12.06.2021 12:00 Uhr - 2. Bundesliga - Markus Hausdorf

"Fans und Zuschauer in der Halle unersetzbar": Zeliha Puls von den Spreefüxxen Berlin im Interview

Zeliha PulsZeliha Puls
Quelle: Marko Unger, BSV
Zeliha Puls hat mit den Spreefüxxen Berlin vergangene Woche ganz knapp den Aufstieg in die Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) verpasst. In der Endabrechnung stand es Unentschieden, die mehr erzielten Auswärtstore gaben letztlich den Ausschlag zugunsten der Handballluchse Buchholz-Rosengarten. Nach einem einjährigen Gastspiel verlässt die Linksaußen den Klub aus Berlin wieder. Nach großem Verletzungspech möchte sie nun erst einmal regenerieren und wieder fit werden, ein neuer Verein steht ebenfalls noch nicht fest. Markus Hausdorf sprach mit der 23-Jährigen über die Saison, ihre Verletzungen und ihre Pläne.

Zeliha, vergangene Woche hast du mit den Spreefüxxen ganz knapp den Aufstieg in die Handball-Bundesliga verpasst. Am Ende haben die mehr geworfenen Auswärtstore den Ausschlag zugunsten der HL Buchholz-Rosengarten gegeben. Wie hast du diese beiden Spiele gesehen?

Zeliha Puls:
Im ersten Spiel waren wir meiner Meinung nach klar die bessere Mannschaft und haben auch verdient gewonnen. Leider konnten wir uns an diesem guten Tag nicht ein noch größeres Polster für das Rückspiel aufbauen. Aber auch im Rückspiel waren wir in vielen Phasen mehr als nur auf Augenhöhe, doch haben es leider nicht geschafft bis zur letzten Minute die Oberhand zu behalten.

Die Spielzeit 2020/2021 habt ihr als 2. hinter dem BSV Sachsen Zwickau beendet. Was hat Zwickau in dieser Spielzeit ausgezeichnet, was hat Euch gefehlt, um den direkten Aufstieg zu realisieren?

Zeliha Puls:
Rückblickend war Zwickau etwas souveräner in den vermeintlich "einfachen Spielen" und hat vor allem in der Rückrunde keine Punkte liegen gelassen. Im Endeffekt fehlte uns auch nur ein Sieg, vor allem das Rückspiel gegen Zwickau hat gezeigt, dass wir mindestens genauso gut Handball spielen.

Auch in dieser Saison hat die Pandemie die Vereine und Spielerinnen in der 1. und 2. Handball-Bundesliga vor große Herausforderungen gestellt. Wir herausfordernd war dies für dich als Spielerin?

Zeliha Puls:
Am meisten habe ich die Fans in der Halle vermisst. In dieser Saison hat man zum ersten Mal zu spüren bekommen, wie unersetzbar die Fans und die Zuschauer in der Halle sind. Der organisatorische Mehraufwand durch Testungen etc. hat mich persönlich nicht groß gestört. Da überwog eher die Freude überhaupt den Sport ausüben zu können.

Dennoch konnte man diese Saison in der 1. und 2. Liga trotz Pandemie komplett durchspielen. Wie dankbar ist man als Spielerin, dass dies so möglich war?

Zeliha Puls:
Dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Vor allem, dass der DHB und die HBF es geschafft haben sogar zwei Ligen spielen zu lassen hat mich als Spielerin natürlich total gefreut.

Vor der Saison bist du von Rosengarten nach Berlin gekommen. Wie fällt dein persönliches Fazit für die Spielzeit 2020/2021 aus?

Zeliha Puls:
Für mich persönlich war die Spielzeit 2020/2021 leider nicht die erhoffte Kehrtwendung. Nach meiner Knieverletzung bin ich sehr zuversichtlich und motiviert in Berlin gestartet und habe mir dann direkt beim ersten Vorbereitungsturnier die Hand gebrochen. Somit musste ich wieder operiert werden und pausieren. Danach folgte ein kleiner Lichtblick, bis ich wieder leichte Knieprobleme bekam, mir eine Sehnenruptur am Fuß zuzog und, als wäre das nicht genug, zusätzlich noch einmal an der Hand operiert werden musste. Trotzdem bin ich sehr dankbar für die Zeit bei den Spreefüxxen und habe, auch wenn ich es noch nicht zeigen konnte, sehr viel in Berlin lernen können.

Dich persönlich haben in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder Verletzungen zurückgeworfen. Wie gehst du damit um und was machst du, um die Verletzungsgefahr zu minimieren?

Zeliha Puls:
Ich war bisher zu jedem Zeitpunkt in sehr guter medizinischer Betreuung. Sowohl in Hamburg bei Wieland Medical, in der Reha am Wall in meiner Heimat Lemgo und in dieser Saison die Reha im Bismarck Karree in Berlin haben mich sehr gut betreut. Im letzten Halbjahr hatte ich dank privater Freunde, das große Glück in München von Prof. Dr. med. Peter Ueblacker behandelt zu werden und im Anschluss mein Aufbautraining bei Bernd Schlosser zu absolvieren. Für die tolle medizinische Betreuung möchte ich mich, auch an dieser Stelle, noch einmal ausdrücklich bedanken! So habe ich auch für die Zukunft reichlich Unterstützung, um mein Verletzungsrisiko stark zu minimieren.

Du hast dich in den vergangenen Wochen entschieden nun erst einmal gesund und fit zu werden. Du wirst die Spreefüxxse nach nur einer Saison verlassen. Welche Pläne hast du genau?

Zeliha Puls:
So ganz genaue Pläne gibt es noch nicht. Oberste Priorität hat erst einmal zu regenerieren und die Sommerpause zu nutzen, um alle noch vorhandenen Blessuren loszuwerden. Dann möchte ich auf jeden Fall wieder voll einsteigen.

Wird man Zeliha Puls in der kommenden Saison in der 1. oder 2. Handball-Bundesliga wiedersehen?

Zeliha Puls:
Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht sagen, aber ich freue mich auf die nächste Herausforderung!

Vielen Dank für das Gespräch und vor allem alles Gute, vor allem Gesundheit, für deine Zukunft, Zeliha!