05.11.2021 11:49 Uhr - 1. Bundesliga - HaJo Steinbach

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow zu Besuch beim THC

Bodo Ramelow (r.) war beim THC zu Gast.Bodo Ramelow (r.) war beim THC zu Gast.
Quelle: HaJo Steinbach
Nur drei Tage nachdem der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) in Berlin das Amt des Bundesratspräsidenten offiziell übernommen hat und einen Tag bevor er sich in Berlin im Bundesrat seinen Länderkolleg*innen als ihr neuer Chef in der Sitzung des Bundesrates vorstellen wird, besuchte der hochrangige Politiker den Thüringer HC.

Eigentlich wollte der Ministerpräsident zum Bundesligaspiel Thüringer HC gegen den SV Union Halle-Neustadt wieder einmal Gast des THC sein. Mit dem Ausscheiden aus der Qualifikation zur EHF European League war die Verlegung des Bundesligaspiels auf den 3. November nicht mehr notwendig. Ramelows ließ den Termin dennoch auch ohne Bundesligaspiel nicht einfach verstreichen.

Helmut Peter ergriff die Initiative und rief den Ministerpräsidenten an, bat ihn in die Salza-Halle, um mal den rund 50 Sponsoren, die den Profibetrieb im Bundesliga-Handball erst möglich machen, im Kreis von Vereinsmanagement, den Gesellschaftern, Trainer und Spielerinnen in einer zwanglosen Runde Danke zu sagen. "Gerade in dieser schwierigen Zeit mit zwei zurückliegenden Corona-Saisons, mit immer noch restriktiven Auflagen zum Schutze der Gesundheit, ist der Zusammenhalt im Verein von immenser Wichtigkeit", betonte Gesellschafter Helmut Peter.

Mit seiner sportlichen Erfolgsgeschichte von sieben deutschen Meisterschaften, drei Pokalerfolgen und drei Supercup-Titeln ist der Thüringer HC der erfolgreichste Ballsportverein Thüringens aller Zeiten, und darüber hinaus war er bis vor kurzem der erfolgreichste Frauenhandballverein in Deutschland.

Bodo Ramelow stellte mit Bewunderung fest, dass Handball eine ganz besondere Sportart sei, und schmunzelnd bemerkte er "dass zu seinem Schutz mehr Sicherheitsbeamte mit ihm unterwegs seien, als er Polizisten bei einem Handballspiel gesehen hat. Eine hohe Summe an Steuergeldern sei dagegen notwendig, um ein Fußballspiel abzusichern."

Dann ergriff THC-Trainer Herbert Müller noch, stellvertretend für die Mannschaft, das Wort des Dankes an die Gesellschafter und Sponsoren. Von den Spielerinnen hatte er Laura Kuske, Kim Braun, Josefine Huber und Anika Niederwieser, gleich nach dem Training mitgebracht, und Kerstin Kündig, gerade aus der Schweiz vom Nationalmannschaftslehrgang zurück, war ebenfalls dabei.

"Bei uns geht nicht alles übers Geld, wir sind da schon anders aufgestellt als die SG BBM Bietigheim oder Borussia 09 Dortmund. Viele Sponsoren sichern den Etat und gewährleisten den Profisportbetrieb mit hoher Verlässlichkeit. Besonderer Dank gilt dabei Helmut Peter und Robert Böhm als die Macher an der Spitze der Geldgeber. Der THC ist wegen des fehlenden Großsponsors, den es nun mal in der Region nicht gibt, gezwungen, andere Wege zu gehen", erklärt Müller.

"Als Ausbildungsverein und mit seiner sicheren Platzierung an der Spitze der Bundesliga war er immer Garant für die Teilnahme an der EHF Champions League oder der EHF European League. Das zog und zieht leistungsstarke Handballerinnen in den Verein. Bedauerlich, dass es in dieser Saison mal nicht zur Qualifikation zur Gruppenphase der EHF European League gereicht hat", so Müller weiter.

Und schloss mit den Worten: "Bei uns ist alles ein bisschen kleiner, ein bisschen familiärer. Gerade im Miteinander der Handballfamilie: Gesellschafter, Sponsoren, Management, Mannschaft, ehrenamtliche Helfer und Zuschauer, darin liegt auch unsere Stärke."