11.09.2021 08:32 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Sport-Union Neckarsulm kämpft in Bensheim um die ersten Punkte der neuen Saison

Leonie Kockel - hier beim 1. Dentsply Sirona Cup im August im Spiel um Platz 3 zwischen den Flames und der Sport-Union - fehlt aufgrund eines KreuzbandrissesLeonie Kockel - hier beim 1. Dentsply Sirona Cup im August im Spiel um Platz 3 zwischen den Flames und der Sport-Union - fehlt aufgrund eines Kreuzbandrisses
Quelle: Andrea Müller, Flames
Nach der 28:36-Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund geht die Reise für die Sport-Union Neckarsulm beim ersten Auswärtsspiel der neuen Saison in das nahgelegene Bensheim. Um 18:00 Uhr trifft das Team von Trainerin Tanja Logvin dort am 2. Spieltag auf die HSG Bensheim/Auerbach.

Die Flames haben am ersten Spieltag der Handball Bundesliga Frauen (HBF) durchaus überrascht und als eingespielte Mannschaft dem Favoriten Thüringer HC mit vielen Neuzugängen einen Punkt geklaut. Teuer bezahlt wurde das 22:22-Unentschieden aber durch eine schwere Knieverletzung von Linkshänderin Leonie Kockel.

"Der Ausfall trifft uns hart. Leo war gut drauf. Jetzt steht für sie aber erstmal eine Operation an", erläutert Heike Ahlgrimm und weiter "wir müssen den Ausfall als Team kompensieren und den Schwung aus dem Thüringenspiel mitnehmen. Wir wollen in unserem ersten Heimspiel die zwei Punkte holen und werden dafür wieder alles in die Waagschale werfen". Den Schock über die Verletzung hatten die Flames in der Vorwoche in einen erneuten Motivationsschub umgewandelt und sich nach dem 14:9-Rückstand zur Halbzeit noch stark in der Salza-Halle zurück gekämpft.

Bensheim steigert sich seit dem Aufstieg im Jahr 2017 kontinuierlich und bestätigt diesen positiven Trend auch in der vergangenen Spielzeit. Mit Torhüterin Vanessa Fehr, Myrthe Schoenaker und Saskia Fackel wurde der Kader von Trainerin Heike Ahlgrimm nochmals in der Breite verstärkt. Mit schweren Verletzungen fallen neben Kockel aber derzeit auch Alicia Soffel sowie Sarah Dekker bei den Flames aus und konnten auch in der gesamten Vorbereitung nicht mitwirken.

Mit Rang 6 in der Saison 2020/2021 hat die Sport-Union Neckarsulm ihre erfolgreichste Spielzeit in der Beletage absolviert. Cheftrainerin Tanja Logvin hat für die neue Saison nun den Kader gezielt umgebaut und verstärkt - vier Abgängen stehen insgesamt fünf Neuzugänge gegenüber. Dies unterstreicht auch die Ambitionen, die die Sport-Union Neckarsulm diese Saison hat, nämlich mindestens den Tabellenplatz 6 bestätigen und möglichst Angriff auf einen internationalen Startplatz.

Am Kreis soll Sharon Nooitmeer den Platz hinter Landsmännin Jill Kooij einnehmen, Sara Senvald hingegen ist zu ihrem Ex-Verein Podravka Vegeta Koprivnica zurückgekehrt. Der Rückraum erhält durch die Schweizerin Daphne Gautschi (HB Metz), Sophie Lütke (Union Halle-Neustadt) und Linkshänderin Svenja Mann (SG Schozach-Bottwartal) mehr Tiefe, zumal dort nur die Schweizerin Chantal Wick den Klub zu Aufsteiger Zwickau verlassen hat.

Eine der namhaftesten Neuzugänge ist mit Sicherheit aber auf der Linksaußenposition zu finden. Mit Johanna Stockschläder lotste man eine deutsche Nationalspielerin von Meister Borussia Dortmund nach Schwaben. Wie wichtig sie für die Sport-Union sein kann, zeigte sich bereits letztes Wochenende. Bei der 28:36 (14:18) Niederlage gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund war Stockschläder siebenmal erfolgreich, auf sechs Tore kam Rückraumspielerin Irene Espinola Perez. Krankheitsbedingt fehlten gegen den BVB Selina Kalmbach sowie die beiden Langzeitverletzten Carmen Moser und Sophie Lütke. Selina Kalmbach wird gegen die Flames aber wieder auflaufen.

Neckarsulm und Bensheim/Auerbach kennen sich durch die Nähe bestens und testeten somit auch wieder einmal in der Vorbereitung beim Dentsply Sirona-Cup der Flames. Im Spiel um Platz drei setzten sich Ende August die Gastgeberinnen durch, doch nach einem schwachen Start der Neckarsulmerinnen begegneten sich beide Mannschaften über den gesamten Spielverlauf wie in den vergangenen Jahren auf Augenhöhe.

Ein ähnlich enges Match könnte es auch am Samstag werden. "Das wird ein ganz enges Spiel auf Augenhöhe. Es wird ein schweres Spiel und auf keinen Fall ein Selbstläufer. In der vergangenen Saison hatten wir noch beide Spiele verloren, sind aber mit Sicherheit nicht chancenlos", schaut Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm durchaus optimistisch auf die anstehende Partie.

Nach der Heimniederlage gegen Dortmund wird nun zumindest auch Selina Kalmbach mit dem Spiel bei den Flames in die neue Saison starten können und Neuzugang Johanna Stockschläder auf Linksaußen unterstützen. Neben Carmen Moser und Sophie Lütke sind allerdings vereinzelte Spielerinnen im Team von Tanja Logvin weiterhin angeschlagen.

"Wir haben gegen Dortmund kein schlechtes Spiel gemacht, haben allerdings zu viele einfache Gegentore durch den Tempo-Gegenstoß bekommen. Mit Bensheim haben wir das erste Auswärtsspiel vor uns und es wird bei den Flames mit Sicherheit kein einfaches Spiel. Aber wir wollen im Vergleich zur Vorbereitung den positiven Trend in unserem Spiel fortsetzen und die Heimreise nach Neckarsulm auf jeden Fall mit zwei Punkten im Gepäck bestreiten", sagt Tanja Logvin vor dem Duell mit der HSG Bensheim/Auerbach.

Die Flames hoffen eine gut besuchte Weststadthalle. "Wir freuen uns auf möglichst viel Unterstützung von den Rängen", appelliert daher Heike Ahlgrimm an die Fans doch in die Halle zu kommen. Auf Grundlage der aktuellen hessischen Corona Schutzverordnung und den Bestimmungen des Gesundheitsamtes des Kreises Bergstraße finden die Spiele in der heimischen Weststadthalle auch in der Saison 2021/22 mit limitierter Zuschaueranzahl statt.

"Je nach aktueller Lage im Kreis Bergstraße kann es somit zu Schwankungen der zugelassenen Zuschaueranzahl kommen. Diese beziehen sich auf die Personengruppe, die nicht über den 2G-Status (Genesene und Geimpfte Personen) verfügen und für den Zugang zur Halle einen aktuellen Test nachweisen müssen. Aktuell liegt die Anzahl der Zuschauer mit Test bei maximal 100. Wir bitten diese um rechtzeitiges Erscheinen - first come, first serve. Die Besitzer einer Dauerkarte für die Saison 2021/22 mit dem 2G Status sowie Käufer einer Tageskarte mit dem 2G Staus erhalten garantierten Eintritt zu den Spielen", so der Verein.