26.09.2021 10:52 Uhr - 2. Bundesliga - PM TuS, PM ESV, red

Unentschieden in Regensburg: Lintfort lässt sich von Hektik anstecken

Punkteteilung bei Regensburg gegen LintfortPunkteteilung bei Regensburg gegen Lintfort
Quelle: HC Wagner, ESV
Ein 26:26 Unentschieden gab es für die Handballerinnen des TuS Lintfort beim Aufsteiger ESV Regensburg. In einer zerfahrenen und hektischen Partie drehten die Schützlinge von Trainerin Bettina Grenz-Klein dabei einen 18:24-Rückstand fast noch um - am Ende nahmen sie einen Punkt mit auf die lange Rückreise.

Lintfort kam zunächst gut in die Partie und ging mit 4:1 in Führung. Der Aufsteiger aus Bayern ließ aber nicht locker und glich zügig aus. Ein Doppelpack von Youngster Johanna Brennauer, die jedes ihrer sieben Tore vor dem Seitenwechsel erzielte und vom Siebenmeterstrich alle fünf Versuche verwandelte, sorgte für das 8:6.

"Der Knackpunkt für uns was dann sicher die völlig überzogene rote Karte gegen Lisa Kunert. Man sieht deutlich im Video, dass sie nicht einmal foult, geschweige denn überhart zu Werke geht", ärgerte sich Grenz-Klein nach dem Spiel. Regensburg nutzte die Hektik und setzte sich auf 16:11 ab. Erst kurz vor der Pause konnte Lintfort mit zwei Treffern dann noch verkürzen, mit einem 16:13 ging es in die Kabinen.

"Wir haben in dieser hektischen Partie einfach zu viele Fehler gemacht. Die Ausfälle von Eva Legermann, Hannah Haase und dann auch Lisa Kunert haben sich natürlich bemerkbar gemacht", fand Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein, die sich ärgerte, dass sich ihre Mannschaft von so viel Hektik anstecken ließ.

Regensburg gab weiter den Ton an: Angeführt vom starken Rückraumtrio Nicole Lederer, Amelie Bayerl und Franziska Peter bauten die Oberpfälzerinnen den Vorsprung bis zur 45. Minute auf 24:18 aus. Ein wichtiger Faktor war dabei auch Torhüterin Natalia Krupa, die nach Wiederanpfiff phänomenal agierte und die nach zwei spektakulären Doppelparaden Zuschauer zu Sprechchören animierte.

Der Akku des dezimierten ESV-Teams - neben den Langzeitverletzten Anika Bissel, Sophia Peter und Anna Fuhrmann fehlte Linkshänderin Julia Smidéliusz - kam langsam in den roten Bereich. Der ESV verpasste nun einige Male die Vorentscheidung, da auch Lintforts Keeperin Laura Graef sich zu einem fast unüberwindbaren Hindernis gesteigert hatte. Die Gäste kämpften verbissen und kamen immer näher.

Die Schlüsselszene in einer schwer zur leitenden Partie war dann eine aus Regensburger Sicht nicht geahndete Foulsperre der TuS-Kreisläuferin samt Gegentor. Bei der Aktion zog sich die in Angriff und Abwehr überzeugende Nicole Lederer eine Fingerverletzung zu und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Nun musste Kreisläuferin Julia Drachsler notgedrungen im Rückraum aushelfen und eine Zeitstrafe gegen Positionskollegin Sara Mustafic beim Stande von 26:26 ließ nichts Gutes erwarten - doch am Ende blieb es bei der Punkteteilung.

"Dann haben wir aber Moral gezeigt und bewiesen, warum wir so schwer zu schlagen sind. Die Mädels haben nie aufgegeben und am Ende verdient einen Punkt mitgenommen. Kompliment an das Team für diese Moral", freute sich Bettina Grenz-Klein nach dem Schlusspfiff über das Comeback nach dem zwischenzeitlichen 18:24.

"Die Mädels haben heute wieder alles gegeben und den Umständen getrotzt. Wenn man so lange und dann noch mit sechs Toren führt, sieht es wie ein Punktverlust aus. Letztendlich haben wir aber einem Spitzenteam einen Zähler abgerungen und das war vor Anpfiff nicht unbedingt zu erwarten", bilanzierte ESV-Coach Csaba Szücs nach dem 26:26.