09.10.2021 16:48 Uhr - Europameisterschaft - HP DHB, red

"Wir machen das sehr aktiv und mit Spaß": DHB-Kapitänin Emily Bölk im Interview

Emily Bölk ist neue Kapitänin des DHB-Teams.Emily Bölk ist neue Kapitänin des DHB-Teams.
Quelle: Marco Wolf
Gemeinsam mit Alina Grijseels ist Emily Bölk die neue Kapitänin der DHB-Frauen-Nationalmannschaft. Beim 36:10 gegen Griechenland am Donnerstag stand das Doppel in neuer Rolle erstmals gemeinsam auf dem Feld. Darüber, aber auch, wie sie sich in Budapest eingelebt hat, und was gegen Belarus am Sonntag (Anwurf: 19.30 Uhr, live auf Sport 1) in Trier zu erwarten ist, berichtet die Rückraumspielerin im Interview.

Klarer Sieg, tolles Ergebnis: Wie fanden Sie den Start in die EM-Qualifikation?

Emily Bölk:
Wir sind sehr happy, dass wir mit einem Sieg gestartet sind. Wir waren der Favorit gegen Griechenland und wir haben das konsequent durchgezogen. Wir haben anfangs etwas gebraucht, um ins Spiel zu finden, da haben wir uns ein paar unnötige Fehler geleistet. Aber dann hatten wir Sicherheit in Angriff und Abwehr, was die nur zwei Gegentore nach der Pause deutlich beweisen.

Zudem haben wir konsequent im Angriff weitergespielt, alle haben ihre Einsatzzeiten bekommen und wir konnten die Kräfte mit Blick auf Sonntag gut verteilen.

Gegen Griechenland waren erstmals Zuschauer in der Halle, wie wichtig war das für die Mannschaft?

Emily Bölk:
Die Corona-Zeiten waren lange, und deswegen war es mega, dass wieder Zuschauer dabei waren. Es war eine gute Stimmung, eine tolle Atmosphäre, das hatte wieder den Charakter eines Länderspiels. Und ich würde mich noch mehr freuen, wenn am Sonntag noch mehr Fans den Weg in die Halle finden.

Dann wartet mit Belarus aber ein stärkerer Gegner, oder?

Emily Bölk:
Genau so das sehe ich auch so. Belarus hat einige Spielerinnen mit Champions-League-Erfahrung und die spielen mit ihren Klubs auch auf einem höheren Niveau. Da müssen wir uns intensiv vorbereiten, damit wir am Sonntag wieder als Sieger von der Platte gehen.

Wie war das erste Spiel, in dem Sie sich mit Alina Grijseels die Kapitänsrolle geteilt haben?

Emily Bölk:
Ich war schon bei beiden WM-Playoffs gegen Portugal Interims-Kapitän und haben das Team aufs Feld führen dürfen, da war klar, dass Alina diese Rolle gestern hatte und ich Sonntag wieder haben werde. Für uns beide ist das alle sehr positiv gelaufen bis jetzt. Es ist für beide eine neue Aufgabe, wir sprechen gemeinsam die Mannschaft an, wir haben ein gemeinsames Auftreten, wir machen das sehr aktiv und mit Spaß.

Wie sehr haben Sie bei der EM-Qualifikation schon die Weltmeisterschaft im Dezember in Spanien in Hinterkopf?

Emily Bölk:
Unser primäres Ziel aktuell sind zwei Siege in der EM-Qualifikation, aber natürlich ist jedes Training, jeder Lehrgang und vor allem jedes Spiel eine Möglichkeit, um uns einzuspielen. Und daher wollen wir auch mit Blick auf die WM den Härtetest gegen Belarus erfolgreich bestehen.

Was hat sich für Sie seit dem Wechsel vom Thüringer HC zu FTC Budapest geändert?

Emily Bölk:
Die ersten zwei Monate waren super, da gab es so gut wie kein Corona im Sommer 2020 in Budapest, dann kam der Lockdown, und es gab nur noch Wohnung-Halle-Wohnung und ein bisschen Einkaufen. Aber mittlerweile spielt sich alles ein. Sportlich gesehen hatte ich den besten Start, den man sich vorstellen kann, gleich in der ersten Saison sind wir ungarischer Meister geworden, das ist alles nur positiv, ich fühle mich sehr wohl.

Und vieles ist anders als in Deutschland, die gesamten Rahmenbedingungen, auch wegen der größeren finanziellen Mittel, dank stattlichen Förderung. Fast alle in unserem Team und in der ungarischen Liga sind Profis, unsere Trainingshalle gehört dem Verein, wir können also bestimmen, wann wir trainieren, und das um 16 Uhr in der Regel auch Feierabend ist.

Wir haben ein Topteam rund um das Team, einen richtigen großen Trainerstab, da ist generell auch eine andere Qualität möglich. Aber ich freue mich auch, dass gerade mit Dortmund auch einmal eine deutsche Mannschaft erfolgreich in der Champions League oben mitspielen kann.