03.06.2021 15:00 Uhr - A-Jugend-Bundesliga - Markus Hausdorf

"Im Final Four ist alles möglich": Sophia Cormann vom TSV Bayer 04 Leverkusen vor dem Final Four der weiblichen A-Jugend

Sophia CormannSophia Cormann
Quelle: Jörg Dembinski
Am 05. und 06. Juni kämpfen der Buxtehuder SV, Gastgeber HC Leipzig, der TSV Bayer Leverkusen und die SG BBM Bietigheim um die Deutsche Meisterschaft in der weiblichen A-Jugend. Am Samstag stehen sich um 14 Uhr im ersten Halbfinale der Buxtehuder SV und der HC Leipzig gegenüber. Im zweiten Halbfinale, das um 17 Uhr angepfiffen wird, treffen die Juniorelfen aus Leverkusen und die SG BBM Bietigheim aufeinander. Am Sonntag stehen dann das Spiel um Platz 3 (11 Uhr) und das Endspiel (14 Uhr) auf dem Programm. Markus Hausdorf sprach für handball-world mit einer Spielerin von jedem teilnehmenden Verein über das Saisonhighlight. Im dritten Teil der vierteiligen Interviewserie ist Sophia Cormann von den Juniorelfen aus Leverkusen an der Reihe...

Nach einem Jahr Pause findet in diesem Jahr das Final Four um die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft wieder statt. Wie froh und dankbar seid ihr, dass ihr im Jugendbereich diese Spiele absolvieren dürft?

Sophia Cormann:
Ich war letztes Jahr sehr enttäuscht, dass die Saison so abrupt beendet wurde. Für mich ist es die dritte Teilnahme an einem Final Four. Daher weiß ich, was für eine tolle Erfahrung so ein Turnier ist. Ich freue mich umso mehr, dass ich mit meinem Team wieder auf der Platte stehen darf. Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir die Saison zu Ende spielen dürfen.

Du startest mit dem TSV Bayer Leverkusen in das Final Four. Wie groß ist die Freude dieses Event erneut bestreiten zu dürfen?

Sophia Cormann:
Die Vorfreude ist enorm. Ein Final Four spielen zu dürfen ist in der Jugend das absolute Highlight. Die ganze Arbeit und der Fleiß zahlen sich aus, wenn die Saison mit so einem großen Turnier beendet werden kann. Für mich ganz persönlich ist die Teilnahme der Abschluss meiner Zeit im Jugendhandball und deshalb etwas ganz Besonderes. Noch zweimal den unbeschreiblichen Nervenkitzel vor den Spielen zu erleben und jede einzelne Aktion mit dem Team zu feiern macht einfach unglaublich viel Spaß.

Die Jugend-Bundesliga Handball musste aufgrund der Corona-Pandemie eine sechsmonatige Spielpause einlegen, auch unterhalb der 2. Bundesliga gab es keinen Spielbetrieb. Wie hast du diese Phase der Saison erlebt?

Sophia Cormann:
Ich hatte das Glück, dass ich bei unserer ersten Bundesliga mit trainieren und spielen durfte. So konnte ich im Rhythmus bleiben. Für den restlichen Teil der Mannschaft war die Phase sehr zäh, da unzählige Lauf- und Kraftpläne auf dem Programm standen. Ich bin stolz auf uns, dass wir die anstrengende und nervenaufreibende Zeit so gut als Team überstanden haben. Jeder hat alles dafür getan, um noch fitter zurück zu kommen.

Nach dem Restart der Jugend-Bundesliga Handball habt ihr Euch im Achtelfinale gegen den TV Aldekerk und im Viertelfinale gegen die HSG Blomberg-Lippe durchgesetzt. Wo siehst du die Stärken der Juniorelfen?

Sophia Cormann:
Unsere Stärke ist definitiv unsere Abwehr. Diese hat sich im Laufe der Saison kontinuierlich verbessert. Wir agieren besser als Team und helfen uns gegenseitig. Die fehlende Spielpraxis macht sich an der ein oder anderen Stelle bemerkbar. Das machen wir durch Kampf- und Teamgeist weg.

Am Samstag trefft ihr im Halbfinale auf die SG BBM Bietigheim. Wie siehst du diese Begegnung?

Im Final Four ist alles möglich. Die SG BBM Bietigheim ist individuell gut besetzt und hat bisher eine gute Saison gespielt. Letztlich kann in einem solchen Spiel jeder Fehler einer zu viel sein, und die Tagesform trägt wesentlich zum Ausgang des Spiels bei. Wir werfen alles in die Waagschale, um das Finale zu erreichen.

Im zweiten Halbfinale treffen der HC Leipzig und der Buxtehuder SV aufeinander. Wie siehst du diese Partie?

