31.05.2021 09:19 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Handball-Luchse nach Niederlage in Relegation gegen Spreefüxxe "maßloß enttäuscht"

Die Luchse taten sich gegen die Abwehr der Füchse schwerDie Luchse taten sich gegen die Abwehr der Füchse schwer
Quelle: HL Buchholz 08-Rosengarten
Im ersten Relegationsspiel bekam die HL Buchholz 08-Rosengarten im Heimspiel gegen die Füchse Berlin in der Buchholzer NordHeideHalle einen argen Dämpfer, denn sie unterlagen dem ambitionierten Zweitligisten nach einer schwachen zweiten Halbzeit mit 22:24, obwohl sie zur Pause noch mit 14:10 geführt hatten.

Wer den 29:26-Sieg der Hauptstädterinnen vor einer Woche gegen den Zweitligameister BSV Sachsen Zwickau in der Halle Charlottenburg gesehen hatte, dem war klar, dass die Luchse ein sehr schweres Spiel erwarten würde. Die Gäste eröffneten den Torreigen mit einem verwandelten Siebenmeter, aber die Luchse konnten nach sieben Minuten durch einen 4:0-Lauf mit 4:1 in Führung gehen, da die nervösen Berlinerinnen unter anderem zweimal vom Strich an der starken Torhüterin Zoe Ludwig scheiterten. Allerdings konnte auch Kim Berndt ihre Chance von der Siebenmeterlinie nicht verwerten.

Bis zur 10. Spielminute hatte der Drei-Tore-Vorsprung Bestand, doch danach kamen die Spreefüxxe immer besser ins Spiel und zeigten auch die besseren Angriffe. Als Leona Svirakova und Bo Dekker in der 16. Minute die Begegnung auf 6:7 gedreht hatten, nahm Luchse-Trainer Dubravko Prelcec eine Auszeit, die an dem fehlerhaften Spiel seiner Mannschaft wenig änderte. Allerdings konnten sich die Luchse eine knappe Führung erkämpfen und diese wurde nicht nur gehalten, sondern bis zur Pause zum 14:10 ausgebaut. Der Halbzeitstand sei "schmeichelhaft", denn sie spiegelte "das ausgeglichene Spiel auf Augenhöhe" nicht richtig wider, befand der Pressedienst des Erstligisten, "denn die Gäste überzeugten mit ihrem schnellen couragierten Spiel."

Im zweiten Abschnitt hatten die Luchse einen schlechten Start und blieben acht Minuten ohne Torerfolg, so dass die Berlinerinnen zum 14:14 ausgleichen konnten. Mit der auf eine 5:1-Formation umgestellten Deckung hatte die Heimmannschaft große Schwierigkeiten und war nicht in der Lage ein flüssiges Angriffsspiel aufzuziehen. Aber die Luchse fingen sich wieder und stellten den Vier-Tore-Vorsprung bis zur 44. Minute erneut her, als Maj Nielsen das 18:14 erzielte. Die Führung hätte noch deutlicher ausfallen können, aber Marleen Kadenbach vergab einen Siebenmeter. Zudem mussten die Spreefüxxe ab diesem Zeitpunkt auf Nina Müller verzichten, die nach einem Foulspiel disqualifiziert wurde.

In der Folgezeit bekamen die Luchse im Angriff immer größere Probleme, sich gegen die robuste Abwehr der Gäste durchzusetzen, zumal die Berliner Torhüterin Sofie Svarrer Hansen sich mit tollen Paraden auszeichnen konnte. Die Gäste spielten nun groß auf und mit einem 6:1-Lauf schraubten sie den Spielstand auf 20:22 zu ihren Gunsten, denn jetzt unterliefen den Spielerinnen der HL Buchholz 08-Rosengarten etliche Fehler, die förmlich zu Kontern einluden, die auch eiskalt genutzt wurden. Die 22:24-Heimniederlage der Luchse in der NordHeideHalle war verdient, denn sie zeigten über weite Strecken das bessere Spiel.

"Wir alle sind maßlos enttäuscht über unsere Vorstellung, denn wir konnten heute unser Potential nicht abrufen. Mit der Abwehrleistung bin ich noch zufrieden, aber verloren haben wir die Begegnung im Angriff. Viele unserer Führungsspielerinnen hatten nicht ihren besten Tag. Die Verletzung von Alexia Hauf hat zusätzlich noch zur bestehenden Unruhe beigetragen. Irgendwie waren die Mädels nicht richtig bei der Sache und viel sehr mit sich selbst beschäftigt, das erklärt auch die vielen technischen Fehler. Am Montag werden wir das Spiel analysieren und eine Strategie entwickeln, was wir im Rückspiel in Berlin besser machen können. Leider haben sich Melissa Luschnat und Marleen Kadenbach verletzt, so dass ich nicht weiß, mit welcher Mannschaft wir in Berlin antreten können. Das schmälert natürlich unsere Chancen, aber wir werden uns nicht kampflos aufgeben", erklärt Dubravko Prelcec, der Trainer der Luchse.

Deutlich war der Kräfteverschleiß der Heimmannschaft zu beobachten, denn der Marathon der letzten Zeit hat sehr viel Substanz gekostet. Ein Lichtblick bei der Vorstellung im Luchsbau war Jessica Inacio (geb. Oldenburg) mit ihren vier Toren, die nach der langen Verletzungspause einige Akzente setzen konnte, obwohl sie noch nicht die Kondition und Spielpraxis hat. Ebenfalls überzeugen konnten Julia Herbst, Maj Nielsen und Torhüterin Zoe Ludwig. "Wenn dann aber die eigentlichen Führungsspielerinnen kaum für Tore sorgen, dann ist das zu wenig, um so ein Spiel zu gewinnen", urteilt der eigene Pressedienst.

Sven Dubau, der Geschäftsführer der HL Buchholz 08-Rosengarten richtet den Blick nach vorn: "Mein Glückwunsch an Berlin, sie waren heute das deutlich bessere Team und wirkten viel frischer als wir. Durch den Sieg haben sie nicht nur alle Trümpfe in der Hand, sondern auch die Bürde des Favoriten. Unser Verletzungspech gleicht einer unendlichen Geschichte und macht mich nicht unbedingt zuversichtlich für das Spiel am Mittwoch. Wir haben aber das Spiel noch nicht abgehakt und sind trotz aller Widrigkeiten gewillt die Klasse zu halten."

Luchse: Löbig, Witthöft, Ludwig,
Schulz, Nielsen (4), Kadenbach (6/3), Harms, Lamp, Berndt (1), Inacio (4), Axmann, Rassau, Luschnat (1), Borutta (2), Herbst (3), Kücükyildiz (1)

Füchse: Hübner, Hansen (1),
Kolosove, Tolic (3), Kunde (1), Höbbel (1/1), Gouveia (4), Svirakova (7/1), Wagenlader (1), Müller (1), Kruijswijk, Dekker (3), Boeters (1), Puls, Baßiner (1)