10.05.2021 09:54 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

VfL Waiblingen muss gegen den HC Rödertal schwer um den letzten Heimsieg kämpfen

Sinah HagenSinah Hagen
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
Ein schweres Stück Arbeit hatte der VfL Waiblingen im letzten Heimspiel der Saison 2020/2021 zu verrichten, um gegen den nun als Absteiger feststehenden HC Rödertal einen knappen 28:27-Sieg (14:15) einzufahren. Überragend bei den Gästen war Emilia Ronge (14/7), die im Vorfeld ihren Wechsel zum Erstligisten Leverkusen verkündet hatte. Bei den Tigers traf Sinah Hagen sechsmal.

Der Waiblinger Coach Thomas Zeitz hätte mit der Liste der verletzten oder verhinderten Spielerinnen beinahe eine fast komplette zusätzliche Mannschaft aufstellen können: Im letzten Heimspiel fehlten mit Branka Zec, Vivien David, Louisa De Bellis, Judith Tietjen, Lena Klingler und Mariel Wulf gleich sechs VfL-Spielerinnen?.

Dass die Partie gegen den HC Rödertal über die gesamte Spielzeit eine enge Angelegenheit werden sollte, lag im Wesentlichen an zwei Faktoren: Die Gäste wollten sich mit einer starken Leistung aus der 2. Liga verabschieden, und der VfL produzierte im Angriff viele einfache Fehler. Die Waiblingen Tigers erwischten zunächst noch den besseren Start (4:1). Dann unterbanden die Gäste aus Sachsen mit dem schnellen Heraustreten aus der 6:0-Abwehr erfolgreich die Lauf- und Passwege des VfL. Der Heimmmannschaft unterliefen mehr und mehr technische Fehler und Fehlwürfe Richtung Tor der Rödertalbienen.

Der HC-Angriff indes setzte vor allem auf das Herausspielen von Überzahlsituationen auf den Außenpositionen, das Spiel über den Kreis sowie auf die Eins-gegen-Eins-Situationen, in denen die VfL-Abwehr häufiger zu statisch wirkte. Vor allem Emilia Ronge auf der Rödertaler Rechtsaußenposition erwischte einen Sahnetag und brachte es am Ende auf 14 Treffer, davon sieben per Siebenmeter. Nach 19 Minuten führten die Gäste aus Sachsen mit 11:8. Auch bis zum Pausenpfiff blieb es ein fehlerbehafteter Schlagabtausch zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Auch Ronja Nühse zeigte, wozu sie fähig ist und parierte kurz darauf einen Siebenmeter. Immerhin gelang dem VfL vier Sekunden vor der Halbzeitsirene durch Tanja Padutsch noch der 14:15-Anschlusstreffer.

Die Anfangsminuten des zweiten Durchgangs sollten den Grundstein für den späteren Sieg des VfL legen. Wie schon so oft in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit waren die Bienen nun völlig von der Rolle. Ein technischer Fehler oder Fehlwurf reihte sich an den Nächsten. Auch in der Abwehr taten sich Lücken auf. Die Waiblingerinnen gingen in der Abwehr nun konzentrierter zu Werke und ließen bis zur 43. Minute nur zwei weitere Gegentreffer zu. Im VfL-Angriff sorgten in dieser Phase Alina Ridder mit drei Toren, Caren Hammer und Vanessa Nagler (je 2 Treffer) sowie Aaricia Smits per verwandeltem Siebenmeter für die 22:17-Führung des Gastgebers.

Der Favorit schien nun also den vor der Partie geforderten klaren Sieg anzusteuern. Doch das Team von Gästetrainerin Egle Kalinauskaite zeigte trotz des bereits besiegelten Abstiegs eine imponierende kämpferische Einstellung. Tatsächlich hätten sich die Rödertalbienen für ihren Einsatz fast noch belohnt. Nur der Pfosten verhinderte 73 Sekunden vor dem Ende den 27:27-Ausgleich. Im Gegenzug machte Tanja Padutsch mit ihrem vierten Treffer zum 28:26 indes den Deckel für die Waiblingerinnen drauf.

"Ich bin schon enttäuscht. Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein kleines Tief, in dem wir zu viele Fehler machten. Dann habe ich in der Aufstellung ein wenig experimentiert und Pavlina gebracht. Denn durch ihre Verletzung konnte ich sie im Training noch nicht so gut kennenlernen, aber es hat super funktioniert - auch mit Lisa (Loehnig, Anm.) und Tammy (Kreibich, Anm.) auf den Halbpositionen", bilanzierte HCR-Trainerin Egle Kalinauskaite und betonte: "Mich ärgern die vielen Pfostentreffer und das unser Spiel über die Außenposition noch zu lange dauert. Man merkt besonders in den Druck-Situationen, dass der Mannschaft noch Erfahrung fehlt, um Sachen qualitativ richtig umzusetzen."

VfL Waiblingen: Meißner, Merlin;
Nagler (5/3), Teixeira da Silva, Schraml (2), Hagen (6), Hammer (3), Smits (4/2), Padutsch (4), Berisha, Kristmann, Ridder (4), Jäger

HC Rödertal: R. Nühse, Rammer;
Förster (3), Höbbel (2), Eckart (1), Tauchmann, Kreibich (2), Wolff, Novotna, Pollakowski (1), Ciolan, Loehnig (4), Ronge (14/7), Frankova, Böttcher, Huth