19.06.2021 11:24 Uhr - 3. Liga - Markus Hausdorf

"Es ist ein Zeichen für die gute und tolle Arbeit": Svenja Rottwinkel über den Aufstieg des TV Aldekerk in die zweite Liga

Svenja Rottwinkel ist stolz auf den Aufstieg des TV Aldekerk in die 2. Bundesliga.Svenja Rottwinkel ist stolz auf den Aufstieg des TV Aldekerk in die 2. Bundesliga.
Quelle: Niederrheinsport
Der TV Aldekerk ist in die 2. Handball-Bundesliga aufgestiegen. Die Grün-Weißen setzten sich in den Relegationsspielen gegen den Zweitligisten SG Kirchhof durch und folgten dem ESV Regensburg und dem MTV Heide in die zweithöchste Spielklasse in Deutschland. Markus Hausdorf sprach mit Svenja Rottwinkel, der Spielführerin des TV Aldekerk, über den Aufstieg, die Aufstiegsrunde sowie die Relegationsspiele und die kommende Saison.

Svenja, du bist mit dem TV Aldekerk vor wenigen Tagen in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Wie ist die Stimmungslage rund um Kerken?

Svenja Rottwinkel:
Alle sind noch sehr euphorisch und in Feierlaune. Das waren sehr spannende und intensive Wochen für uns alle und auch für alle, die immer vor den Bildschirmen saßen und uns die Daumen gedrückt haben. Nach so einem spannenden Finale wie in den Relegationsspielen war die Freude und der Jubel natürlich riesig. Richtig realisieren kann man es immer noch nicht - das kommt wohl erst in den nächsten Wochen. Aber die Freude und auch die Erleichterung ist groß.

Was bedeutet Dir und dem Verein dieser Aufstieg in die 2. Bundesliga?

Svenja Rottwinkel:
Erstmal ist es ein ganz historischer Aufstieg - nämlich als erste Damenmannschaft überhaupt in die zweite Bundesliga aufzusteigen. Darauf sind wir alle mächtig stolz. Zudem ist es ein Zeichen für die gute und tolle Arbeit, die hier in den letzten Jahren geleistet wurde, gerade auch im Jugendbereich. Für uns alle geht ein großer Traum in Erfüllung und wir haben unser großes Ziel nun erreicht. Als Kapitänin bin ich natürlich besonders stolz auf uns und meine Mannschaft und auf das, was wir erreicht haben.

In der Relegation habt ihr euch gegen den Zweitligisten SG Kirchhof durchgesetzt. Wie hast Du die beiden Relegationsspiele erlebt?

Svenja Rottwinkel:
Ich war schon sehr aufgeregt und auch angespannt, schließlich war es auch unsere letzte Chance, den Aufstieg noch zu schaffen. Unser Ehrgeiz und Wille waren aber einfach größer. Wir hatten erstmal nichts zu verlieren und das hat uns den nötigen Auftrieb verliehen. Wir haben in beiden Spielen 60 Minuten gekämpft und alles reingeworfen und haben uns am Ende dafür belohnt. Dass man diesen Erfolg dann noch vor eigenem Publikum feiern konnte, hat das ganze dann natürlich perfekt gemacht. Das war ein wahrer Gänsehautmoment.

Zuvor gab es eine Aufstiegsrunde mit fünf Vereinen. Regensburg und Heide sind Euch direkt in die 2. Liga aufgestiegen. Wie hast du diese Fünfer-Aufstiegsrunde erlebt?

Svenja Rottwinkel:
Die Aufstiegsrunde war für uns alle anfangs eine Wundertüte. Niemand wusste seinen Standpunkt und die Gegner wirklich einzuschätzen. Bis auf wenige Ausnahmen, waren es wirklich immer enge Spiele, in denen jeder hätte jeden schlagen können. Ich finde, dass es eine wirklich gute Runde war, die viel Spaß und Spannung gebracht hat. Jedes Spiel hatte Endspielcharakter und es ging immer um alles. Insgesamt kann man aber festhalten, dass das sehr intensive Wochen für uns alle waren und natürlich eine große Erfahrung, die wir mitnehmen können.

2015 bist du vom TV Lobberich zum TV Aldekerk gewechselt. Wie fällt deine persönliche Bilanz seitdem aus?

Svenja Rottwinkel:
Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich sehr froh darüber bin, diesen Schritt gemacht zu haben. Ich habe mich hier sportlich und auch persönlich sehr weiterentwickelt und einen großen Sprung gemacht. In Aldekerk habe ich die Möglichkeit mich ständig in einem tollen Umfeld weiterzuentwickeln. Mit unseren beiden Meisterschaften und Aufstiegen in dieser Zeit geht wirklich ein großer Traum in Erfüllung.

Was macht den TV Aldekerk aus deiner Sicht aus?

Svenja Rottwinkel:
Es ist einfach das Gesamtpaket, das Vereinsleben hier. Das bekommt man so nicht überall und ist das, was den Verein meiner Meinung nach so besonders macht. Ich fühle mich in Aldekerk sehr wohl und der Zusammenhalt in der Mannschaft auf und neben dem Platz ist wirklich großartig.

Mit Lena Heimes, Pia Kühn und Insa Weisz verliert der TV Aldekerk zur neuen Saison drei wichtige Spielerinnen. Wie dieses Trio in der neuen Saison ersetzen?

Svenja Rottwinkel:
Die drei werden uns natürlich sehr fehlen - nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Sicherlich wird man ihren Weggang hier und da bemerken, aber wir müssen die Verluste nun als Team auffangen. Wir haben zudem starke und junge Spielerinnen in den eigenen Reihen, die wir nun integrieren wollen und schrittweise heranführen wollen.

Seit zwei Jahren ist Yvonne Fillgert Trainerin des TV Aldekerk. Welchen Anteil am Erfolg hat sie?

Svenja Rottwinkel:
Yvonne hat nochmal frischen Wind bei uns reingebracht. Sie setzt total auf Tempospiel und das passt perfekt zu unserer Mannschaft. Darüber hinaus bringt sie natürlich ihre eigene Erfahrung aus ihrer Karriere mit. Davon profitieren wir natürlich sehr. Ich schätze es sehr an ihr, dass sie uns genügend Raum für unsere Entwicklung lässt. Sie motiviert und unterstützt uns sehr und glaubt immer an uns.

Welche Herausforderungen siehst du auf dich und die Mannschaft in der 2. Bundesliga zukommen?

Svenja Rottwinkel:
Wir müssen nun schnell als Team zusammenwachsen und die nächsten Wochen hart an uns arbeiten. Zudem gilt es immer den Kopf hoch zu halten - egal, wie die nächste Saison auch verlaufen wird.

Der TV Aldekerk wird sich in der 2. Bundesliga etablieren, weil?

Svenja Rottwinkel:
Weil wir eine junge und motivierte Truppe sind, die genug Ehrgeiz und Wille hat, den Klassenerhalt zu schaffen. Wir sind stark im Kollektiv und das wollen wir ausnutzen.

Welche Ziele hast du persönlich und mit dem TV Aldekerk?

Svenja Rottwinkel:
Ich möchte gerade die kommende Saison nutzen, mich persönlich weiterzuentwickeln, viel dazuzulernen und in meiner Rolle, auch als Kapitänin, zu wachsen. Ganz oben steht natürlich der Klassenerhalt, aber für mich ist es auch wichtig, dass wir alle individuell aus dieser Saison profitieren und lernen können und als Mannschaft an dieser neuen Herausforderung wachsen können.