13.09.2021 12:31 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

HSG Bensheim-Auerbach Flames bei Heimpremiere gegen Neckarsulm "viel zu brav"

Jill Kooij kassierte die Rote KarteJill Kooij kassierte die Rote Karte
Quelle: Andrea Müller, Flames
Ihre Heimpremiere hatten sich die Flames der HSG Bensheim/Auerbach wahrlich anders vorgestellt. Die Flames verloren ihr erstes Heimspiel vor 484 Zuschauern in der Weststadthalle gegen die Sport-Union Neckarsulm unerwartet deutlich mit 28:36 (16:17). Am Ende jubelte nur der Gegner mit den mitgereisten Fans. Beste Werferinnen waren Lisa Friedberger (6/3 Tore) und Myrthe Schoenaker (5) bei den Flames, bei der Sport-Union waren Irene Espinola Perez mit 8 Toren und Nathalie Hendrikse mit 6 Toren am erfolgreichsten.

"Wir haben 36 Tore bekommen, weil wir heute überhaupt keine Abwehr gespielt haben. Wir haben keinen Zugriff bekommen, wir haben überhaupt keinen Körperkontakt gehabt, wir waren viel zu brav und hatten nur eine Zweiminutenstrafe. Neckarsulm hat sich das erkämpft, sie haben gefightet und gerackert", musste Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach der Partie feststellen.

Bereits nach fünf Minuten hatte sich Neckarsulm durch Irene Espinola Perez und Jill Kooij eine Zwei-Tore-Führung erarbeitet und gab diese auch lange Zeit nicht mehr ab. Bensheim kam erst in der 22. Minute zum zwischenzeitlichen Ausgleich, konnte das Spiel auch dank der Einwechslung von Sarah Wachter im SUN-Tor aber nie drehen. Die spielentscheidende Phase war dann Mitte der zweiten Halbzeit, als die Gastgeberinnen vom 22:24 auf 22:28 abreißen ließen.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit nach dem 22:24 völlig den Kopf verloren. Wir waren hektisch und keine Einheit auf dem Feld. Von daher steht jetzt dieses Ergebnis auf der Anzeigentafel, was natürlich sehr hoch ist", so Ahlgrimm. "Vielleicht kommt es aber auch zur rechten Zeit, weil alle uns schon wieder hochgejubelt haben, weil wir einen Punkt in Thüringen geholt haben. Wir kriegen nichts geschenkt und wir müssen in jedem Spiel da sein und wenn wir es nicht sind, dann stehen wir als Verlierer auf dem Feld."

Auch die dritte Zeitstrafe und die damit verbundene rote Karte und Disqualifikation gegen Jill Kooij (48.) tat dem Spielfluss und der Abwehrleistung der Gäste keinen Abbruch. In der 55. Minute war der Vorsprung nach einem Treffer von Nathalie Hendrikse zum 25:33 bereits auf 8 Tore gewachsen. Diesen Vorsprung behielten die Gäste bis zum Schlusspfiff. Den Schlusspunkt setzte Sharon Nooitmeer zum 28:36-Endstand.

"Ich bin heute unglaublich glücklich und für mich als Trainerin gab es schon lange keinen Sieg mehr, der so gut geschmeckt hat wie dieser. Ich hab nach unserem Spiel gegen Dortmund eine starke Antwort bekommen und wirklich eine Mannschaft gesehen, die kämpft, läuft und als Team den Handball in jeder Sekunde liebt. Das sind für mich die Gründe, dass wir den Sieg heute feiern können. Bensheim hat gut gespielt und ist es hier immer schwer, aber heute waren wir einfach einen Tick besser", freute sich SUN-Trainerin Tanja Logvin.