15.11.2021 12:23 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Sport-Union Neckarsulm verliert bei Pokalaus gegen VfL Oldenburg "Kontrolle über den eigenen Körper"

4 Tore: Nele Reimer4 Tore: Nele Reimer
Quelle: Larissa Eisele, SUN
Der VfL Oldenburg hat einen weiteren Schritt in Richtung OLYMP Final4 unternommen. Im Achtelfinale schlugen die Huntestädterinnen Ligarivale Sport-Union Neckarsulm dank einer furiosen zweiten Halbzeit mit 34:29 (13:19). Beste VfL-Werferin war Kathrin Pichlmeier mit 13 Toren. Bei den Gastgeberinnen konnten auch neun Tore von Irene Espinola Perez die Niederlage nicht verhindern.

"Ich habe in der Pause bereits vermittelt, dass das Spiel auch mit der deutlichen Führung wieder bei 0:0 startet aber wir verlieren die zweite Hälfte mit 10:21 und es ist unerklärlich, wie wir dieses Spiel aus der Hand geben", so Tanja Logvin nach der Partie und ergänzte: "Keine Spielerin in unserer Mannschaft hatte nach dem schlechten Start in die zweite Hälfte mehr Kontrolle über den eigenen Körper und wir bekommen plötzlich Angst, das Spiel zu verlieren."

Es war wohl auch dem starken Start in die zweite Halbzeit zu verdanken, dass die Oldenburgerinnen am Ende über den Einzug in die nächste Pokalrunde jubeln durften - auch wenn nach dem ersten Durchgang nicht viel dafür gesprochen hatte. Nach ausgeglichenem Beginn führten die VfL-Frauen nach 20 Minuten sogar mit 12:11, dann aber drehten die Gastgeberinnen auf, erspielten sich einen Vorsprung von sechs Toren.

SUN-Trainerin Tanja Logvin gab Mitte der ersten Hälfte auch bereits Neuzugang Nele Reimer die Chance zum Comeback in der Neckarsulmer Ballei und die Rückraumschützin brachte gemeinsam mit Lynn Knippenborg erstmals eine deutlichere Führung für die Sport-Union auf die Anzeigetafel.

"Wir waren in der Abwehr nicht aggressiv genug, haben es nicht überzeugend gemacht", kritisierte VfL-Trainer Niels Bötel das Defensivverhalten seiner Mannschaft im ersten Durchgang: "Wir haben unser Abwehrspiel vermissen lassen. Das haben wir in der Halbzeitpause angesprochen."



Mit Erfolg: Furios startete Oldenburg in den zweiten Abschnitt, kam durch vier Tore der starken Kathrin Pichlmeier sowie einem Treffer von Lana Teiken direkt nach Wiederanpfiff auf 18:19 heran. "Wir haben in der Abwehr richtig gut zugelegt", sah Bötel den Schlüssel zum späteren Erfolg.

Insbesondere Irene Espinola Perez, die im ersten Abschnitt noch acht Treffer für die Gastgeberinnen erzielt hatte, kam kaum noch einmal zum Abschluss. "Wir haben einfache Ballgewinne von Neckarsulm provoziert, hatten vielleicht auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite. Aber unsere Wurfeffektivität war unheimlich gut", so Bötel.

Angetrieben von den mitgereisten Fans übernahm Oldenburg durch einen Treffer von Paulina Golla nach 39 Minuten wieder die Führung - und baute diese bis zum Schlusspfiff auf fünf Tore aus. "Die Unterstützung unserer Fans war wieder super. Es ist großartig, dass sie die Reisen immer mitmachen. Das hilft enorm", lobte Bötel.

Nicht verwunderlich, dass Mannschaft und Fans nach Spielende den Sieg gemeinsam feierten. Das Wort Final Four dürfte dabei mit Sicherheit auch das eine oder andere Mal gefallen sein. "Das Final Four ist sicherlich von allen ein großer Traum", verriet der VfL-Trainer: "Natürlich dürfen wir davon auch einen kleinen Moment träumen. Wir sind hier einen Schritt weitergekommen, geschafft haben wir es aber noch lange nicht."

Der Fokus richtet sich bei beiden Klubs wieder auf die Liga. "Natürlich analysieren wir dieses Spiel wie jedes andere auch und schauen dann nach vorne auf das letzte Ligaspiel in Bad Wildungen vor der WM-Pause", so SUN-Trainerin Tanja Logvin und VfL-Coach Niels Bötel betont: "Für den Klassenerhalt ist es wichtig, gegen Rosengarten zu erhöhen, um vor der Pause den Abstand zu vergrößern."

Sport-Union Neckarsulm - VfL Oldenburg 29:34 (19:13)


Neckarsulm: Gois (4/1 Paraden), Wachter (7)
Kalmbach, Nooitmeer, Mann (2 Tore), Hendrikse (1), Knippenborg (3/2), Stockschläder (4), Reimer (4), Espinola Perez (9), Kooij (3), Nieuwenweg, Lütke (2), Kretzschmar (1)

Oldenburg: Renner (4 Paraden), Reese (6) Teiken (2 Tore), Reinemann (1), Jongenelen (3/3), Hoitzing (1), Pichlmeier (13/3), Buhl, Martens (2), Steffen (1), Carstensen (3), Schirmer (4), Knippert (1), Golla (3)
Siebenmeter: 2/2 ; 6/7
Strafminuten: 6/4
Schiedsrichter: Markus Kauth / Andre Kolb
Zuschauer: 385