26.09.2021 12:46 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

"Unheimlich stolz": HSV Solingen-Gräfrath nach Derbysieg neuer Spitzenreiter

Der HSV Solingen-Gräfrath ist zumindest für eine Nacht neuer Spitzenreiter der 2.HBF.Der HSV Solingen-Gräfrath ist zumindest für eine Nacht neuer Spitzenreiter der 2.HBF.
Quelle: HSV Solingen-Gräfrath
Das große Oktoberfestzelt war vor der Solinger Klingenhalle aufgebaut, aber die Party fand drinnen statt. Vor knapp 500 Zuschauern gewann der HSV Solingen-Gräfrath gegen den bergischen Rivalen TVB Wuppertal mit 32:20 (14:7) und setzte sich - zumindest für eine Nacht - an die Tabellenspitze der 2. Liga.

Gerade einmal zwei Minuten konnte der TVB mithalten, führte durch zwei Treffer von Michelle Stefes sogar 2:1. Was dann folgte war ein wahre Handball-Demonstration des Teams von Trainerin Kerstin Reckenthäler. Torhüterin Natascha Krückemeier zeigte sich erneut als starker Rückhalt hinter einer kompakt stehenden Abwehr. Kapitänin Mandy Reinarz erkämpfte sich verloren geglaubte Bälle zurück und zog im Angriff die Fäden.

In der Offensive wie auch in der Defensive wirkte das Team von Dominik Schlechter wie gelähmt und scheiterte überdies allzu oft freistehend vor HSV-Torhüterin Natascha Krückemeier. In der Abwehr ließ sich der Innenblock immer wieder überlisten und kassierte vor allem im ersten Durchgang viel zu viele Tore über die Kreisposition.

Mit variablem Spiel wurde die Beyeröhder Abwehr vor immer neue Herausforderungen gestellt, fast immer trafen die Gräfratherinnen die richtigen Entscheidungen und brachten sich in gute Wurfpositionen. Nach einer Viertelstunde netzte Lara Karathanassis zum 9:3 für die Heim-Mannschaft ein. Eine Vorentscheidung war gefallen. Es war eine tolle Stimmung in der Klingenhalle und zufriedene Gesichter als sich die beherzt auftretende Luca Tesche mit dem Treffer zum 14:7-Halbzeitstand belohnte.

Nach der Pause bot sich das gleiche Bild: Gräfrath mit viel Spielwitz, Beyeröhde ideenlos. Cassy Nanfack "narrte" den Wuppertaler Innenblock und Torfrau Julie Baerthel mit einer Wurftäuschung bevor sie die erste Zehn-Tore-Führung herauswarf (20:10, 38.).

Beim Spielstand von 25:11 nahm Wuppertals Trainer Dominik Schlechter seine bereits dritte Auszeit (46.), wollte angesichts des in der Endabrechnung zählenden Torverhältnisses Schadensbegrenzung betreiben. So wirklich erreichte er sein Team nicht.

Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. Als die erfolgreichsten HSV-Werferinnen Vanessa Brandt, Zissi Penz und Mandy Reinarz Kräfte schonen durften für die Nachholpartie am kommenden Mittwoch beim SV Werder Bremen, ließ Linkshänderin Jule Polsz mit ihren drei Treffern innerhalb einer Minute aufblitzen, über welches Wurfrepertoire sie verfügt. Nichts wollte bei den Gästen mehr gelingen und auf der anderen Seite spulten die Gastgeberinnen sicher ihr Programm ab. Selbst eine Ergebniskosmetik war den Handballgirls nicht mehr vergönnt. Und als Sena Gün in der Schlusssekunde gegen die beste Wuppertalerin Michi Stefes noch einen Siebenmeter entschärfte, kannte der Jubel keine Grenzen.

"Super Spiel, super Stimmung. Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft wie sie heute aufgetreten ist", war die Freude bei Trainerin Kerstin Reckenthäler nach dem dritten Derbysieg in Folge riesengroß.

HSV Solingen-Gräfrath: Natascha Krückemeier, Lisa Fahnenbruck, Sena Gün; Mandy Reinarz (4), Vanessa Brandt (6/3), Cassy Nanfack (1), Lara Karathanassis (2), Franziska Penz (5), Sandra Münch (1), Hannah Kamp, Merit Müller (2), Jule Polsz (3), Carina Senel (3), Luca Tesche (2), Nele Weyh (3), Jette Clauberg.

TVB Wuppertal: Julie Baerthel, Dana Centini; Leonie Schmitz (2), Hanna Wagner, Nele Eckert (1), Michelle Stefes (7/3), Nika Matavs (3), Lina Hovenjürgen (2), Mona Bratzke (2), Zoe Stens, Insa Weisz (2), Lea Flohr (1).