24.10.2021 10:59 Uhr - 2. Bundesliga - PM HSV

Weiße Weste des Solinger Überraschungsteams bekommt in Berlin erste Flecken

Kerstin Reckenthäler war trotz Niederlage zufrieden.Kerstin Reckenthäler war trotz Niederlage zufrieden.
Quelle: HSV Solingen-Gräfrath 76
Es war ein tolles Zweitligaspiel, das die leider nur 125 Zuschauer in der Sporthalle Charlottenburg geboten bekamen. Am Ende gewann der Favorit Füchse Berlin gegen den Überraschungs-Tabellenführer HSV Solingen-Gräfrath mit 29:27 (10:11).

Neben den Langzeitverletzten Lucy Jörgens und Melina Fabisch, die sich bei der letzten HSV-Pflichtspielniederlage vor sechs Monaten einen Kreuzbandriss zuzog, fehlten beim HSV auch Lara Karathanassis und Linkshänderin Jule Polsz. Dennoch legte das Team von Trainerin Kerstin Reckenthäler, das in den letzten Wochen genügend Selbstvertrauen getankt hatte, munter los, ging bereits nach vier Minuten durch den zweiten Treffer von Cassy Nanfack 4:1 in Führung.

Anders als in der Vorwoche wurde in der Deckung mit viel Engagement und Willen gearbeitet. Die Anfangsphase gehörte ganz klar den Gästen. Gestützt auf eine überragende Torhüterin Chantal Pagel, kam Berlin mit zunehmender Spieldauer aber besser in die Partie, beim 10:11-Pausenstand wurden die Seiten gewechselt.

Als Vesna Tolic mit ihrem Treffer zum 18:15 die erste drei Tore-Führung erzielte, hatte sich das Blatt zu Gunsten der Heimmannschaft gewendet. Gegen die hochgewachsenen Berliner Zentrum-Spielerinnen, fehlte es dem HSV an Durchschlagskraft. Als Djazzmin Trabelsi zum 23:18 traf (49.) war eine Vorentscheidung gefallen.

Aber die Gäste aus Solingen fighteten in der Abwehr um jeden Ball und kamen auch im Angriff noch zu schönen Aktionen, aber mehr als eine Ergebnisverbesserung wie durch Nele Weyh zum 29:27-Endstand war nicht mehr drin. "Mit der Einstellung meiner Mannschaft, die ohne Ende gekämpft hat, bin ich sehr zufrieden. Denke, dass man mal wieder die Realitäten anerkennen muss - Berlin gehört zu den Aufstiegsaspiranten, wir wollen eher so schnell wie möglich die Klasse halten", meinte HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler nach dem Spiel.

"Carina Senel hat im Zentrum sensationell gut verteidigt und auch Kapitänin Mandy Reinarz und Cassy Nanfack haben alles reingeworfen, was sie konnten. Bei den beiden jungen Spielerinnen Luca Tesche im Aufbau und Nele Weyh am Kreis hat man die sehr guten Ansätze gesehen, ihnen fehlt einfach die Erfahrung, so dass eine Niederlage in Berlin mit zwei Toren letztendlich okay ist", resümierte Reckenthäler dennoch zufrieden.