Sophia Cormann:
Auch hier treffen zwei Top-Mannschaften aufeinander. Es wird bestimmt ein heißer Tanz, und ich bin gespannt auf den Ausgang. Man wird sehen, ob Leipzig den Heimvorteil nutzt und wie Buxtehude den Ausfall von Mia Lakenmacher kompensieren kann.

Ist eine der vier Mannschaften aus deiner Sicht Favorit auf den diesjährigen Meistertitel?

Sophia Cormann:
Nein, einen klaren Favoriten gibt es für mich dieses Jahr nicht. Jede Mannschaft hat ihre Stärken und vielleicht auch die ein oder andere kleine Schwäche. Wir werden alles geben, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Auch wenn in diesem Jahr wohl keine Zuschauer zugelassen sind, kann man alle vier Spiele des Final Fours bei sportdeutschland.tv live verfolgen. Wieso sollten sich Handballfans diese vier Partien nicht entgehen lassen?

Sophia Cormann:
Erstmal mein Dank an die Verantwortlichen des HC Leipzig für die Ausrichtung des Turniers. Die Organisation eines Turniers ist immer anspruchsvoll, doch gerade in der jetzigen Zeit eine besondere Herausforderung. Durch das vorliegende Hygienekonzept sind nun doch eine gewisse Anzahl an Zuschauern erlaubt. Das macht das Final Four noch unvergesslicher. Auch die Fans machen das Final Four zu etwas ganz Besonderem. Eltern und Familie unterstützen uns und sind immer für uns da. Daher freut es mich auch für sie, dass sie dabei sein können. Die Trommeln sind schon eingepackt. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie spannend die Spiele sein können. Jeder, der Sport mag und gute Nerven hat, wird das Final Four lieben und sollte sich das Turnier zumindest nicht am Bildschirm entgehen lassen. Es lohnt sich.

Beim Final Four wirst du deine beiden letzten Spiele deiner Jugendzeit absolvieren. Ist dir bereits bewusst, dass mit dem Final Four auch ein Abschnitt endet?

Sophia Cormann:
Im Moment habe ich den Kopf voll mit der Organisation rund um das Final Four. Da denke ich noch nicht darüber nach, was Sonntag zu Ende geht. Mein voller Fokus liegt auf den letzten beiden Spielen, in denen ich nochmal alles geben werde, um uns auf die Erfolgsspur zu bringen. Ich habe richtig Lust vor Zuschauern in beiden K.-O. - Spielen, mindestens 120 Minuten, alles rein zu hauen. Die Verarbeitung setzt bestimmt erst mit ein bisschen Abstand ein und hoffentlich mit der richtigen Medaille um den Hals.

Was waren deine bisherigen Highlights in deiner Jugend?

Sophia Cormann:
Meine absoluten Highlights waren die zwei Final Fours im Jahr 2018 mit dem Titel Deutscher Meister und 2019 mit dem Vizemeistertitel, sowie die Europameisterschaft im Jahr 2019. All diese Ereignisse haben meine Laufbahn geprägt. Ich bin an ihnen gewachsen. Insbesondere die Niederlage 2019 in den letzten vier Sekunden nach einem aufopferungsvollen Spiel hat mich im Nachhinein gestärkt, da ich besser mit Drucksituationen umgehen kann. Zudem sammle ich wertvolle Erfahrungen fürs Leben.

Du konntest bei den Juniorelfen bereits Erfahrungen in der Handball-Bundesliga sammeln. Wie wichtig sind diese Erfahrungen, die du bereits sammeln konntest, für dich?

Sophia Cormann:
Es ist eine große Ehre mit dem Elfentrikot auf der Platte zu stehen. Das Team hat mich toll aufgenommen und mir den Einstieg erleichtert. Ich konnte mich weiter entwickeln und habe von dem hohen Trainingsniveau profitiert. Das Spieltempo und die Körperlichkeit sind nochmal eine Hausnummer mehr, als die in der dritten Liga. Ich hoffe, dass ich die Erfahrungen für mein Team einsetzten kann.

Wie sind deine Pläne für die kommende Spielzeit?

Sophia Cormann:
Ich habe bereits im Februar meinen Erstligavertrag bei Bayer unterschrieben. Ich freue mich auf die kommenden zwei Jahre unter dem Bayerkreuz und blicke mit Freunde und Zuversicht in die kommende Saison. Ich spiele Handball seit dem ich drei Jahre alt bin und habe immer von einem Bundesligavertrag geträumt. Jetzt ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Jetzt träume ich nur noch von der Deutschen Meisterschaft.

Vielen Dank für das Gespräch, Sophia.

Name: Sophia Cormann
Position: Rückraum Mitte
Geburtsdatum: 16.08.2002
Geburtsort: Simmerath
Größe: 1,67 Meter
Bisherige Vereine: TV Roetgen, BTB Aachen, TSV Bayer 04 Leverkusen

Größte Erfolge: Deutscher Meister 2018, Deutscher Vizemeister 2019, 7. Platz bei der Europameisterschaft 2019

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