09.10.2021 15:25 Uhr - Europameisterschaft - HP DHB, red

Deutschlands Quali-Gegner Belarus im Porträt

Svetlana Minevskaja, hier im Spiel des Thüringer HC beim VfL Oldenburg am 3.10.2006.Svetlana Minevskaja, hier im Spiel des Thüringer HC beim VfL Oldenburg am 3.10.2006.
Quelle: Hermann Jack
Die letzte WM-Teilnahme war 1999, die letzte EM-Teilnahme datiert aus dem Jahr 2008, und die guten alten Zeiten sind vorbei: So ist der Stand der Dinge des Frauenhandballs in Belarus. Im ersten Qualifikationsspiel der diesjährigen EM-Qualifikation unterlag der kommende Gegner der Deutschen Auswahl den Niederlanden mit 27:38.

Das letzte EM-Qualifikationsspiel bestritt die Mannschaft von Aliaksandr Sytsko just in Deutschland - und verlor am 25. September 2019 in Coburg mit 30:40. Diese Qualifikation für die EM 2020 in Dänemark wurde bekanntlich nach zwei Spieltagen wegen Corona abgebrochen.

Da Belarus im Gegensatz zur deutschen Mannschaft nicht bei der EM 2018 am Start war, durften sie auch in Dänemark nicht mitspielen. In den WM-Play-offs für das Turnier im Dezember in Spanien waren die Weißrussinnen an Montenegro gescheitert. Überhaupt spielte Belarus nur 1997 und 1999 bei Weltmeisterschaften mit, viermal (2000, 2002, 2004 und 2008) qualifizierte man sich für Europameisterschaften.

Das war auch einmal anders gewesen: In den guten alten Sowjetzeiten kann man nur schwer an den Mannschaften von SKA Minsk vorbei, die bei den Männern, aber noch mehr bei den Frauen den Ton angaben. Keine andere Mannschaft hatte den Landesmeister-Wettbewerb (den Vorläufer der Champions League) bei den Frauen häufiger gewonnen.

Aber mit dem Ende der Sowjetunion ging es bergab mit dem nun weißrussischen Frauenhandball. Während sich die Männer um Weltstar Siarhei Rutenka so langsam fingen und mittlerweile viele Talente für Weißrussland am Start sind, sieht es bei den Frauen nicht so toll aus.

Den letzten Sieg einer weißrussischen Frauenmannschaft gegen eine DHB-Auswahl gab es 1994, als die Gastgeberinnen etwas überraschend 23:24 verloren, am Ende aber ins Finale einzogen und die Silbermedaille gewannen. Später gab es nur noch ein einziges EM-Duell zwischen Deutschland und Weißrussland und das endet mit einem 28:28-Remis bei der EURO 2008 im mazedonischen Skopje.

Ende der 1990er Jahre war Svetlana Minevskaja der Star, die mit der Sowjetunion dreimal Weltmeisterin geworden war. Sie ist die Mutter der DHB-Nationalspielerin Shenia Minevskaja, die ins Minsk geboren wurde, im Alter von drei Jahren aber nach Deutschland übersiedelte und die deutsche Staatsangehörigkeit annahm.

In der aktuellen Mannschaft finden sich keine Weltstars mehr, die meisten Spielerinnen verdienen in den heimischen Klubs Minsk und Gomel ihr Geld.

Mehr über das DHB-Team und die Quali gibt es im Arenamagazin Trier