05.09.2021 08:36 Uhr - 1. Bundesliga - PM THC, dpa, red

"Leichtfertig verlorener Punkt" - Thüringer HC mit Remis zum Bundesliga-Start

Der Thüringer HC hat im ersten Spiel einen Punkt abgegeben.Der Thüringer HC hat im ersten Spiel einen Punkt abgegeben.
Quelle: Falk Freytag, Thüringer HC
Die Handballerinnen des Thüringer HC haben den erhofften Sieg zum Bundesliga-Auftakt verpasst. Das runderneuerte Team von Trainer Herbert Müller musste sich am Samstagabend gegen die HSG Bensheim/Auerbach nach zwei grundverschiedenen Halbzeiten mit einem 22:22 (14:9) begnügen. Beste Werferinnen des THC waren die Neuzugänge Jennifer Rode und Lamprini Tsakalou mit jeweils fünf Treffern.

Elf Spielerinnen musste der Thüringer HC in der neunwöchigen Saisonvorbereitung in das Team integrieren. Gegen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach wollte die Mannschaft zeigen, was das intensive Training gebracht hat. Zudem sollte der Start in die neue Saison in der gut gefüllten Salza Halle glücken.

Der Thüringer HC legte zum 1:0 vor. Jennifer Rode erzielte den ersten Treffer für die Gastgeber in der neuen Saison. Die HSG Bensheim spielte von Beginn an offensiv und ging mit einem Strafwurftreffer in Führung. Nach fünf gespielten Minuten erzielte Anika Niederwieser den Ausgleichtreffer zum 2:2. Den ersten Zweitorevorsprung erzielte Dominika Zachova drei Minuten später per Tempogegenstoß. Der Thüringer HC zeigte sich kämpferisch, machte Druck im Angriff und störte aus der eigenen Abwehr heraus die Flames früh.

Dominika Zachova musste kurz vor Ende der 10. Minute eine Zeitstrafe absitzen. In Unterzahl erhöhten die Thüringerinnen auf 7:4. Mit guten Einzelaktionen setzte der Gastgeber die Flames weiter unter Druck. Lamprini Tsakalou setzte sich gegen mehrere Abwehrspielerinnen durch und traf zum 9:6. Das zwang Heike Ahlgrimm in der 16. Minute zum ersten Team Timeout.

Die HSG Bensheim/Auerbach wehrte sich und Myrthe Schoenaker erzielte mit Glück den Anschlusstreffer zum 10:7. Im Tor des THC zeigten Rinka Duijndam und Petra Blazek tolle Paraden und zementierten so den Vorsprung in der 20. Minute. In der gleichen Minute verletzte sich die Bensheimerin Leonie Kockel im Angriff und musste vom Spielfeld gebracht werden. In die letzten zehn Minuten der ersten Spielhälfte ging es mit einem 11:7 für die Gastgeberinnen.

Für Flames war es weniger das Problem das Tempo mitzugehen, vielmehr waren es technische Fehler im Spielaufbau und die Paraden der Thüringer Torfrauen, die schnelle Treffer verhinderten. Eine knappe halbe Minute vor dem Pausenpfiff wurde Lamprini Tsakalou gefoult. Mit dem fälligen Strafwurf scheiterte die Griechin an der Bensheimer Torhüterin Vanessa Fehr. In die Halbzeitpause verabschiedete sich der THC mit 14:9.

Schon zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte der THC das Tempo und spielte mit der siebten Feldspielerin. Sarah van Gulik reagierte aus einer guten Abwehrsituation heraus und traf ins leere Tor der Gastgeberinnen zum 15:10. Die Gäste nutzten die sich auftuenden Fehler des THC, um den Vorsprung nicht größer werden zu lassen, konnten die sich bietenden Chancen aber nicht zu ihren Gunsten verwerten. Trotzdem merkte man schon jetzt, da steht ein anderes Gästeteam auf der Platte als in den ersten 30 Minuten.

Miranda Schmidt-Robben erzielte in der 37. Minute von der linken Außenbahn das 17:12. Lisa Friedberger hielt mit einem Strafwurftreffer zum 17:13 den Anschluss. Pech für Lamprini Tsakalou von der Siebenmeterlinie, die in der 39. Minute bereits den zweiten Strafwurf nicht verwandeln konnte und an Helen van Beurden scheiterte. Mit dem ersten Drittel der zweiten Halbzeit zeigte sich Herbert Müller deutlich unzufrieden und bat sein Team zum Gespräch. Die Flames zeigten einige sehenswerte Aktionen im Angriff und schlossen diese erfolgreich ab. Zwischenzeitlich verkürzten die Gäste auf zwei Tore - 18:16.

Schnell fingen sich die THC-Spielerinnen und legten Mitte der zweiten Halbzeit zum 20:16 nach. Noch zehn Minuten waren zu spielen, doch die Flames ließen nicht locker. Der THC machte es den Gästen in dieser Phase aber auch leicht und die Flames verkürzten zum 20:18. Danke der eigener Fehler verpassten die Gäste ein besseres Ergebnis. Knapp drei Minuten später erzielte Myrthe Schoeaker den direkten Anschlusstreffer zum 21:20. Das Spiel war wieder offen.

In der zweiten Spielhälfte produzierte der THC zu viele Fehler. Vor allem im Abschluss ließen die Frauen um Spielführerin Josefine Huber zu viele Chancen liegen. Einfache Würfe landeten nicht im Bensheimer Tor und so gelang den Flames der 21:21-Ausgleich. Noch fünf Minuten blieben Zeit, um sich zu finden und das Spiel zu entscheiden. Mit einem Strafwurftreffer legte Dominika Zachova vor, Saskia Fackel glich aus. Beim Stand von 22:22 nahm Heike Ahlgrimm ein weiteres Team Timeout, auf der Anzeigetafel stand die Zeit bei 59:17 still.

Die letzten Sekunden versprachen Spannung pur. Passives Spiel der Flames, noch ein Angriff. Die Gäste spielten auf Zeit und provozierten Freiwürfe, um in letzter Sekunde die Entscheidung zu erzwingen, das gelang nicht mehr. Die Gastgeberinnen bekamen zwar noch einmal die Hand an den Ball, doch der Schlusspfiff verhinderte den eigenen Erfolg. Mit 22:22 trennten sich der Thüringer HC und die HSG Bensheim Auerbach nach dem ersten Saisonspiel unentschieden - "ein leichtfertig verlorener Punkt" aus THC-Sicht.

Thüringer HC: Laura Kuske, Petra Blazek, Rinka Duijndam; Annika Meyer 3, Yuki Tanabe, Dominika Zachova 2, Asli Iskit 1, Anika NIederwieser 3, Luca Szekerczes, Lamprini Tsakalou 5, Kerstin Kündig 1, Lydia Jakubisova 1, Jennifer Rode 5, Josefine Huber, Miranda Schmidt-Robben 1.

HSG Bensheim/Auerbach: Vanessa Fehr, Helen van Beurden; Isabell Hurst 1, Leonie Kockel 2, Myrthe Schoenaker 5, Elisa Stutterfeld 3, Jana Hass 1, Lisa Friedberger 3/3, Christin Kühlborn, Saskia Fackel 2, Sarah van Gulik 1, Ines Ivancok 3, Neele Mara Orth, Dione Visser 1.