18.05.2021 14:07 Uhr - 1. Bundesliga - Johanna Stockschläder

Bock auf ... Meisterschaft: Johanna Stockschläder über den Titelgewinn mit Borussia Dortmund

Johanna StockschläderJohanna Stockschläder
Quelle: Wolfgang Stummbillig, BVB
2017 kam Johanna Stockschläder von der HSG Bad Wildungen Vipers zu Borussia Dortmund. Die 26-Jährige krönte ihre erfolgreiche Saison mit der ersten Deutschen Meisterschaft mit den Schwarz-Gelben. Zudem feierte sie bei den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Portugal ihr Debüt in der Nationalmannschaft. In "Bock auf Meisterschaft" berichtet die gebürtige Siegenerin über ihre Momente rund um die Meisterschaft mit dem BVB.



Für mich ist mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft ein Traum wahr geworden. Als ich vor vier Jahren nach Dortmund gewechselt bin, hätte ich damit nicht gerechnet.

Vor der neuen Saison haben wir sicherlich auch zusätzliche Motivation aus dem verwehrten Titel aus der abgebrochenen Spielzeit gezogen. Auch wenn dies insgesamt sehr traurig war, hatten wir uns als Mannschaft gesagt, dass wir dieses Thema schnell abhaken wollen.

Wir sind in jede Partie mit 100 Prozent gegangen und wollten diese Saison unbedingt mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft krönen. Spätestens als wir am 31. Oktober bei der SG BBM Bietigheim, dem Zweitplatzierten der Spielzeit 2019/2020, mit 28:22 gewinnen konnten, war uns allen klar, wie stark wir uns präsentiert haben und wie gut wir gemeinsam aufspielen können. Dieser klare Erfolg hat uns letztlich beflügelt.

Als wir dann zum Spiel beim SV Union Halle-Neustadt gereist sind, war mir schon klar, dass es kein normales Spiel war. Es war unser 27. Spiel in der Handball-Bundesliga der Frauen und wir konnten den Titel unter Dach und Fach bringen. Andre Fuhr hat uns akribisch auf diese Begegnung vorbereitet.

Normalerweise bin ich sehr ruhig vor Spielen. Die Vorfreude war groß, doch diesmal hatte ich ein Kribbeln im Bauch, ich war etwas nervös vor dieser Begegnung. Wir hatten uns vorgenommen diese Partie nicht nur für uns zu entscheiden, sondern wollten auch ein schönes Spiel absolvieren. Dies ist uns dann auch gelungen, am Ende haben wir den 27. Erfolg im 27. Spiel eingefahren und mit 39:22 gewonnen.

Nach dem Schlusspfiff schoss mir nur "Wahnsinn" durch den Kopf, danach haben wir uns alle auf dem Spielfeld versammelt und uns über diese Leistung, die wir vollbracht haben, und den Titel, den uns keiner mehr nehmen konnte, gefreut. Genau das sind die Momente, auf die man Tag für Tag hinarbeitet. Ich war einfach nur stolz auf diese Mannschaft, stolz darauf ein Teil dieses Teams zu sein und natürlich auch stolz auf mich selbst und was ich erreicht habe.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen der gesamten Mannschaft aber auch noch einmal beim Verein SV Union Halle-Neustadt bedanken, denn was sie uns in eigener Halle ermöglicht haben, ist alles andere als selbstverständlich. Wir haben Getränke bekommen und mussten nicht einmal auf die obligatorischen Sektduschen verzichten. Wir haben jeden Moment genossen.

Natürlich wäre alles noch viel schöner mit Zuschauern und natürlich mit den eigenen Fans sowie Freunden und den Familien gewesen, aber dies war aufgrund der aktuellen Situation nicht möglich.

Dennoch haben wir das beste daraus gemacht und wir haben uns gefreut, dass wir eine lange Rückfahrt vor uns hatten und so im Bus ein wenig die erste Deutsche Meisterschaft feiern konnten. Den persönlichen Höhepunkt hatten wir dann allerdings in Dortmund. Gegen 3 Uhr nachts erreichten wir den Borsigplatz und haben dort im Mannschaftsbus noch eine Ehrenrunde gedreht. Anschließend wurden wir allesamt mit Taxis nach Hause gefahren.

Für mich war der Gewinn der Meisterschaft der perfekte Abschluss nach vier Jahren bei Borussia Dortmund, zudem war es mein bislang größter Erfolg in meiner bisherigen Karriere. Nach dem Gewinn der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft 2013 mit Bayer Leverkusen nun Deutscher Meister mit Borussia Dortmund. Dieser Titelgewinn hat einfach BOCK AUF MEISTERSCHAFT gemacht.


(aufgezeichnet von Markus Hausdorf)



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