21.11.2021 15:17 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

TSV Nord Harrislee beendet die Siegesserie der Waiblingen Tigers

5 Tore von Samira Brand reichten nicht5 Tore von Samira Brand reichten nicht
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
Gestoppt die Siegesserie der Waiblinger Zweitligahandballerinnen. Nach einer schwachen Leistung unterlag der VfL in der heimischen Rundsporthalle dem TSV Nord Harrislee auch in der Höhe verdient mit 21:29 Toren (9:15). Der Gästetrainer Olaf Rogge hatte sein Team bestens auf den Spitzenreiter eingestellt. Sein Team war mit der ersten und zweiten Welle wesentlich erfolgreicher.

"Es war eine Mannschaftsleistung durch und durch." Großer Stolz schwang in der Stimme von Trainer Olaf Rogge gegenüber dem Flensburger Tageblatt mit. Der Coach räumte auch ein: "Bei Waiblingen haben zwei Leistungsträgerinnen gefehlt." Die Ursache für die erste Saisonniederlage des VfL war nicht im Fehlen der erkrankten Stammspielerinnen Sinah Hagen und Rabea Pollakowski zu suchen, da die Nordfrauen auf Lea Tiedemann, Catharina Volquardsen, Johanna Andresen und Matilda Pleger verzichten mussten. Vielmehr schafften es die Waiblingerinnen zu keinem Zeitpunkt, die großen Lücken im Abwehrverband zu schließen, noch fanden sie gegen eine clever agierende TSV-Defensive in den Spielfluss.

Dabei hatte es gar nicht mal so schlecht für den VfL begonnen. Die 6:4-Führung nach gut 13 Minuten war aber zu diesem Zeitpunkt weniger das Ergebnis der Waiblinger Angriffsstärke. Vielmehr fabrizierte Harrislee bis dahin noch einige technische Fehler mehr oder scheiterte an Waiblingens Torhüterin Celina Meißner. Der Gastgeber zog sein Angriffsspiel zu sehr in die Breite.

Harrislee rückte dabei sehr flink aus der 6:0-Abwehr heraus, fing so gleich ein halbes Dutzend Waiblinger Pässe ab und konterte erfolgreich. Der Treffer von Mariel Wulf zum 8:7 (19. Minute) sollte bereits die letzte Waiblinger Führung sein. Bis zum Pausenpfiff ging im VfL-Angriff dann fast gar nichts mehr, und die Gäste dominierten. Mit einem 8:1-Lauf zog das Team von TSV-Trainer Olaf Rogge zur 15:9-Pausenführung davon.

Die Gäste erhöhten nach dem Wechsel sogar auf 17:9. Es war einfach nicht der Abend des Tabellenführers gegen die kompromisslosen Vollgas-Handballerinnen aus dem Norden. Die Waiblinger Versuche, eine Aufholjagd zu starten, wurden jedoch durch Fehlwürfe und technische Fehler immer wieder im Keim erstickt. Sophie Fasold parierte oftmals die freien Bälle, darunter zwei Siebenmeter, und auch das Rückzugsverhalten war vorbildlich. Dabei überstanden die Harrisleerinnen auch zwei Zeitstrafen und lagen immer mit mindestens fünf Toren in Front. Im Angriff steuerte Leonie Mettner umsichtig das Spiel, Jane Andresen (9/2) und Lara Fischer (6/1) überragten als eiskalte Torschützinnen. Waiblingen kam nicht näher als auf fünf Tore heran. Am Ende bestieg der TSV Harrislee mit einem hochverdienten 29:21-Erfolg den Bus für die lange Heimfahrt an die dänische Grenze. Die Spielerinnen tanzten, der Trainer lobte: "Was die Mannschaft auch beim Zurücklaufen an Metern gemacht hat, das war beeindruckend."

Der VfL-Trainer Thomas Zeitz hatte nicht erst vor diesem Spiel immer wieder betont, dass sich die Mannschaft noch in einem Entwicklungsprozess steckt und auch irgendwann die erste Niederlage kommt. Das diese nun nicht gegen einen der Aufstiegsaspiranten kassiert wurde, mag einerseits enttäuschen und überraschen. Andererseits kann der Spielverlust aber auch ein ein Weckruf an das Team zum richtigen Zeitpunkt sein.

VfL Waiblingen: Meißner, Wunsch;
Sabljak (3), Nagler (6/3), Klingler, Brand (5), Hammer, Wulf(3), Bergfeld, Henkel (2), Ridder (1), Jäger (1)

TSV Nord Harrislee: Fasold (1);
Mettner (4), Andresen (9/2), Lauf, Rahn (1), Jeß (3), Jansen (4),Schneemann, Lubrich, Albers, Groth (1), Fischer (6/1)