25.10.2021 13:35 Uhr - 2. Bundesliga - PM Herrenberg, red

"Geht nicht mehr schlechter": SG H2Ku Herrenberg mit hoher Niederlage gegen MTV Heide

Zu selten fand Herrenberg den Weg durch die Heide-AbwehrZu selten fand Herrenberg den Weg durch die Heide-Abwehr
Quelle: Drofitsch/Eibner, H2Ku
Das hatten sich die Frauen der SG H2Ku Herrenberg in ihrem Heimspiel der 2.Handball-Bundesliga ganz anders vorgestellt. Nach einer enttäuschenden Leistung unterlagen die Kuties unerwartet und zudem überaus deutlich dem MTV 1860 Heide mit 29:42 (13:21). Statt im gesicherten Mittelfeld rutschte der Gäu-Club damit vorerst auf Rang 13 in der Tabelle ab, der Aufsteiger kletterte hingegen punktgleich auf Rang 12.

Noch lange nach Spielschluss war Mike Leibssle etwas ratlos über den Auftritt seiner Mannschaft gegen einen Aufsteiger aus dem hohen Norden, der bis dato mit lediglich einem Sieg nach Herrenberg angereist war. Was der Trainer aber wusste: "Wir haben das Spiel ab der ersten Minute mit unserer Einstellung verloren". Gemeint war vor allem die teils pomadige Abwehrleistung, die es den Gästen relativ einfach machte, zu leichten Torerfolgen zu kommen. Dabei gab es zumindest zu Beginn der Partie die Möglickeit, das schlingernde Schiff doch noch auf Kurs zu bringen.

Die Startphase zeigte das Schemata, welches schon im Vorfeld erwartet wurde. Beim MTV ging die größte Gefahr von Levke Kretschmann aus, die drei der ersten fünf Treffer für Heide erzielte. Erfreulich für Mike Leibssle war die Leistung von Sulamith Klein, die immer mehr in das Spiel der Kuties hineinwächst und dies mit insgesamt sechs Treffern bestätigen konnte. Neben ihr vermochte es in der Anfangsphase nur noch Lea Neubrander mit ihren Würfen, Torgefahr auszustrahlen. Zu oft lief sich aber die Offensive der Hausherrinnen an der kompakten Abwehr des Gäste fest.

Nicht überraschend nahm Coach Leibssle deshalb bereits nach sechs Minuten beim Stande von 6:3 für den MTV Heide seine erste Auszeit. Der folgende 3:0-Lauf ließ eigentlich darauf hoffen, dass sich das Spiel der Kuties nun beruhigen würde. Doch dem 6:6 folgten postwendend drei Treffer in Folge des MTV. Dieses schnelle 6:9 nach nicht einmal zehn Minuten war vielleicht schon der entscheidende Knackpunkt zum folgenden Heimdebakel.

Während die Gastgeberinnen nun immer nervöser wurden und einen technischen Fehler nach dem anderen fabrizierten, spielten sich die Aufsteigerinnen schon jetzt langsam in einen kleinen Rausch. War vorher Levke Kretschmann für die Torgefahr zuständig, ging diese nun von jeder Position aus. Über ihre Spielmacherin Katharina Fahl bot der MTV Heide ein Spiel an, welches beileibe nicht nach dem eines Abstiegskandidaten aussah.

Allerdings war die Gegenwehr der SG H2Ku auch nicht zweitligareif. "Wir haben keine Zweikampf richtig angenommen", stellte Mike Leibssle nach Spielschluss ernüchtert fest. Hinter der Abwehr hatten es auch Laura Waldenmaier und Sophia Holzner sichtlich schwer, im Tor zu glänzen.

Zwei Treffer in Folge zum 8:9 ließen den Funken Hoffnung unter den 200 Zuschauern noch glühen. Was dann folgte, war aber schon bis zum Halbzeitpfiff kaum zu erklären. 13:21 zeigte die Anzeigetafel an, als die beiden Unparteiischen die Teams in die Kabine schickten. Es war höchste Zeit für die Kuties, die Wunden des ersten Durchgangs zu lecken und sich für die zweite Halbzeit zu sammeln.

Die große Aufholjagd sollte nun beginnen - so die Vorstellung der H2Ku-Mädels. Aber den Schalter umzulegen, gelang an diesem Abend nicht mehr. Das wurde den Zuschauern bereits nach wenigen Minuten im zweiten Abschnitt klar. Nach vier gespielten Minuten hatte der MTV Heide beim 24:14 für den ersten Zehn-Tore-Vorsprung gesorgt und damit endgültig die Frage nach dem Sieger beantwortet. Von nun an ging es lediglich noch um Schadensbegrenzung. Und auch das gelang nun nicht mehr wie gewünscht.

Klar, die Kuties bemühten sich weiter. Allerdings wurde nun auch deutlich, dass die Alternativen auf der Bank fehlten. So musste es Mike Leibssle mit taktischen Mitteln versuchen. Die offensive Deckung gegen Katharina Fahl und Britt Punzius ließen den anderen Spielerinnen des MTV Heide nun aber den Raum für sehenswerten Handball. Hinzu kam, dass den Gästen fast jeder Abpraller förmlich in die Hände sprang und auch bei den kniffligen Schiedsrichterentscheidungen das Glück beim MTV Heide lag. Dies war aber eher eine Randnotiz, die den Spielverlauf an diesem Abend nicht wirklich beeinflusst hat.

Was bleibt nun als Fazit dieser Niederlage? "Zumindest geht es nicht mehr schlechter", übte sich Trainer Leibssle nach dem 29:42 noch in Galgenhumor. "Wir werden das Spiel am Montag in Ruhe auswerten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen", verspricht er aber im gleichen Atemzug. Den Gästen haben die Kuties aber in jedem Falle eine angenehme Rückfahrt Richtung Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ermöglicht.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Holzner;
Schoeneberg (3), Wunschik (4), Klein (6), Bok (1), Bühler (2), Seeger (1), Baskaya, L.Neubrander (4), Beddies (1), Luber (3), S.Neubrander (4/3)