13.09.2021 10:21 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Starke erste Halbzeit bringt VfL Waiblingen den Sieg im Topspiel gegen TuS Lintfort

6 Tore: Caren Hammer6 Tore: Caren Hammer
Quelle: Heiko Potthoff
Der VfL Waiblingen konnte das Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga Frauen gewinnen. Grundlage für den 28:25-Heimerfolg (18:11) gegen den TuS Lintfort war vor allem eine erneut glanzvolle erste Halbzeit, in der Waiblingen schon mit bis zu neun Toren Vorsprung führte.

"In der ersten Halbzeit waren wir in Abwehr und Angriff eigentlich gar nicht anwesend", ärgerte sich Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein nach dem Spiel. "Was wir im Angriff geboten haben, war nicht zweitligareif und auch in der Abwehr haben wir keinen Zugriff gefunden", ging die Trainerin mit sich und ihrem Team stark ins Gericht.

Der VfL benötigte zwar etwas mehr Anlauf als vor einer Woche in Göppingen. Doch nach dem schnellen 0:2-Rückstand rollte der Waiblinger Angriffsexpress auf Hochtouren. Die Waiblingen Tigers konnten sich erneut auf die zahlreichen Paraden von Torhüterin Celina Meißner verlassen. Genauso wie auf Kapitänin Caren Hammer, die sowohl im Angriff als auch in der Abwehr bestes Handball-Handwerk verrichtete.

Und wie schon beim Auswärtserfolg vor einer Woche brillierte Waiblingens Neuzugang Rabea Pollakowski auf der Linksaußenposition und im Tempogegenstoß. Innerhalb von weniger als drei Minuten drehte der VfL den Rückstand in die 4:2-Führung. Bei den Gästen strahlte anfangs lediglich Prudence Kinlend Gefahr für das Waiblinger Tor aus. Gegen den energischen Antritt der linken Rückraumspielerin agierte die VfL-Abwehr mitunter zu zögerlich.

Doch mit dem Tempogegenstoßspiel mit den genau richtig getimten Pässen auf Pollakowski und dem überlegten Positionsspiel des VfL konnten der TuS nicht mithalten. Bis kurz vor der Pause knüpften die Waiblingen Tigers an ihre Glanzleistung in Göppingen an und zogen über die Spielstände von 9:5 und 13:6 auf 18:9 davon. "In dieser Phase haben wir reihenweise klare Chancen liegen gelassen. Da darf man sich über einen 11-18 Pausenrückstand nicht wundern", so Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein.

Lintfort beweist Moral in zweiter Halbzeit




Deutlich zäher starteten beide Teams in den zweiten Durchgang. Lintforts Abwehr hatte sich nun mit einer offensiveren Ausrichtung besser auf den Waiblinger Angriff eingestellt. Die VfL-Angreiferinnen versuchten nun zu häufig im Eins-gegen-Eins-Spiel durchzukommen, der Spielfluss ging zunehmend verloren und es wurden eine Reihe von Abspielfehlern fabriziert.

Aber auch die Gäste ließen vorne viele Chancen liegen gegen eine weiterhin aufmerksame Celina Meißner im Tor. Es war nun nicht mehr das Waiblinger Angriffsspektakel aus dem ersten Durchgang, dennoch verteidigten die Tigers ihren Sieben-Tore-Halbzeitvorsprung bis zum 21:14 (40. Minute). Gut vier Minuten später hatte der VfL beim 24:15 sogar den höchsten Trefferabstand aus Durchgang eins wieder hergestellt.

In der letzten Viertelstunde verzettelten sich die Waiblingerinnen jedoch immer mehr in erfolglosen Einzelaktionen, die Lintfort zum Kontern einluden. Das Team von Gästetrainerin Bettina Grenz-Klein steckte nie auf. "Lintfort ist bekannt dafür, dass sie bis zur letzten Sekunde Vollgas geben, egal wie der Spielstand ist", fand Waiblingens Chefcoach Thomas Zeitz nach dem Spielende anerkennende Worte für den Gegner.

Lintfort belohnte sich für seinen unermüdlichen Einsatz mit sechs Toren in Folge - knapp zehn Minuten vor dem Ende stand es plötzlich nur noch 24:21 für den VfL. "Da haben wir Moral bewiesen und mit viel Laufbereitschaft dagegen gehalten", bilanzierte Grenz-Klein. Kurz sah es nach einem Déjà-vu für die Waiblingerinnen aus, denn im Heimspiel gegen Lintfort in der vergangenen Saison hatten die Tigers auch lange geführt und am Ende doch noch knapp verloren.

Das passierte Waiblingen dieses Mal jedoch nicht: Denn Alina Ridder traf zum genau richtigen Zeitpunkt von Linksaußen zum 25:21, Vivien Jäger legte zum 26:21 nach. Am Ende landete der VfL den verdienten 28:25-Heimsieg. "Ein Sonderlob geht heute an Prudence Kinlend, die über weite Strecken Alleinunterhalterin war und die immer wieder in die Zweikämpfe gegangen ist. Aber auch Hannah Haase hat sehr druckvoll agiert", sah Lintforts Trainerin wenigstens auch einige positive Aspekte in der Niederlage.

"Wir haben über weite Strecken wieder eine starke Leistung gezeigt", befand ein zufriedener VfL-Coach Thomas Zeitz nach dem Spielende. "Natürlich lief es in der letzten Viertelstunde nicht mehr so gut. Aber man muss auch sehen, dass wir mit Göppingen einen Aufstiegsaspiranten zum Auftakt hatten und nun gegen den Dritten der vergangenen Saison gespielt haben. Daraus 4:0 Punkte zu holen, war nicht selbstverständlich. Das letzte Viertel der Partie hat uns aber auch gezeigt, dass wir immer weiter an uns arbeiten müssen."

VfL Waiblingen: Meißner, Wunsch;
Sabljak (2), Nagler (1), Schraml, Hagen (2), Klingler, Brand (2), Hammer (6), Wulf, Henkel (3/1), Ridder (1), Jäger (2), Pollakowski (9/2)

TuS Lintfort: Graef, Humpert;
Kinlend (7), Legermann, Lambertz (2), Samplonius (3/3), Haase (5), Gruner (1), Henschel (1), Drent (1), Kuhn, Willing, Lucas, Kunert (3), Heimes (2)