30.10.2021 13:04 Uhr - 1. Bundesliga - PM HLB 08, dpa

"Hätten ein Unentschieden verdient gehabt": Luchsen fehlt in Neckarsulm ein Tor zum ersten Punkt

Dubravko Prelcec musste mit seiner Mannschaft eine denkbar knappe Niederlage hinnehmen.Dubravko Prelcec musste mit seiner Mannschaft eine denkbar knappe Niederlage hinnehmen.
Quelle: Michael Schmidt
Trotz der siebten Niederlage im siebten Spiel schöpfen die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten Hoffnung im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga der Frauen. Nach dem aus Sicht des Tabellenschlusslichtes unglücklichen 27:26 (17:14) am Freitag bei der Neckarsulmer Sport-Union bleiben die Luchse weiter ohne Punkte.

Nach der Verletzung von Julia Herbst mussten die Gäste aus Norddeutschland auch noch auf die erkrankten Akteurinnen Natalie Axmann und Maj Nielsen verzichten, konnten aber Spielmacherin Kim Berndt einsetzen, die allerdings nach ihrem Fingerbruch mit einer dicken Bandage gehandicapt die Begegnung bestreiten musste. Die Taktik von Gästetrainer Dubravko Prelcec war von Beginn an klar ersichtlich, im Angriff geduldig zu agieren und vorwiegend über Außen zu Toren zu kommen.

Dieser Schachzug ging zunächst auf, denn es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie auf Augenhöhe mit wechselnden Führungen. Die deutlich leichteren Tore durch Konter erzielte aber die Sport-Union, dennoch ließen sich die Norddeutschen nicht so leicht abschütteln, denn es dauerte bis zur 21. Minute bis den Schützlingen von Trainerin Tanja Logvin durch einen 5:0-Lauf das 13:9 gelang, als sie jeden Fehler der Luchse gnadenlos bestraften.

Mit 17:14 ging es in die Pause. Den besseren Start in der zweiten Halbzeit hatten die Luchse, denn durch Treffer von Kim Berndt und Antonia Pieszkalla verkürzten die Gäste auf 18:17 als der Sport-Union eine längere Zeit nichts gelang. Bis zur 42. Minute setzten sich die Favoritinnen jedoch wieder zum 21:17 ab. Diesen Vorsprung hielt die Sport-Union bis zum 24:21 (52.).

Aber Sarah Lamp (2), Marthe Nicolai und Antonia Pieszkalla schafften bis zur 55. Minute den 25:25 Ausgleich, als die auf 5:1 umgestellte Abwehr den Luchsen etliche Räume anbot. In der 57. Minute brachte die überragende Johanna Stockschläder ihr Team dann wieder mit 27:26 in Front. Jetzt folgte nichts für schwache Nerven, denn 100 Sekunden vor Beendigung der Partie blieb die Heimmannschaft schier endlose 90 Sekunden in Ballbesitz, ohne erfolgreich zu sein. Der Tabellenletzte hatte also noch einmal den Ball. Luchse-Trainer Dubravko Prelcec nahm seine letzte Auszeit, aber der Ausgleich blieb seinem Team verwehrt.

"Zunächst möchte ich meiner Mannschaft ein großes Lob für die gezeigte Leistung aussprechen. Leider haben sich die Mädels in der ersten Halbzeit nicht an die vereinbarten Absprachen gehalten und Johanna Stockschläder zu Kontern eingeladen, die sie auch alle verwandelt hat. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und nur 10 Tore zugelassen, leider eins zu viel", fasste Prelcec zusammen.

"Ich bin schon der Meinung, dass wir mindestens ein Unentschieden verdient gehabt hätten, aber wenn man seine Chancen nicht nutzt, dann darf man sich am Ende nicht beschweren. Durch den Ausfall von drei Spielerinnen waren wir wieder gezwungen viel zu experimentieren, aber ich kann erneut eine Leistungssteigerung meiner Mannschaft feststellen, was mir Mut für die Zukunft gibt", so Dubravko Prelcec

Den Gästen fehlte am Freitag das notwendige Glück, das meint auch Sven Dubau, der Geschäftsführer der HL Buchholz 08-Rosengarten: "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und besonders auf das Trainer-Team. In unserer personellen Situation ist es bestimmt nicht einfach immer wieder Lösungen zu erarbeiten. Es ist toll, dass wir bei der Übertragung von Eurosport beweisen konnten, dass wir in der 1. Bundesliga konkurrenzfähig sind und die Klasse noch halten können."