13.09.2021 13:27 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, dpa, red

Bayer Leverkusen nach personellen Rückschlägen mit knapper Heimniederlage

Zoe SprengersZoe Sprengers
Quelle: Jörg Dembinski / Spielbilder Werkselfen TSV Bayer 04 Leverkusen
Den Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC ist im zweiten Saisonspiel der erste Sieg gelungen. Beim TSV Bayer 04 Leverkusen setzte sich das Team von Trainer Herbert Müller am Sonntagnachmittag knapp mit 24:23 (13:13) durch. Beste Werferinnen des THC waren Dominika Zachova und Anika Niederwieser mit jeweils sechs Toren, auch Rinka Duijndam war zwischen den Pfosten ein großer Rückhalt. Bei Leverkusen ragten Torhüterin Kristina Graovac und Zoe Sprengers (9) heraus.

Es hätte für die Werkselfen im Vorfeld des zweiten Spieltags und ersten Heimspieles der Saison kaum schlimmer kommen können. Statt sich mit den Mitspielerinnen warm zu machen, hockte Mariana Ferreira Lopes mit Gehhilfen hinter der Bank. Die Portugiesin, in der Vorsaison einer der Haupttorschützinnen im Bayer-Trikot, hatte sich am Donnerstag das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen und wird nun monatelang nicht zur Verfügung stehen.

So saß die Rückraumspielerin gemeinsam mit Teamkameradin Fanta Keita (ebenfalls Kreuzbandriss) hinter der Bank und feuerte ihr Team leidenschaftlich an. THC-Trainer Herbert Müller war trotz des ersten Saisonsieges seiner Mannschaft nach dem Spiel nur bedingt zufrieden, hatte aber dafür eine Menge Lob für die Gastgeber übrig: "Wir haben heute eine junge Leverkusener Mannschaft gesehen, die bis zum Umfallen gefightet hat, die keine Sekunde aufgegeben hat und in jeder Sekunde versucht hat, dem Spiel noch eine Wende zu geben."

Sein eigenes Team kam in der Spielbeurteilung nicht so gut weg, hatte sie doch ein vermeintliches sicheres 24:21 zwei Minuten vor dem Ende fast noch hergegeben: "Wir haben war eine ordentliche Abwehr gespielt, aber unser Angriffsspiel war zu langsam, zu pomadig und war eine absolute Frechheit. Wenn wir mal durch waren, haben wir auch noch schlecht geworfen bzw. die Leverkusener Torfrau hat es richtig gut gemacht."

Die angesprochene Torfrau war Kristina Graovac, die gemeinsam mit Linksaußen Zoë Sprengers die überragende Akteurin der Partie war. Neben einer fantastischen Haltequote von 45 Prozent leitete die Kroatin darüber hinaus mit langen Pässen die Hälfte der Tore von Sprengers ein. Ein Schachzug, der Müller fast zur Verzweiflung und die Arena zum Kochen brachte.

"Es wäre auch mehr drin gewesen, aber wir haben uns leider auch eine Vielzahl von leichten Fehlern erlaubt. Kristina war ganz hervorragend und konnte mit ihren risikoreichen Pässen auf Zoë immer wieder Nadelstiche setzen. Diese Aktionen haben uns ins Spiel zurückgebracht. Leider hatten wir zu wenig Durchschlagskraft aus dem Rückraum", bilanzierte Werkselfen-Trainer Martin Schwarzwald.

Die Rheinländerinnen mussten darüber hinaus Mitte der zweiten Hälfte noch einen weiteren Schockmoment verkraften. Marija Kaludjerovic knickte bei einem Gegenstoß um und musste mit einer Verletzung des linken Sprunggelenks vom Spielfeld getragen werden. Eine MRT-Untersuchung in der kommenden Woche muss Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen.