14.05.2021 08:43 Uhr - 1. Bundesliga - Andrea Müller, Flames

Flames hoffen im Nachholspiel auf weitere Leistungssteigerung nach der Coronaerkrankung

Jill Kooij und Ines IvancokJill Kooij und Ines Ivancok
Quelle: Andrea Müller, Flames
Noch vier Spiele stehen für die Flames der HSG Bensheim/Auerbach in der Saison 2020/21 der Handball Bundesliga Frauen (HBF) auf dem Programm. Den Beginn macht am Freitag die coronabedingte Nachholbegegnung gegen die Neckarsulmer Sport-Union (19:30 Uhr, Weststadthalle). Nach dem Re-Start vor einer Woche gegen den Thüringer HC (23:31) ist es erneut ein Duell gegen einen Europapokal-Anwärter.

Auch für die Neckarsulmer Sport-Union gab es letzte Woche im letzten Heimspiel und Derby eine deutliche Niederlage gegen die TusSies Metzingen. Mit 25:36 unterlag das Team von Trainerin Tanja Logvin und verringerte dadurch die Chancen auf Platz den anvisierten Platz fünf. Die NSU liegt als Tabellensechster (35:19) einen Platz und zwei Punkte hinter dem THC (39:17), der allerdings auch das erheblich bessere Torverhältnis (+128 gegenüber +50) aufweist.

"Neckarsulm muss gewinnen. Sie stehen in der Tabelle vor uns und wollen international spielen. Da ist ein Sieg gegen uns Pflicht, denn sie können sich keinen Ausrutscher mehr erlauben", weiß Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm, was ihr Team am Freitag erwartet, denn mit einem Sieg würde die Sport-Union die Chance waren, denn eine Woche später kommt es beim THC zum direkten Duell um den 5. Platz.

Neckarsulm spielt seine bisher erfolgreichste Saison in der Bundesliga. Viele Spielerinnen konnten sich dadurch auch für ihre Nationalmannschaften empfehlen und wurden zu Lehrgängen eingeladen, wie z.B. Irene Espinola Perez (Spanien), Chantal Wick (Schweiz), Selina Kalmbach und Sarah Wachter (beide Deutschland).

Erfolgreichste Torschützinnen sind Irene Espinola Perez (134/3 Tore) und die Niederländerin Lynn Knippenborg (112/17 Tore) sowie Nathalie Hendrikse (109/2 Tore). Mit 131 Feldtoren belegt Perez Platz 4 der Feldtorschützinnen-Liste in der Handball Bundesliga Frauen. Die ehemalige Flames-Spielerin Carmen Moser belegt Platz 4 der internen Liste mit 100/14 Toren. Ausgerechnet bei ihrem 100. Saisontreffer riss sie sich das Innen- sowie das vordere Kreuzband und fehlt daher der NSU die nächsten Monate. Auch auf Kapitänin Nathalie Hendrikse (Stauchung der Halswirbelsäule) muss Tanja Logvin weiterhin verzichten.

Trotzdem erwartet Flames-Coach Heike Ahlgrimm einen starken und motivierten Gegner, der seine Chance auf Europa wahren will. "Neckarsulm hat eine sehr gute Mannschaft und spielt eine megastarke Saison. Sie haben jetzt auch viele Verletzte und anstrengende Spiele gehabt. Wir sind am Ende der Saison und jeder versucht noch die Runde bestmöglich zu beenden und da hat Neckarsulm noch die Chance auf den internationalen Startplatz als Zusatzmotivation", glaubt Heike Ahlgrimm.

Personell gibt es bei den Flames keine Veränderungen gegenüber dem Spiel gegen den THC. Es fehlen die Langzeitverletzten Isabell Hurst, Alicia Soffel und Lotta Heider sowie weiterhin Sarah van Gulik. Ergänzt wieder Kader erneut durch Nina Rädge, Annika Schmitz, Neele Orth und Rugile Bartaseviciute von den Junior Flames.

Wie auch gegen den THC ist der Fitnesszustand der Spielerinnen und das Abrufen des Leistungsvermögens noch eine Ungewisse, doch Heike Ahlgrimm ist trotzdem "optimistisch und positiv, dass wir auch was holen können und so gehen wir auch in das Spiel. Wir haben uns seit dem Spiel gegen den THC wieder weiterentwickelt. Es geht immer einen Schritt weiter, aber wir sind natürlich noch weit entfernt von der Belastbarkeit vor der Coronapause. Man muss abwarten, wie der Fitnessstand dann im Spiel ist und für wie lange die Kraft und Luft im Spiel reicht. Daher werden wir wieder viel wechseln.

Natürlich werden wir wieder alles in die Waagschale werfen. Ich glaube, dass wir trotz allem was passiert ist, zu Hause eine Chance gegen Neckarsulm haben. Wir brauchen uns nicht zu verstecken, denn das mussten wir gegen den THC auch nicht. Wenn wir so spielen, wie gegen den THC, dann ist mir nicht bange", sagt Heike Ahlgrimm mit Blick auf die Begegnung und wer weiß, vielleicht gelingt den Flames ja noch eine Überraschung in den ausstehenden vier Partien.

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