27.10.2007 07:52 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

Oldenburgerinnen suchen Lichtblicke - Auswärtserfolg in Blomberg im Visier

Juniorinnen-Nationalspielerin Barbara Hetmanek hofft auf EinsatzzeitJuniorinnen-Nationalspielerin Barbara Hetmanek hofft auf Einsatzzeit
Quelle: Tim Oliver Kalle / dhb.de
Die Nächte werden länger und länger in diesen Tagen. 16 Stunden nach der Umstellung der Uhren in der Nacht zum Sonntag auf die Winterzeit hat Bundesligist VfL Oldenburg dennoch die Möglichkeit wieder etwas Farbe in eine bisher mausgraue Saison zu bringen. Nach sechs Niederlagen in Serie tritt die Mannschaft am Sonntag (18 Uhr, Alte Halle, Schulzentrum Blomberg) bei der HSG Blomberg-Lippe an - und steht gewaltig unter Erfolgsdruck. "Das ist wohl eine Partie, die ihr Medienvertreter ein Richtung weisendes Spiel nennt", sagt Trainer Leszek Krowicki. "Es ist klar: Wenn wir verlieren, stecken wir im Abstiegskampf", weiß er, fügt aber hinzu: "Aber selbst dann wäre es sehr unwahrscheinlich, dass wir uns nicht unten befreien können."

Noch haben beide Mannschaften etwas Luft nach unten. Mit jeweils 6:12 Zählern auf dem Konto stehen der Tabellenachte (VfL) und Neunte (Blomberg) aber nur einen Punkt vor dem Elften HSG Sulzbach-Leidersbach. Für das Selbstvertrauen der Oldenburgerinnen wäre ein Erfolg beim Aufsteiger von 2006 aber auch deshalb wichtig, da bis zum 22. November noch sechs weitere "richtungsweisende" Pflichtspiele warten. Unter anderem der mit Spannung erwartete erste Auftritt im Europapokal seit 1990: Am 3. November ist Oldenburg bei der DJK/MJC Trier zu Gast, das Rückspiel in der dritten Runde des Challenge Cups steigt am 11. November (18 Uhr) in der heimischen EWE Arena.

Zunächst gilt die Konzentration der Oldenburgerinnen aber der HSG. Zuletzt zwei Siege gegen Ketsch (36:30) und in Beyeröhde (36:29) haben dem Team von Trainer Andre Fuhr bereits einen recht erfolgreichen Oktober beschert. Dass die Mannschaft alles andere als ein leichtes Opfer für den VfL darstellt, ergibt sich aber auch an der Ergebnissen der Vergangenheit untereinander. Im Spätsommer 2006 verlor Oldenburg schon einmal in Blomberg, damals mit 29:31. Eine weitere Niederlage setzte es beim diesjährigen Robert-Schumann-Turnier, als der VfL als Fünfter letztlich wegen dem 16:17 das Halbfinale verpasste. Die HSG landete damals auf Platz vier. Das 32:26 im Rückspiel der vergangenen Serie rückte die Verhältnisse aber wieder gerade.

Ein Erfolgsgarant der HSG heißt Mirja Mißling. Geht es nach Fuhr steht die Torjägerin kurz vor dem Sprung in die deutsche Nationalmannschaft. Es gebe nicht viele Spielerinnen in Deutschland, die im Angriff besser seien, befand Blombergs Trainer kürzlich: "Mirja muss den Anspruch haben, in der Nationalmannschaft zu spielen." Bisher erzielte die rechte Rückraumspielerin 60 Tore in dieser Saison.

Klar, dass Krowicki seine Spielerinnen besonders intensiv auf die Verteidigung gegen die Linkshänderin eingeschworen hat. "Es gibt mehrere Möglichkeiten gegen sie zu spielen", weicht der Trainer zwar genauen Nachfragen aus, gibt dann aber zu: "Eine enge Deckung gegen Mißling ist ganz sicher eine der Optionen."

Möglich, dass diese Aufgabe eine Neue im Bundesligateam übernehmen könnte. Denn erstmals im Kader des VfL I steht Barbara Hetmanek, eine 19-Jährige, die vor der Spielzeit vom Süd-Regionalligisten TSV Haunstetten zu den Oldenburgerinnen stieß und gute Spiele im Regionalligateam auf sich aufmerksam gemacht hat. "Barbara ist sehr vielseitig, sie kann auf der Halbposition, in der Mitte und am Kreis spielen", sagt Krowicki und lobt: "Sie zeigt genau den Fleiß und den Ehrgeiz, den sich Trainer wünschen." Ob Hetmanek aber zum Einsatz auf der Platte kommt, ist nicht sicher.

Verletzungssorgen haben die Oldenburgerinnen nicht mehr, jedenfalls keine einen Einsatz gefährdenden. Geht im Abschlusstraining alles gut, wird der VfL in voller Stärke zum Spiel anreisen können. "Wir werden kämpfen und beißen", kündigt der Coach an. Zweimal im aus VfL-Sicht nicht unbedingt goldenen Oktober unterlag sein Team mit nur einem Tor Differenz. Es wird Zeit für etwas Licht, mit Beginn der Winterzeit sollen die Oldenburger Farben wieder leuchten.