellt, als in der vergangenen Saison", meinte Himborn, der mit dem gleichen Etat auskommen musste wie in der Vorsaison.

Besonders die Verpflichtung von Spielmacherin Camilla Madsen erwies sich als Volltreffer. Die Dänin übernimmt Verantwortung und setzt ihre Mitspielerinnen glänzend in Szene. Dabei verteilt sich die Verantwortung beim Torabschluss nicht nur auf den Schultern von Helena Mikkelsen (30 Treffer). Auch die Neuzugänge Julia Niewiadomska (25/17), Simone Spur Petersen (20) und Edita Nukovic (19) liefern zuverlässig ab. Mit Anica Gudelj haben die Hallenserinnen außerdem eine der besten Torfrauen zwischen den Pfosten, die in acht Partien 101 Würfe pariert hat.

Den hervorragenden Zwischenstand mit Blick auf die Tabelle will Welter jedoch nicht überbewerten, obwohl ihre Mannschaft gegen alle vier vor ihr liegenden Spitzenteams bereits angetreten ist. "Wir sind vom Verletzungspech verschont geblieben", sagte sie und betonte: "Auch wenn ich dafür belächelt werde, der Klassenerhalt ist das Ziel. Erst wenn wir die dafür nötigen Punkte haben, können wir uns weiter nach oben orientieren", bleibt Welter trotz des sportlichen Höhenflugs demütig. In der Liga muss sich der SV Union jedoch hinter keinem Konkurrenten mehr verstecken.