14.10.2021 12:30 Uhr - 1. Bundesliga - PM THC, red

"Ein absolutes Vorbild": THC-Linkshänderin Lydia Jakubisova mit doppeltem Jubiläum

Lýdia JakubisováLýdia Jakubisová
Quelle: Thüringer HC
Für eine Spielerin des Thüringer HC wird das Sonntagspiel gegen Molde HK ein ganz Besonderes. Lydia Jakubisova feiert am heutigen Donnerstag ihren 40. Geburtstag. 40 Jahre jung, mehr als 25 Jahre Leistungssportlerin im Handball, in der deutschen Bundesliga seit 2007.

"Nemo ist eine Handball-Ikone, eine Spielerin, die immer ein absolutes Vorbild für alle Sportler war und ist. Für mich war es ein Traum, als Trainer so eine tolle Frau trainieren zu dürfen und als Mensch eine Ehre, mit ihr über so viele Jahre verbunden zu sein", sagt ehrfurchtsvoll Herbert Müller.

Und der THC-Chefcoach, der gemeinsam mit Lebensgefährtin Petra Popluharova auch familiär sehr befreundet mit Jakubisova ist, führt aus: "Ich habe noch nie so eine Spielerin erlebt, die in jedem Training bei allen sportlichen Einheiten, in jedem Spiel, so wie Nemo immer 100 % anpeilt, ehrgeizig mit Leidenschaft kämpft, nicht verlieren will, einfach immer mehr als alles gibt. Es macht mir immensen Spaß, mit Nemo zusammenzuarbeiten."

Über die Stationen Rhein-Main Bienen, DJK/MJC Trier und den VfL Oldenburg kam die Slowakin im Juli 2011, vor nunmehr 10 Jahren, zum THC. Keine andere Spielerin hielt dem Thüringer Klub so lange die Treue. Am Sonntag spielt sie gegen Molde Elite in der 2. Qualifikationsrunde der EHF European League als erste THC-Spielerin überhaupt zum 300. Mal in einem Pflichtspiel für den Thüringer HC.

Und das nach zwei langen Verletzungspausen durch Kreuzbandrisse, einen ersten Kreuzbandriss hatte sie schon in Oldenburg. Die slowakische Nationalspielerin (126 Länderspiele - 414 Tore), die selbst mit 38 noch einmal in die Nationalmannschaft zurückgerufen wurde, ist längst eine Bad Langensalzaerin geworden, hat dort ihr Haus gebaut, einen Arbeitsplatz gefunden und hat sich zur Trainerin qualifiziert. Trainierte sie zuvor schon die D-Jugend, so verantwortet sie nun die A-Jugend und die Bundesligareserve in der 3. Liga. Ihre inzwischen 15-jährige Tochter Liliana spielt in der B-Jugend des THC-Nachwuchses.

Lydia Jakubisova hat beim THC mit fast einhundert anderen Spielerinnen in einer Mannschaft gestanden, darunter auch Katrin Engel und Kerstin Wohlbold. Diese beiden hat sie nunmehr in der Rang- und Reihenfolge mit den meisten Spielen für den THC überholt. Es gibt auf lange Sicht keine Nachfolgerin, die an eine solche Karriere, die mit sechs deutschen Meistertiteln, zwei Pokalsiegen und drei Supercup Siegen gekrönt ist, heranreichen würde.

Beate Scheffknecht, die gerade eine Schwangerschaftspause einlegt, hat 162 Pflichtspiele. Im aktuellen THC-Aufgebot hat Josefine Huber mit 136 Einsätzen den zweiten Rang hinter ihr. Die Mannschaftskapitänin Josefine Huber sagt über Lydia Jakubisova: ?Nemo ist so ein toller Mensch, wir alle lieben sie und sind unglaublich froh, so eine ehrgeizige, intelligente und erfahrene Spielerin in unserer Mannschaft zu haben. Jede von uns bewundert sie, und jede von uns kann noch sehr viel von ihr lernen. Sie ist einfach was ganz Besonderes."

Von ihren 300 Einsätzen war Lydia Jakubisova 188 Mal in der Bundesliga, 26 Mal im DHB-Pokal und 86 Mal in den europäischen Wettbewerben dabei. Die nächste Schallmauer peilt die Slowakin bereits an. Mit 975/10 Toren für den THC wird sie demnächst als dritte Spielerin aller Zeiten die 1.000-Tore-Marke erreichen. Mit 965 Feldtoren ist sie schon lange die beste Werferin aus dem Feld heraus, denn die Rekordtorschützinnen Iveta Koresova (1.345/480) und Katrin Engel (1.251/464) haben ihre Rekordmarke mit vielen Siebenmetertoren erreicht.

"Lydia Jakubisova ist definitiv der Inbegriff des so genannten ´THC-Gens´. Ich ziehe vor ihr dankbar meinen Hut. Mit ihren 40 Jahren ist sie noch immer jung geblieben und ihr Siegeswille ist ungebrochen. Schön, dass Nemo als Trainerin ihre Eigenschaften nun auch an die Jugend weitervermittelt und in unserem aktuellen Team noch immer zu den Leistungsträgerinnen zählt", so Müller abschließend.