31.10.2021 16:11 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

HSV Solingen-Gräfrath verschenkt Sieg Über Nrod Harrislee in der Schlussphase

Vanessa BrandtVanessa Brandt
Quelle: Lars Breitzke, HSV
Vor 170 Zuschauern trennten sich der HSV Solingen-Gräfrath und der TSV Nord-Harrislee letztendlich leistungsgerecht 26:26 (14:10) unentschieden. Damit bleiben die Solingerinnen in der Klingenhalle zwar weiterhin ungeschlagen, büßten aber fünf Sekunden vor Schluss, als Johanna Andresen noch der Ausgleich gelang, einen Punkt ein. "Das war toll von uns. Jede Spielerin ist für die andere in die Bresche gesprungen", freute sich Harrislees Trainer Olaf Rogge.

Kein hochklassiges, aber dafür ein spannendes Zweitliga-Spiel, geprägt von vielen technischen Fehlern, wurde den Zuschauern geboten. Nach ausgeglichenem Beginn setze sich die Heimmannschaft durch den (einzigen) Treffer von Rechtsaußen Merit Müller nach zehn Minuten erstmals mit drei Toren ab. Gästetrainer Olaf reagierte mit der ersten Auszeit und prompt führte Tabea Schleemann mit einem Doppelschlag (in Unterzahl) ihr Team wieder heran (8:7).

HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler reagierte ihrerseits mit der Auszeit und brachte Hannah Kamp auf Rechtsaußen, die sofort zündete und zweimal abstaubte. Torjägerin Vanessa Brandt erhöhte gar auf 11:7 (22.). Sie profitierten von Ballverlusten der Harrisleerinnen, die dem Gegner den Ball manchmal förmlich in die Hände spielten. "Das darf nicht passieren, aber meine Spielerinnen haben sich selbst am meisten darüber geärgert", so Rogge, der fortan eine starke Reaktion seiner Mannschaft sah.

Mit diesem Vier-Tore-Vorsprung (14:10) ging es in die Halbzeitpause, die den Gästen sichtlich besser bekam - Lauf, Jeß und Schleemann schafften innerhalb von drei Minuten den Anschluss (14:13), ehe Kreisläuferin Carina Senel nach vielen torlosen Minuten für ihr Team traf. Ansonsten scheiterte der HSV oftmals an Torhüterin Lea Tiedemann.

Es blieb ausgeglichen. Reckenthäler fehlte nach den Ausfällen von Karathanassis, Polsz und Fabisch die Alternativen. Tabea Schleemann konnte bei den Nordfrauen nach einem groben Foul nicht mehr eingesetzt werden, auch Madita Jeß musste gut zehn Minuten vor dem Ende angeschlagen passen. Gut, dass sie sich auf die 162 Zentimeter kleine Rückraumspielerin Cassy Nanfack verlassen konnte. Kampfstark wie immer tankte sich Nanfack durch die Harrisleer-Abwehr und behielt auch vom Siebenmeterpunkt die Nerven. Als Vanessa Brandt fünf Minuten vor Schluss mit ihrem neunten Treffer zum 26:23 traf, schien der doppelte Punktgewinn für den HSV sicher.

Doch die Nordfrauen standen als Einheit zusammen. Maresa Groht, bislang noch mit wenig Einsatzzeiten, machte mit Johanna Andresen die Deckungsmitte dicht, Andresen, Rahn und Catharina Volquardsen agierten im Angriff entschlossen. In der Schlussphase stach auch der letzte Trumpf von Olaf Rogge, der mit der Einwechslung von Torhüterin Sophie Fasold einen weiteren Impuls setzte. Fünf Sekunden vor Schluss wuchtete Johanna Andresen den Ball zum 26:26-Endstand in die Maschen.

"Für uns ist es dem Spielverlauf nach ein verlorener Punkt. Mit der hohen Fehlerquote meiner Mannschaft bin ich sicher nicht zufrieden. In Drucksituationen haben wir oft die falsche Entscheidung getroffen. Das werden wir in der kommenden Woche aufarbeiten müssen", so HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler nach dem Spiel enttäuscht.

HSV Gräfrath: Natascha Krückemeier, Lisa Fahnenbruck, Sena Gün; Mandy Reinarz (2), Vanessa Brandt (9), Cassy Nanfack (8/3), Franziska Penz, Sandra Münch, Hannah Kamp (3), Merit Müller (1), Carina Senel (3), Luca Tesche, Lucy Jörgens, Nele Weyh

TSV Nord-Harrislee: Lea Tiedemann, Sophie Fasold; Catharina Volquardsen (1), Matilda Pleger (1), Leonie Mettner (1), Ronja Lauf (3), Marit Albers, Johanna Andresen (5/1), Katharina Rahn (3), Maresa Groht, Madita Jeß (8/1), Lara Fischer, Tabea Schleermann (4)