24.05.2021 11:57 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

VfL Waiblingen geht trotz Niederlage bei TuS Lintfort "mit gutem Gefühl aus der Saison"

Vier Tore: Prudence KinlendVier Tore: Prudence Kinlend
Quelle: Martin Zilse, TuS
Mit einer 22:28-Auswärtsniederlage beim TuS Lintfort beendeten die Handballerinnen des VfL Waiblingen die Zweitliga-Saison 2020/2021. In der Abschlusstabelle nimmt der VfL damit den 6. Platz ein. Zehn torlose Minuten im letzten Drittel des ersten Durchgangs brachten die Waiblingerinnen nach einem bis dahin ausgeglichenem Spiel (8:8) bis zur Pause auf die Verliererstraße (8:12).

"In der ersten Halbzeit hat uns Waiblingen stark gefordert und bis zum 8-7 Zwischenstand war es ein offenes Spiel", erklärte Bettina Grenz-Klein, Trainerin der Lintforter nach dem Spiel. Bis zum 3:3 trafen beiden Teams von unterschiedlichen Positionen: Der starke Lintforter Rückraum mit der zum Erstligisten Bayer Leverkusen wechselnden Naina Klein und mit Prudence Kinlend war von der VfL-Abwehr nicht zu halten. Waiblingen kam dafür gegen die körperlich robustere TuS-Abwehr über die Außenpositionen durch Tanja Padutsch und Alina Ridder zu den Torerfolgen.

Insgesamt agierte der Gastgeber mit etwas mehr Zug und Entschlossenheit, legte so immer wieder bis zu zwei Tore vor. Nachdem Celina Meißner im Waiblinger Tor einige Würfe abwehrte, gelang dem VfL nach 20 Minuten wiederum der Ausgleich (8:8). Anschließend läuteten der frei vergebene Tempogegenstoß und die ausgelassene Torchance vom Siebenmeterpunkt zehn torlose Minuten des VfL ein. Das Team von Bettina Grenz-Klein nutzte diese Schwächephase der Gäste zur 12:8-Pausenführung.

"Dieser Vorsprung hat uns natürlich geholfen und nach der Pause hatten wir noch mehr Sicherheit im Spiel. Dazu kam, dass unsere Joker von der Bank gute Leistungen gebracht haben. Eva Legermann, Anika Henschel und vor allem Hannah Haase brachten frischen Wind und so konnten die Gastgeber das Tempo hochhalten", freute sich die TuS-Trainerin.

Diesen Vorsprung verteidigte Lintfort während der gesamten zweiten Halbzeit. Die VfL-Offensive zeigte nun dennoch mehr Durchschlagskraft und Variabilität als vor der Pause. Besonders sehenswert waren dabei die Kreisanspiele auf Vivien Jäger und zwei schöne Treffer von Lena Klingler von der Linksaußenposition. Und die aus der zweiten Mannschaft aufgerückte VfL-Torhüterin Evita Merlin durfte sich noch mit einem gehaltenen Siebenmeter auszeichnen.



Da die Waiblinger Abwehr jedoch weiterhin ihre liebe Müh´ gegen den Lintforter Rückraum und im Eins-gegen-Eins-Spiel hatte, konnte der VfL das Spiel nicht mehr drehen. Bis zum 18:22 (50. Minute) blieb Waiblingen noch auf Schlagdistanz. "Dann haben wir, wie schon in den letzten zehn Minuten vor der Pause, wieder ein paar Fehler zu viel gemacht", analysierte der Waiblinger Trainer Thomas Zeitz nach Spielende. "Insgesamt haben wir über weite Strecken aber eine ganz gute Partie gezeigt. Zudem wollte ich nochmals alle Spielerinnen einsetzen, was dann kleinere Brüche brachte. Um in Lintfort zu gewinnen, muss dann schon alles passen. Dennoch gehen wir mit einem guten Gefühl aus dem Spiel und aus der Saison."

"Meine Mannschaft hat gegen ein starkes Team aus Waiblingen noch mal gezeigt, dass wir verdient auf dem vierten Platz stehen und die guten Leistungen der Saison bestätigt", so Grenz-Klein und ergänzte: "Heute hat mich besonders gefreut, dass wir gleich zehn verschiedene Torschützinnen hatten. Das spricht für unseren gut besetzten Kader."

Grenz-Klein zog eine positive Saisonbilanz. "Die Mannschaft hatte mich ja in der Vorbereitung zu einer Wette verleitet, dass sie auf jeden Fall besser als Platz 8 abschneiden würde. Das hatte der Trainerstab nach dem Umbruch im Vorjahr nicht für möglich gehalten. Aber am Ende hat diese Überzeugung, etwas außergewöhnliches erreichen zu können, die Mannschaft durch die Saison getragen und so erfolgreich spielen lassen. Also musste ich heute meine Wettschulden einlösen", erklärte Bettina Grenz-Klein.

Emotional wurde es vor dem Spiel, als der Vorstand Spielerinnen und Betreuer verabschiedete, die den Verein verlassen und vor allem nach dem Abpfiff, als die Mannschaft sich mit zahlreichen Geschenken bei allen bedankte, die in dieser Saison geholfen haben, das herausragende Ergebnis einzufahren. Und ein wenig Wehmut kam dann bei Naina Klein (wechselt nach 21 Jahren im Verein zu Bayer Leverkusen), Kathi Ueffing (Handballpause), Katharina Angenendt (Tschft. St. Tönis), Marie Groetelaers (beendet ihrer Laufbahn) Andi Claßen (Familie und Beruf) und David von Essen (Trainer St. Tönis) auf, als sich Verein und Mitspielerinnen verabschiedet hatten.

Lintfort: Angendendt, Gräf; Kinlend (4), Legermann (3), Lambertz (1), Samplonius (4/4), Haase (2), Klein (8), Gruner (1), Henschel (3), Ueffing, Willing, Lucas (1), Kunert (1), Kaiser, Drent

Waiblingen: Meißner, Merlin; Nagler (4/2), Teixeira da Silva (1), Schraml, Hagen (5), Klingler (2), Hammer, Smits (2/1), Padutsch (3), Berisha (1), Kristmann, Ridder (2), Jäger (2)