17.10.2021 14:41 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, dpa, red

Nach 12-Tore-Niederlage gegen Buxtehude: "Leistung entspricht nicht dem Anspruch von Bensheim"

Feierte ein erfolgreiches Comeback: Annika Lott.Feierte ein erfolgreiches Comeback: Annika Lott.
Quelle: Dieter Lange, BSV
Die Handballerinnen vom Buxtehuder SV bleiben in dieser Bundesliga-Saison zu Hause eine Macht. Am Samstag gelang der Mannschaft ein 34:22 (14:11)-Sieg gegen die HSG Bensheim/Auerbach. Damit konnte die Mannschaft von Trainer Dirk Leun den dritten Heimerfolg in Serie feiern. Gleich drei BSV-Spielerinnen erlebten dabei ein furioses Comeback in der Halle Nord. Beste Werferin bei den Flames war Ines Invacok mit 6 Treffern sowie Liv Charlotte Süchting und Annika Lott bei Buxtehude, die ebenfalls jeweils 6 Tore erzielten.

Eine kleine Überraschung auf Seiten der Gastgeber gab es gleich zu Spielbeginn. Neben dem bereits erwarteten Heimspielcomeback nach achtmonatiger Verletzungspause von Torhüterin Lea Rühter, standen auch erstmals wieder Annika Lott (ebenfalls nach acht Monaten Pause) sowie Isabelle Dölle auf der Platte. Hinzu kam als weitere Spielerin noch Liv Süchting nach ihrem Bänderriss. Und diese vier Spielerinnen hatten am Ende maßgeblichen Anteil am Buxtehuder Erfolg. Süchting dirigierte ihre Abwehr und erzielte selbst noch sechs Tore, Lea Rühter überzeugte mit ihren Paraden, Annika Lott kam ebenfalls auf sechs Tore und Isabelle Dölle blieb ohne Fehlwurf und erzielte fünf Treffer.

Die Anfangsphase des Spiels war geprägt von einigen Unkonzentriertheiten und technischen Fehlern auf beiden Seiten, mit leichtem Übergewicht bei den Gästen. Die vielen Ballverluste konnten allerdings von beiden Mannschaften nicht effizient genutzt werden. Auch das Pech spielte zu Beginn eine Rolle, so prallte beispielsweise Johanna Heldmanns Ball in der vierten Minute unglücklich zunächst an beide Pfosten und schließlich aus dem Tor. Nach sieben Minuten waren so erst vier Tore gefallen.

In der Folge nahm die Partie Fahrt auf, der BSV fand immer besser ins Spiel und konnte nach und nach eine Führung aufbauen. Vor allem Abwehrchefin Liv Süchting hatte daran mit vier Treffern in der ersten Halbzeit einen entscheidenden Anteil. Zur Pause stand es 14:11 für die Heim-Mannschaft.

Eine Schrecksekunde gab es in der 20. Minute: Charlotte Kähr blieb kurz nach ihrer Einwechslung weinend am Boden liegen, nachdem sie mit Sarah van Gulik zusammengeprallt war. Beide gingen im Zweikampf zu Boden, dabei wurde die Schweizer Nationalspielerin vom Fuß ihrer Gegenspielerin im Gesicht getroffen. Mit Verdacht auf Nasenbeinbruch konnte Charlotte Kähr die Partie nur noch von der Bank aus verfolgen.

In der zweiten Hälfte erwischte der BSV den deutlich besseren Start und konnte die Führung sehr schnellausbauen. Daran hatten drei Spielerinnen großen Anteil, die erstmals in dieser Saison in einem Heimspiel auf der Platte standen: Torhüterin Lea Rüther stand nach ihrer Knorpelverletzung im Knie und fast acht Monaten Pause in der 2. Halbzeit im Tor und kam nach anfänglichen Unsicherheiten auf acht Paraden bei einer überragenden Quote von 40% gehaltenen Bällen.

Ebenfalls acht Monte fehlte Annika Lott nach ihrer Schulter-OP, ihr Comeback entschied sich erst nach ärztlicher Freigabe zum Ende der Woche - und sie dankte es gleich mit einer überzeugenden Leistung und sechs Toren, davon allein vier Treffer in den letzten fünf Minuten der Partie.

Eine 100-Prozent-Quote hatte Isabelle Dölle, die in ihrem ersten Saison-Heimspiel fünf Treffer aus dem Rückraum beisteuerte. Spielerin des Tages auf Buxtehuder Seite allerdings wurde Liv Süchting, die als Abwehrchefin auch in der Offensive glänzte, sechs Tore wie Annika Lott erzielte und mit ihren Treffern in der ersten Halbzeit half, die Weichen auf Sieg zu stellen. Spielerin des Tages bei den Gästen war Rückraumspielerin Ines Ivancok, die ebenfalls sechs Mal traf.

"Die heutige Leistung entspricht nicht dem Anspruch, den Bensheim hat."




Gäste-Trainerin Heike Ahlgrimm beglückwünschte den BSV nach dem Spiel zu einem verdienten Sieg. Ihre Mannschaft habe heute nicht das zeigen können, was sie eigentlich auszeichne und sei heute nicht auf Augenhöhe gewesen. "Dass man in Buxtehude verlieren kann, ist in Ordnung, aber mit zwölf Toren schmerzt sehr", so Ahlgrimm. "Die heutige Leistung entspricht nicht dem Anspruch, den Bensheim hat."

BSV-Coach Dirk Leun zeigte sich nach dem Spiel hochzufrieden mit seiner Mannschaft: "Auch wenn es heute sehr viele gute Einzelleistungen gab - es war ein Sieg der ganzen Mannschaft." In der Anfangsphase, bemängelte Leun, habe es der BSV allerdings versäumt, sich klar abzusetzen. So habe seine Mannschaft aufgrund einiger Ungenauigkeiten im Passspiel in der ersten Hälfte ihre Konterchancen nicht nutzen können.

Umso wichtiger, dass die Mannschaft inzwischen eine innere Ruhe entwickelt habe und auf ihr eigenes Können vertraue. Unter dem Beifall der 350 Zuschauer fügte Dirk Leun hinzu: "Ich würde mir nur wünschen, dass mehr Menschen in die Halle dürfen. Vor mehr als 1.000 Zuschauern zu spielen, würde noch mal zehn Prozent mehr Spaß machen. Wir alle möchten diese Gänsehaut-Momente erleben."

"Es tut gerade weh, weil wir uns sehr viel vorgenommen haben. Das, was wir heute gemacht haben, das war nicht Bensheim und nicht das, was wir können. Das hatte eher den Anschein einer Kaffeefahrt", war die Flames-Trainerin richtig sauer über die gezeigte Leistung. "Aber so ist es nun mal im Sport und jetzt müssen wir den Blick nach vorne richten. Es geht immer wieder weiter und wir werden da wieder gestärkt herauskommen", blickt Heike Ahlgrimm jedoch schon wieder optimistisch nach vorne, denn viel Zeit haben die Flames nicht darüber nachzudenken. Am Mittwoch, 20.10.2021, empfangen die Flames in der Weststadthalle den amtierenden und diese Saison noch verlustpunktfreien Deutschen Meister Borussia Dortmund.

Buxtehuder SV: Kathi Filter, Lea Rühter; Liv Süchting (6), Annika Lott (6), Isabelle Dölle (5), Lisa Antl (5), Caro Müller-Korn (5/4), Meret Ossenkopp (2), Johanna Heldmann (2), Teresa von Prittwitz (2), Mailee Winterberg (1), Maxi Mühlner, Charlotte Kähr, Lucia Kollmer.