03.10.2021 17:17 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Herrenberg unterliegt Zweitligakonkurrent Ketsch im Pokal

Marie Beddies wurde zur Spielerin des Spiels gewählt.Marie Beddies wurde zur Spielerin des Spiels gewählt.
Quelle: SG H2Ku Herrenberg
Die SG H2Ku Herrenberg ist gegen die Kurpfalz Bären in der zweiten Runde des DHB-Pokals mit 29:32 ausgeschieden. Die Herrenbergerinnen liefern den Kurpfalz Bären aus Ketsch dennoch einen großen Kampf.

Nach sechs Spielen in den letzten sechs Wochen hat sich bei den Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend der Verschleiß bemerkbar gemacht. Mit nur noch zwei etatmäßigen Rückraumspielerinnen gingen die "Kuties" aus Herrenberg ins Duell mit dem Bundesligaabsteiger. Lea Neubrander hatte sich am Freitagabend noch kurzfristig krankgemeldet. Rebecca Rott klagte zudem über Rückenprobleme.

Ohne große Wechselmöglichkeiten startete Trainer Mike Leibssle mit Michelle Wunschik, Sarah Neubrander und Marie Beddies ins Spiel. "Wir hatten ein ganz anderes Team zur Verfügung als in den letzten Wochen", sagte der Coach. Trotz allem legten die Herrenbergerinnen einen Blitzstart hin. Die flinke und schnelle Marie Beddies, welche später von den Gästen zur Spielerin des Spiels gewählt werden sollte, wirbelte die Abwehrreihen durcheinander und konnte immer wieder erfolgreich für ihre Mitspielerinnen auflegen.

Nach dem gut herausgespielten 6:1 durch Maileen Seeger war die Gästetrainerin Franziska Steil schon in der 9. Minute des Spiels gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Vor allem Beddies war ihr ein Dorn im Auge, weshalb sie fortan gedoppelt wurde. Die Maßnahme zeigte Wirkung. So schlichen sich in das Angriffsspiel der Kuties immer wieder technische Fehler ein. Diese wussten die Gäste aus der Rhein-Neckar-Region zu nutzen.

Die Abwehrreihe der Gastgeberinnen stand jedoch sehr gut und verteidigte stark im Kollektiv. Somit zwangen sie die Gäste immer wieder zu langen Angriffen. Lediglich die letzte Konsequenz fehlte und so fand der Ball teilweise nach dem letzten Pass der Gäste immer wieder den Weg ins Tor. In der 20. Minute war die Führung der Gastgeber somit egalisiert. Fortan ging es bis zum 17:17 zur Pause im Gleichschritt weiter.

Nach der Halbzeit stellten die Gäste von einer 6:0-Formation in der Abwehr auf eine offensivere 3:2:1 um. Trotzdem fanden die Herrenbergerinnen immer wieder Lösungen, um zum Torerfolg zu kommen. Mit zunehmender Spieldauer wechselte Coach Mike Leibssle neben Michelle Wunschik auch Sandra Kußmaul und Katrin Friedrich ein. Alle drei etatmäßigen Württembergliga-Spielerinnen überzeugten mit guten Aktionen. "Sie haben sich gut eingebracht. Ohne sie hätten wir keine schlagkräftige Truppe gehabt", lobte Leibssle.

Der Coach nutzte das Pokalspiel auch, um die ein oder andere taktische Variante auszuprobieren. Des Öfteren brachte er die siebte Feldspielerin im Angriff und spielte mit zwei Kreisläuferinnen. So konnten die Außen gut freigespielt werden. "Wir haben dabei nur einen Gegentreffer bei leerem Tor kassiert und gehen hier mit einem deutlichen Plus raus", lautete Leibssles Fazit.

So konnten die Kuties lange mithalten. Auch weil Torhüterin Sophia Holzner, die viel Spielzeit bekam, immer wieder parieren konnte. Irgendwann wurden die Kurpfälzerinnen jedoch immer stärker, zogen in der 53. Minute auf 30:27 davon. Bei den Herrenbergerinnen schwanden nun zunehmend die Kräfte. Spätestens als Cara Reuthal auf 32:27 für die Gäste stellte, war allen Zuschauern in der Marweghalle klar, wer als Sieger vom Feld gehen würde.

Trotz des Ausscheidens war Mike Leibssle nach dem Spiel zuversichtlich. "So wie wir aufgetreten sind, bin ich positiver Dinge für die Zukunft", sagte er. Auch wenn die Kuties mit einer fast komplett anderen Mannschaft gespielt haben, erkannte er einen großen Fortschritt im Vergleich zum Liga-Duell vor vier Wochen. "Wir haben viel geduldiger gespielt", freute er sich.

"Es war das erwartete schwierige Spiel nach der englischen Woche. Herrenberg zeigte sich stark verbessert und hat uns alles abverlangt. Meine Mannschaft kam nach dem Rückstand zu Beginn des Spiel zurück und wir sind am Ende verdient in die 3. Runde des DHB-Pokals eingezogen. Nun hoffen wir auf ein gutes Los und die Mädels können ein paar freie Tage verdient genießen", bilanzierte Bären-Trainerin Franziska Steil.