02.09.2021 12:59 Uhr - 1. Bundesliga - Carsten Roloff, dpa

Ziel Klassenerhalt: SV Union Halle-Neustadt will zwei Vereine hinter sich lassen

Eine von fünf Neuen: Camilla Madsen (Mitte) mit Jan-Henning Himborg und Katrin Welter. Eine von fünf Neuen: Camilla Madsen (Mitte) mit Jan-Henning Himborg und Katrin Welter.
Quelle: SV Union Halle-Neustadt
Es wird wieder schwer. "Wir müssen es schaffen, zwei Vereine hinter uns zu lassen", sagt die neue Trainerin des SV Union Halle-Neustadt, Katrin Welter. Unter der Regie ihres Vorgängers Jan-Henning Himborn gelang in der vergangenen Saison der Klassenverbleib nach dem Aufstieg. Zweimal zuvor war der SV Union in die Frauen-Handball-Bundesliga auf- und direkt wieder abgestiegen.

"Ich gehe davon aus, dass der Kampf um den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag dauern kann", sagt Welter. An diesem Samstag (18.00 Uhr) geht es los beim BSV Sachsen Zwickau, der seinerseits sein erstes Erstligaspiel seit gut 26 Jahren absolvieren wird (wir berichteten).

Welter hat die sportliche Verantwortung in der Sommerpause übernommen. Die ehemalige Handballerin saß aber bereits seit dem 1. April neben ihrem Sportlichen Leiter und dem damaligen Coach Himborn auf der Trainerbank und konnte in den vergangenen vier Monaten das Umfeld ihres neuen Vereins und das Team kennenlernen. Allerdings hat sich die Mannschaft erheblich verändert.

Sophie Lütke (Sport-Union Neckarsulm), Danique Boonkamp (Westfriesland/Niederlande), Jenice Funke (SV Werder Bremen), Nadine Smit, Laura Winkler (beide Karriereende) und Alexandra Mazzucco verließen den SV Union. Als Neuzugänge verpflichtete der Bundesligist Julia Niewiadomska, Simone Spur Petersen (beide HSG Bensheim/Auerbach), Judith Tietjen (VfL Waiblingen), Edita Nukovic (Skövde HF) und Camilla Madsen (Horsens HK).

Vor allem Lütkes Abgang reißt eine große Lücke. Die universell einsetzbare Spielmacherin gehörte neben Torfrau Anica Gudelj und Helena Mikkelsen zu festen Größen im halleschen Team. Die Berlinerin übernahm in brenzligen Situationen oft die Verantwortung und rettete dem Verein so manchen wichtigen Punkt.

"In die Rolle von Lütke könnte Madsen schlüpfen. Allerdings verlief unsere Vorbereitung aufgrund des Verletzungspechs sehr holprig", sagte die hallesche Trainerin. Spielmacherin Cecilia Woller wird dem SV Union frühestens zum Saisonendspurt zur Verfügung stehen. Abwehrchefin Pia Dietz fiel ebenfalls aus.

"Deswegen muss die Last der Verantwortung nun auf mehrere Schultern verteilt werden. Hinsichtlich der Qualität des Kaders bewegen wir uns auf einem ähnlichen Niveau wie in der vergangenen Saison. Aber die Mannschaft muss sich noch finden", sagte Himborn, der über die Angabe des Budgets für das Bundesligateam keine Angabe machte.

Seine Nachfolgerin setzt bei der Mission Klassenverbleib auf Tempospiel. "Wir sind auf einem guten Weg, aber es können natürlich nicht alle Abläufe passen", betonte Welter. Das Duell am Samstag in Zwickau wird noch nicht die Abstiegsfrage klären. Der Verlierer des mitteldeutschen Derbys steht jedoch sofort unter Erfolgsdruck.

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